14.10.2015, 13:23 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Antibabypillen mit Thrombose-Risiko Thrombosegefahr? Diese Pillen könnten betroffen sein

Für jeden Tag eine. Foto: Imago/BlickwinkelFür jeden Tag eine. Foto: Imago/Blickwinkel

Osnabrück. Moderne Antibabypillen bergen im Vergleich zu ihren Vorgängern ein wesentlich größeres Thrombose-Risiko, werden aber deutlich häufiger verschrieben als die älteren Präparate. Zu diesem Ergebnis kommt die Technikerkrankenkasse in ihrem jüngst veröffentlichten Pillenreport. Wer jetzt wissen möchte, ob sein Präparat dazu gehört, findet nachfolgend eine Liste der modernen Antibabypillen der dritten und vierten Generation.

Dass die Antibabypille das Thromboserisiko erhöht, ist bereits seit ihrer Einführung vor mehr als 50 Jahren bekannt. Die Präparate bestehen aus einem Östrogen- und einem Gestagenanteil. Die Kombination dieser Sexualhormone unterdrückt den Eisprung, wirkt sich aber auch auf die Blutgerinnung aus.Studie:

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Anfangs galten vor allem die Östrogene als problematisch. Mittlerweile hätten die Hersteller die Konzentration dieser Sexualhormone allerdings so stark gesenkt, dass der Einfluss der Gestagene auf das Thromboserisiko gestiegen sei, heißt es in dem Magazin „Der Spiegel“. Da die enthaltenen Gestagene von Pille zu Pille unterschiedlich seien, schwanke auch das Thromboserisiko. Bei einigen Präparaten sei es auch noch nicht geklärt.

Nebeneffekte

Antibabypillen, die die Gestagene Levonorgestrel, Norgestimat oder Norethisteron enthielten, seien mit dem geringsten Risiko für eine Thrombose verbunden, berichtet „Der Spiegel“. Präparate mit dem Gestagen Drospirenon - wie beispielsweise die Pille Yasmin - könnten hingegen ein bis zu doppelt so hohes Risiko aufweisen.Der Präsident des Bundesverbandes der Frauenärzte, Christian Albring, weist darauf hin, dass auch die Pille der zweiten Generation aber unerwünschte Nebeneffekte haben könne.

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Die Ergebnisse des Pillenreports basieren unter anderem auf Informationen der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA und des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Auch verschiedene Fachartikel wurden ausgewertet.

Auf der Webseite Frauenzimmer sind die Namen der Pillen aufgelistet, die sehr hohe Gestagen-Werte aufzeigen. „Sollte Ihre Pille aufgelistet sein, lassen Sie sich von Ihrem Frauenarzt bezüglich der Risiken beraten“, heißt es dort:

Pillen der dritten Generation:

Desmin 20/30

Desoren 20/30

Lamuna 20/30

Lovelle

Marvelon

Mercilon

Gracial

Biviol

Novial

Oviala-Ratiopharm

Cerazette

Cilest

Pramino

Estinette 20/30

Femovan

Meliane 21

Minulet

Milvane

Nuvaring (sog. Vaginalring)

Implanon (sog. Verhütungsstäbchen)

Pillen der vierten Generation:

Attempta-Ratiopharm

Bella HEXAL

Cyprelle 35

Cyproderm

Diane 35

Morea Sanol

Belara

Bellissima

Enriqa

Yasmin

Yasminelle

Yaz

Yira 20/30

Aida

Petibelle

Aliane

Eloine

Valette

Maxim

Qlaira

Zoely


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