26.09.2015, 08:14 Uhr

Ressourcen schonend einkaufen Mehr Lebensmittelgeschäfte setzen auf verpackungsfreie Ware

Aus sogenannten Bulk Bins werden die Waren in eigene Behältnisse abgefüllt. Foto: Colourbox.deAus sogenannten Bulk Bins werden die Waren in eigene Behältnisse abgefüllt. Foto: Colourbox.de

Osnabrück. Hersteller verpacken fast alles in Plastik. Das Resultat: viel Müll. Mehr Lebensmittelläden setzen daher auf unverpackte Waren.

Von Ann-Katrin Sickendieck

Verpackungen sollen die Ware schützen und dem Verbraucher so frische Ware garantieren. Allerdings haben die oft praktischen Verpackungen auch einen Nachteil: Sie verursachen Müll. „Lose“-Läden vermeiden Müll und bieten ihre Waren ohne Verpackung in großen Gefäßen an. Die Kunden bringen ihre Behältnisse selbst mit, etwa Dosen, Beutel und Tüten. Häufig können sie diese im Laden kaufen oder mieten. Die Behältnisse werden zu Beginn des Einkaufs gewogen und beim Bezahlen vom Gesamtgewicht abgezogen. Das spart nicht nur Müll: Auf diese Weise kaufen die Kunden nur die Mengen, die sie benötigen. So sind sie nicht an standardisierte Mengen gebunden - es landen weniger Reste im Müll.

Schädlichkeit des Verpackungsmülls

„Verpackungen sind nicht direkt schädlich“, sagt Rolf Buschmann vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Jedoch seien sie indirekt schädlich, da für sie Ressourcen verbraucht würden. Diese müssten gewonnen werden, wofür wiederum Ressourcen benötigt würden. Die Herstellung und selbst das Recyclen von Kunststoffen verbrauche Ressourcen und setze unter anderem CO² frei. Zudem kann Verpackungsmüll gefährlich werden, wenn er statt in der Mülltonne in der Natur landet: „Tiere fressen oder verfangen sich im Müll und können dadurch verenden“, sagt die Osnabrücker Klimabotschafterin Ann-Kathrin Buntrock.

Schritte in Richtung plastikfrei

Die Idee des Verkaufs unverpackter Waren verbreitet sich. Mittlerweile gibt es die verpackungsfreien Geschäfte in mehreren deutschen Städten wie Dresden und Kiel. Zwei dieser Geschäfte werden in naher Zukunft in Münster eröffnen: „Natürlich unverpackt“ sowie „Einzelhandel“. In Osnabrück gibt es einen solchen Laden nicht. Allerdings tut sich auch hier etwas, um Plastikmüll zu vermeiden: Die Klimabotschafter der Ursulaschule Osnabrück haben es sich zum Ziel gesetzt, ihre Stadt bis Ende 2017 plastiktütenfrei zu bekommen . Unterstützt werden sie dabei unter anderem von der Vordemberge-Gildewart-Initiative, mit der sie gemeinsam umweltfreundliche Jutebeutel entwarfen. Die Schirmherrschaft für das Projekt „Plastiktütenfreies Osnabrück“ hat Oberbürgermeister Wolfgang Griesert übernommen.

Plastik vergeht nicht

Zahlen des Statistischen Bundesamtes verdeutlichen die Notwendigkeit solcher Projekte. Ihnen zufolge verbrauchten die Bürger in Deutschland im Jahr 2013 6.196.600 Tonnen an Verpackungen. Davon bestanden 1.342.900 Tonnen (etwa 22 Prozent) aus Kunststoff. Plastik hat die Eigenschaft: Es vergeht nicht. Dem WWF zufolge gelangen 6,4 Millionen Tonnen jährlich ins Meer und somit in die Nahrungskette. Laut Ann-Kathrin Buntrock nehmen Fische und andere Meerestiere das Plastik auf. So könnten kleinste Plastikteile in den Körper gelangen – und schließlich auf unserem Teller landen.


Sechs Tipps der Klimabotschafter wie Sie auch ohne „Lose“-Laden Müll vermeiden können:

-Keine To-Go-Behältnisse verwenden

-Plastiktüten mehrmals benutzen statt immer eine neue zu holen

-Jutebeutel oder Korb statt Plastiktüten für den Einkauf verwenden

-Statt Mülltüten Zeitungspapier in den Mülleimer legen

-Lebensmittel nicht in einer Plastiktüte oder in Alufolie einpacken, sondern in einer Dose oder Papiertüte

-Zum Shoppen einen Rucksack statt einer kleinen Handtasche mitnehmen

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