08.09.2015, 15:09 Uhr

Ab 2018: TV komplett digital Analoges Kabelfernsehen wird wohl 2018 abgeschaltet

Die letzten 4,5 Millionen Haushalte mit analogem Kabelanschluss werden wohl bis 2018 umrüsten und einen digitaltauglichen Fernseher aufstellen müssen. Foto: dpaDie letzten 4,5 Millionen Haushalte mit analogem Kabelanschluss werden wohl bis 2018 umrüsten und einen digitaltauglichen Fernseher aufstellen müssen. Foto: dpa

dpa/wam Berlin. Das deutsche Fernsehen wird in drei Jahren vermutlich komplett digital sein. Die letzten 4,5 Millionen Haushalte mit analogem Kabelanschluss werden nach Erwartung von Experten bis 2018 umrüsten und einen digitaltauglichen Fernseher aufstellen müssen.

Wer keinen digitaltauglichen Fernseher hat, guckt damit bald in die Röhre. Medienexperten sagen, die Zeit sei reif für die Umstellung. Doch klar ist auch: Arme und alte Menschen tun sich mit dem Wechsel schwer.

Zum Endspurt angesetzt

Das Abschaltdatum 2018 nehme immer deutlichere Konturen an, teilten die Medienanstalten der Länder am Dienstag in Berlin mit und beriefen sich auf Studien zur Verbreitung digitaler Geräte. „Die Digitalisierung der TV-Haushalte in Deutschland setzt zum Endspurt an.“ Die Quote beim digitalen Fernsehempfang liegt den Angaben zufolge aktuell bei 88,5 Prozent. „Lediglich Kabelhaushalte empfangen in Deutschland noch analoge TV-Signale. Doch auch hier liegt die Digitalisierungsquote mittlerweile bei 72,5 Prozent.“

Je nach Alter des Apparats braucht man beim Umstieg ins digitale Zeitalter nicht mal einen neuen Fernseher, sondern nur einen Digitalreceiver, der die Signale umwandelt. In modernen Geräten ist dieser Empfänger in der Regel bereits integriert. Ansonsten fallen keine zusätzlichen Kosten an, denn die Kabelgebühr bleibt die gleiche.

Vermittler

Die Medienanstalten, die am Dienstag den „Digitalisierungsbericht 2015“ vorstellten, sehen sich als Vermittler in dem Umstellungsprozess, an dem unter anderem Sender, Kabelnetzbetreiber und große Wohnungsunternehmen beteiligt sind. Nach den Erkenntnissen der Experten haben vor allem Niedrigverdiener und alte Menschen den Wechsel bisher nicht vollzogen: „Die verbliebenen analogen Haushalte weisen eine vergleichsweise geringe Kaufkraft und ein überdurchschnittlich hohes Alter des Haupteinkommensbeziehers auf.“

Im Wettstreit der Bildschirme liegt das TV-Gerät noch deutlich vorn, wie die Medienanstalten berichteten. „Knapp 40 Prozent halten ihren Fernseher für unverzichtbar. Jedoch bereits knapp 24 Prozent bezeichnen das Handy als ihr wichtigstes Gerät. In den jüngeren Altersgruppen hat das Smartphone den Fernseher in der persönlichen Bedeutung bereits deutlich überflügelt.“ Fast 50 Prozent der 14- bis 29-Jährigen in Deutschland könnten darauf am wenigsten verzichten.

Smartphone als Screen

Das Smartphone wird inzwischen fast von jedem zweiten Zuschauer als „Second Screen“ (Zweiter Schirm) parallel zum Fernsehgucken auf dem TV-Gerät eingesetzt. „Gut 45,5 Prozent der befragten TV-Zuschauer nutzen Smartphone, Tablet und Co parallel zum Fernseher. Ein Drittel gibt an, dass im Fall der Parallelnutzung die Aufmerksamkeit eher dem TV-Gerät gilt, fast genauso viele widmen sich jedoch eher den Mails, sozialen Netzwerken, News und Onlineshops auf dem kleinen Screen.“


0 Kommentare