15.07.2015, 22:00 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Schwangerschaft Ernährung Essen in der Schwangerschaft – was ist verboten?


Osnabrück. Ist es schädlich, während der Schwangerschaft Kaffee zu trinken? Und wie steht es mit Camembert oder dunkler Schokolade? Wir erklären, was in den neun Monaten erlaubt ist – und worauf Frauen besser verzichten.

Alkohol in der Schwangerschaft

Viele Schwangere entwickeln besonders in den ersten Monaten einen starken Widerwillen gegen Getränke mit Alkohol oder Koffein. Auf diese Abneigungen sollten sie vertrauen: Mehreren Studien zufolge trinkt ein Viertel der werdenden Mütter Alkohol. Dabei sollten Schwangere keinerlei Alkohol trinken oder zu sich nehmen. Zu groß ist die Gefahr, dass das Kind Schaden nimmt – und später am Fetalen Alkohol Syndrom (FAS) leidet. Diese Behinderung beeinträchtigt das Leben des Kindes und wird allein durch den Konsum der Mutter ausgelöst. (Weiterlesen: FAS: Wenn Schwangere ihre Kinder behindert trinken)

Kaffee in der Schwangerschaft

Koffein kann durch die Plazenta in den Kreislauf des Ungeborenen gelangen. Werdende Mütter sollten daher nicht mehr als 300 Milligramm Koffein am Tag zu sich nehmen. Diese Menge ist etwa in zwei Tassen Filterkaffee zu finden. Wer ganz sichergehen will, verzichtet auf Kaffee oder wählt die koffeinfreie Variante. Softdrinks, die Koffein enthalten, sollten nur in Maßen konsumiert werden. Übrigens: Auch dunkle Schokolade enthält Koffein. Milchschokolade ist hier die bessere Wahl. (Weiterlesen: Kosmetik in der Schwangerschaft – Ist Haarefärben verboten?)

Und was ist mit Tee in der Schwangerschaft?

Schwarzer Tee enthält ebenfalls Koffein, wenn auch weniger als Kaffee. Trotzdem sollten Schwangere Verzicht üben und auf Rooibostee oder andere Kräutervarianten zurück greifen.

Softdrinks in der Schwangerschaft

Tonic Water und Bitter Lemon enthalten Chinin, einen Extrakt aus der Rinde des Chinabaums, der vorzeitige Wehen fördern kann. (Weiterlesen: Sport in der Schwangerschaft – was ist verboten?)

Milch in der Schwangerschaft

Verboten ist nicht pasteurisierte Milch. Ansonsten besteht keine Gefahr.

Käse und Co. in der Schwangerschaft

Hier gilt ähnliches: Alle pasteurisierten Milchprodukte sind erlaubt. Verzichten sollten Schwangere jedoch auf Rohmilchkäse, Käserinde, Brie, Camembert, Edelpilzkäse und nicht pasteurisierter Feta, da sie alle Listeria-Bakterien enthalten können. Eine nicht oder zu spät behandelte Listeriose kann zu Fehlgeburt oder schweren Geburtserkrankungen des Kindes führen. Hartkäse ist in der Regel erlaubt. (Schwangerschaft: Was passiert im ersten Monat?)

Sellerie und glatte Petersilie

Sellerie und verschiedene Petersiliearten sollten vom Speiseplan gestrichen werden. Sie enthalten Apiol, eine chemische Verbindung, die als Bestandteil der in den Pflanzen enthaltenen ätherischen Öle vorkommt. Der Wirkstoff reizt die Muskulatur der Gebärmutter und wurde im Mittelalter als Abtreibungsmittel eingesetzt. Auch Oregano kann die Gebärmutter stimulieren, muss dafür aber sehr überdosiert werden.

Obst und Gemüse in der Schwangerschaft

Wer sein Obst gründlich abwäscht und schält, Sprossen und Keimlinge erhitzt und keine abgepackten Packungen oder Portionen kauft, ist auf der sicheren Seite. Daher ist auch von Smoothies an Gemüsetheken abzuraten. Diese gesunden Getränke sollten lieber frisch von eigener Hand zubereitet werden.

Fleisch in der Schwangerschaft

Halbrohes oder rohes Fleisch wie Carpaccio, Mett, Tartar, Lachsschinken, rohes Kassler, nicht vollständig durchgebratenes Fleisch, rohe Wurst und frische Wurstaufstriche sind nichts für Schwangere. Wer sein Steak blutig mag, muss also warten, bis die Schwangerschaft vorbei ist. Alles Gekochte, Gebratene oder mit Konservierungsstoffen Versetzte ist dagegen erlaubt. Verzichten sollten Schwangere jedoch auf gebratene Leber, denn sie enthält viel Vitamin A und diese Überdosierung kann das Kind schädigen. Auch Nieren sind oftmals belastet. Generell sollte bei Innereien aufgepasst werden.

Ei in der Schwangerschaft

Eier immer gut abwaschen und – ob Spiegelei oder gekocht– alles hart werden lassen.

Fisch in der Schwangerschaft

Sie mögen Sushi? Dann müssen Sie warten: Alles Rohe – ob Fisch oder Meeresfrüchte – ist erst einmal gestrichen. Ansonsten empfehlen Ärzte mindestens einmal, besser zweimal die Woche Fisch zu essen. Gut durchgegart natürlich.

Vegetarisch

Durch die Schwangerschaft ohne Fisch und Fleisch? Das geht natürlich auch, wenn dafür besonders auf die Nährstoffe der Nahrung geachtet wird. Allerdings sollten Vegetarier ihren Arzt darüber informieren, damit dieser besonders auf Blut- und Eisenwerte achtet.

Vegan

Ohne Fisch, Fleisch, Milchprodukte und tierische Erzeugnisse den Körper durch eine Schwangerschaft zu navigieren, ist schon etwas schwieriger. Wichtig ist hier, dass man zusammen mit dem Arzt darauf achtet, dass es zu keiner Mängelbildung an Eisen, Kalzium und Vitamin B kommt. Zumeist werden schwangeren Veganerinnen Nahrungsergänzungsmittel verschrieben, damit sich Mutter und Kind gesund entwickeln.


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