10.07.2015, 19:30 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Apple Music für Android Apple Music: Was gefällt, was geht besser, was nervt?


Osnabrück. Apple Music soll nicht weniger als den Musikmarkt revolutionieren und die Konkurrenten Spotify, Deezer oder Google Play Music das Fürchten lehren. Jetzt gibt es Apple Music auf für Android.

Apple Music – Das gefällt

Der Preis: Nach drei kostenlosen Testmonaten kostet Apple Music branchenübliche 10 Euro pro Monat. (So kündigen Sie Apple Music.)  Ein großes Plus ist jedoch die Familienmitgliedschaft: Für 14,99 Euro im Monat können bis zu sechs Personen mit je bis zu zehn Geräten Apple Music unbegrenzt nutzen. Noch besser: Jeder hat sein eigenes Profil und bekommt eigene Musikempfehlungen. Voraussetzung für das Familienabo ist die sogenannte Familienfreigabe, bei der ein Mitglied seine Kreditkarte für alle hinterlegt. (Weiterlesen: Das iPhone 6S im Test)

Musik entdecken: Mit der Kombination aus „Für dich“ und Beats 1 wird Nutzern das Entdecken neuer Musik leicht gemacht. Das gilt vor allem für Leute, die genug von den herkömmlichen Pop- und Charts-Radiosendern haben und sich deshalb in den vergangenen Jahren vor allem in der eigenen Musiksammlung aufgehalten haben.

Apple Music – Das geht besser

Die Bedienung: Apples Markenzeichen ist bis heute die einfache, intuitive Bedienung seiner Programme. Apple Music ist jedoch überraschend kompliziert. Ein Beispiel: Um in der Spotify-App den gesamten Katalog eines Künstlers wiederzugeben, müssen Nutzer viermal tippen – bei Apple Music sind es 14 Tipps. Außerdem bieten die Sektionen „Für dich“ und „Neu“ zum Teil ähnliche Funktionen, was besonders am Anfang die Orientierung erschwert.

„Connect“: Unter der Sektion „Connect“ bietet Apple Music eine Art soziales Netzwerk. Die Idee: Künstler versorgen ihre Fans auf Apple Music mit exklusiven Inhalten wie Fotos und Videos. Nutzer können die Einträge dann mit einem Herz markieren, kommentieren oder teilen. Bislang halten sich die Aktivitäten der Stars jedoch in Grenzen. Ohne regelmäßige Einträge würde der Zentrale sicher ein ähnliches Schicksal drohen wie dem einstigen Social-Media-Versuch Ping, den Apple nach nur zwei Jahren sang- und klanglos eingestellt hat.

Android-App: Seit Mitte November 2015 gibt es Apple Music auch für Android, zunächst nur als Beta-Version ab Android 4.3 Jelly Bean. Und den Beta-Status merkt man der App auch an. Viele Nutzer berichten von zahlreichen Abstürzen. Außerdem können Android-Nutzer momentan kein Familien-Abo wählen.  (Weiterlesen: Das Google Nexus 6 im Test)

Apple Music – Das nervt

iCloud Music Library: Bei der Einrichtung wird der Nutzer gefragt, ob er die iCloud Music Library nutzen möchte. Doch was sich dahinter verbirgt, wird nicht erklärt. Dabei kann der Abgleich der Nutzermediathek mit den Apple Servern böse enden: Aufwendig und über Jahre gepflegte Mediatheken und hochwertige Dateien werden überschrieben, Coverbilder verschwinden, Künstler haben plötzlich mehrere Einträge. Sollte ein Nutzer ein Lied von seinem Rechner löschen und es danach aus der iCloud Music Library laden, hat es außerdem einen Kopierschutz. Auch das verschweigt Apple bei der Einrichtung.

Apple Music oder Spotify? Der Start von Apples Streamingdienst war vielsprechend – doch auch nach mehreren Monaten gibt es Verbesserungsbedarf. Das Musik-Facebook Connect bringt kaum Mehrwert, die Bedienung ist teilweise umständlich. Noch wirkt Apple Music ziemlich überfrachtet mit Ideen und will an mehreren Ecken vielleicht zu viel. Vor allem die Familienfreigabe ist jedoch ein echtes Pfund. (Weiterlesen: Die Apple Watch im Test)


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