20.05.2015, 13:46 Uhr

Neues Onlineportal „Granny als Nanny“ vermittelt Leihoma von nebenan

Viele Familien wünschen sich eine erfahrene Unterstützung bei der Kinderbetreuung und der Organisation des Alltags.Das neue Onlineportal „Granny als Nanny“ will solche Familien Mit erfahrenen Seniorinnen zusammenbringen. Foto:Imago/Westend61Viele Familien wünschen sich eine erfahrene Unterstützung bei der Kinderbetreuung und der Organisation des Alltags.Das neue Onlineportal „Granny als Nanny“ will solche Familien Mit erfahrenen Seniorinnen zusammenbringen. Foto:Imago/Westend61

Osnabrück. Der Kitastreik hat vielen berufstätigen Eltern erneut vor Augen geführt, wie schwierig es sein kann,die Kinder jederzeit in guten Händen zu wissen. Ein neues Onlineportal mit dem Namen „ Granny als Nanny“ soll Abhilfe schaffen: Hinter diesem Angebot steht die Hamburgerin Michaela Hansen, die schon seit Jahren Frauen ab 50 sehr erfolgreich als „Granny Aupair“ zur Kinderbetreuung ins Ausland schickt. Wegen der großen Nachfrage hat Hansen jetzt mit „Granny als Nanny“ eine zusätzliche Plattform geschaffen, auf der in Deutschland auch Leihomas aus der Nachbarschaft vermittelt werden.

.Als Michaela Hansen im Januar 2010 die Onlineagentur Granny Aupair gründete, war eigentlich ihr eigenes Fernweh das Motiv: Im Fernsehen hatte sie eine Sendung über junge Mädchen gesehen, die nach dem Abitur als Au-pair ins Ausland gehen. „Warum gibt es das eigentlich nicht für ältere Frauen, hab ich mich gefragt“, sagte sich die 53-Jährige. Die Idee war geboren. Heute stecken auf einer Weltkarte, die über ihrem Schreibtisch hängt, ganz viele kleine bunte Fähnchen, die markieren, in welchem Teil der Welt gerade eine von ihr vermittelte ,Granny Aupair‘ vielleicht Windeln wickelt. ´

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Doch warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Fünf Jahre nach Gründung von „Granny Aupair“ sind bei „Granny als Nanny“ nun Vermittlungen innerhalb Deutschlands das Thema. Das kann in der direkten Nähe der Interessenten sein, im überregionalen Bereich oder bundesweit. „Wir verbinden Familien mit Leihomas, die Kinder lieben, Haus und Tiere hüten oder als Gesellschafterin das Leben bereichern können“, beschreibt die Agentur die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten.

„Sie sind weiblich, über 50, 60 oder 70 (also im besten Alter), sehnen sich vielleicht nach eigenen Enkelkindern und suchen eine sinnvolle Aufgabe, weil Ihnen zu Hause die Decke auf dem Kopf fällt? Dann sind Sie hier bei Granny als Nanny genau richtig. Hier finden Sie eine nette Familie in Ihrer Nähe, der Sie als Ersatz-Oma tatkräftig unter die Arme greifen können“, so lautet die Stellenbeschreibung für die „Granny als Nanny“ auf der Webseite der Agentur. Aspiranten sollten Erfahrung in der (eigenen oder berufstätigen) Kindererziehung beziehungsweise Freude im Umgang mit Kindern mitbringen. Und der Zuspruch ist groß: In den ersten Tagen haben sich schon rund 100 Mitglieder angemeldet. Hansen überrascht das nicht: „Viele ältere deutsche Frauen, die sich vielleicht nach eigenen Enkelkindern sehnen, suchen eine sinnvolle Aufgabe“, sagt sie.

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Bereits bei „Granny Aupair“ hatte sich gezeigt, dass auch die suchenden Familien Leihomas aus der Altersgruppe 50Plus bevorzugen.„Es ist schon etwas anderes, seine Kinder einer erwachsenen, lebenserfahrenen Frau anzuvertrauen als einer 18-Jährigen. Oft sind es ja auch alleinstehende Mütter oder Väter. Wenn die aus beruflichen Gründen über Nacht oder sogar mehrere Tage außer Haus sein müssen, haben sie bei einer älteren Aupair einfach ein besseres Gefühl“, erläuterte das Hansen im Gespräch mit unserer Redaktion. Viele Interessenten wollten ja kein weiteres Kind in ihrer Familie haben, „sondern sie wünschen sich eine wirkliche Entlastung.“ So könnten manchmal auch Aufgaben wie Housesitting oder die einer guten Gesellschafterin im Vordergrund stehen.

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Wie bei „Granny Aupair“ basiert auch das Konzept von „Granny als Nanny“ im Prinzip auf Gegenseitigkeit. Die Agentur sieht sich nicht als Jobvermittlung. Familien und interessierte Seniorinnen legen auf der Webseite ihr Profil an. Dann können sie selbst Familien bzw. Grannies kontaktieren oder .kontaktiert werden. Dann können sie Treffen zum gegenseitigen Kennenlernen organisieren und bei Gefallen die Modalitäten klären. Zur Eröffnung kann „Granny als Nanny“ unverbindlich kostenlos für 30 Tage getestet werden. Ansonsten wird für den Granny-als-Nanny-Account ein Mitgliedsbeitrag (zum Beispiel 3 Monate: 59,00 € ) fällig.

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