18.03.2015, 14:04 Uhr

Kuriose Vornamen Matt-Eagle und Despot: So nennen Eltern ihre Kinder


Osnabrück. Blitz ist verboten, Despot jedoch erlaubt und Milka auch: Wenn es um die Auswahl der Namen ihrer Kinder geht, scheinen die Deutschen immer kreativer zu werden. Doch glücklicherweise ist nicht alles erlaubt, was beliebt. Ein Überblick:

Zugegeben: Kinder können Despoten sein. Aber sein Kind gleich Despot zu nennen, ist schon ein großer Schritt. Doch das Standesamt in Hannover gab seine Erlaubnis. Genauso wie das Standesamt Wiesbaden: Es erlaubte den Namen „Cinderella-Melodie“, da er aus zwei gültigen Vornamen zusammengesetzt ist.

Doch nicht alles, was Eltern sich so ausdenken, wird durchgewunken. Zum Glück für die Kinder, muss man wohl sagen, wenn man sich einmal die Liste der abgelehnten Vorschläge anschaut: (Weiterlesen: Wer entscheidet eigentlich über kuriose Kindernamen?)

In Deutschland abgelehnte Vornamen

Agfa, Atomfried, Bierstübl, Blitz, Borussia, Celle, Cheraldine, Crazy Horse, Gastritis, Gihanna, Gin, Grammophon, Gucci, Holunder, Idjen (statt Etienne), Januar, Joghurt, Jürgenson, Junge, Kirsche, Laslo (für Mädchen), Lenin, Leuis, Liebknecht, McDonald, Menez, Millenium, Möhre, Nelkenheini, Ogino, Omo, Partizan, Pepsi-Cola, Pfefferminza, Pilula, Porsche, Puppe, Rasputin, Rosenherz, Rumpelstilzchen, Satan, Schmitz, Schnucki, Schröder, Seerose, Shogun, Sputnik, Steißbein, Störenfried, Theiler, Verleihnix, Waldmeister, Whisky, Woodstock.

Doch auch die in Deutschland und Österreich genehmigten Namen sind teilweise gewöhnungsbedürftig, selbst wenn sie noch eindeutige, das Geschlecht anzeigende zweite Vornamen brauchen:

In Deutschland und Österreich genehmigten Namen

Adriatik, Alemmania, Apple, Belana, Blaubeere, Bluebell, Blücherine, Bluna, Bo, Brain, Champagna, Chanel, Chelsy Novèle, Cinderella-Melodie, Cosmo, Courage, Dee-Jay, Despot, Dior, Emilia-Extra, Fanta (für Mädchen), Frangi-Pany, Frea, Frodewin, Gneisenauette, Godpower, Harley, Hope, Ikea, Imperial-Purity, Junior, Kantorka, Katzbachine, Kix, Klee, Lafayette, Laperla, Laser, Legolas, Lelibeth, Leonardo da Vinci Franz, Lio, Loana, Logan Seraphin, London, Lovelle, Magic, Maier, Matt-Eagle, Milka, Miransah, Monel, Napoleon, Noredien, November (für Jungen), Nox, Nussi, Pepsi-Carola, Phoenix, Popo, Precious, Prestige, Pumuckl, Quidan, Rapunzel, Rionella, Saliana, Sammilia, Schaklyn, Schneewittchen, Schokominza, Segesta, Shakur, Sheriff, Siebenstern, Sioux, Smudo, Solarfried, Sonne, Sultan, Sunshine, Tarzan, Timpe, Topas, Triumf, Viktualia, Wasa, Waterloo, Windsbraut, Winnetou. (Weiterlesen: Pepsi, Winnetou und Pumuckel: Ein Leben mit seltsamen Vornamen)

All der Seltsamkeiten zum Trotz geht der Trend für die Vornamen in Deutschland zu traditionelle Vornamen wie Marie, Sophie, Emma und für Jungen Maximilian, Alexander und Ben. (Weiterlesen: Emma und Ben sind 2014 die beliebtesten Vornamen)


Wer sich einen ungewöhnlichen Namen für sein Kind wünscht und beim Standesamt auf Unverständnis stößt, kann sich bei der Namensberatungsstelle der Universität Leipzig wie auch bei der Gesellschaft für Deutsche Sprache (GFDS) Hilfe holen: Bei beiden können Eltern sich ein Gutachten über die Eintragungsfähigkeit des Namens ausstellen lassen. Allerdings gibt es keine Garantie, dass die Gutachten positiv beschieden werden. Gutachten aus Leipzig kosten bis zu 40 Euro, die der GFDS zwischen 25 und 45 Euro.

Kriterien für das Gutachten sind das Kindeswohl, die eindeutige Geschlechtszuordnung, seriöse Quellen, die den Vornamen schon in der Vergangenheit belegen, und die klare Klassifizierung als Vorname. Nicht bestätigt wurden daher Wörter aus der Alltagssprache (Blitz), Eigenkreationen ohne Vornamencharakter (de Sunny) oder Städtenamen (Celle).

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