26.11.2014, 16:30 Uhr

Von der Theke in die Kühltasche So bleiben Fisch und Fleisch frisch

Eine Fleischtheke im Supermarkt. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat auf die Wichtigkeit von Kühlketten im Lebensmittelhandel hingewiesen. Foto: dpaEine Fleischtheke im Supermarkt. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat auf die Wichtigkeit von Kühlketten im Lebensmittelhandel hingewiesen. Foto: dpa

München. Die Schlange an der Kasse war mal wieder lang, dann ist auf dem Weg vom Einkauf nach Hause jede Ampel rot: Das kostet Zeit – und kann unangenehme Folgen haben. Denn wird bei gekühlten oder tiefgefrorenen Produkten die Kühlkette unterbrochen, können sie verderben. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.

Welche Produkte aus der Kühltheke sind besonders sensibel? „Insbesondere eiweißreiche Produkte“, sagt Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern. Für Verbraucher bedeutet das: Bei Fisch und Fleisch müssen sie besonders vorsichtig sein, dass diese Lebensmittel nicht zu warm werden – denn dann können sie bereits beginnen zu verderben. Bei anderen Produkten wie Käse oder Joghurt ist es nicht ganz so schlimm, wenn sie kurze Zeit nicht gekühlt werden.

Wie transportiere ich gekühlte Produkte denn richtig? Am besten kommen die sensiblen Produkte wie Fisch und Fleisch direkt von der Theke in eine Kühltasche – und dann zu Hause schnell in den Kühlschrank. Außerdem empfiehlt Krehl, Gekühltes und Tiefgefrorenes wenn möglich ganz am Ende des Einkaufs in den Korb zu legen – auch wenn der Aufbau vieler Supermärkte das schwierig mache. Das Mindesthaltbarkeitsdatum auf Produkten gilt nur dann, wenn sie entsprechend kühl gelagert wurden, so Krehl. Bei Artikeln wie Räucherlachs, Hähnchen oder Hackfleisch zählt das Verbrauchsdatum: Bis dahin müssen sie verzehrt worden sein.

Kann ich erkennen, wenn die Kühlkette unterbrochen wurde? „Leider nicht“, so Krehl. Nur wenn bereits Verderbnis eingesetzt habe – und sich zum Beispiel der Joghurtdeckel wölbt –, sei das erkennbar. Allerdings arbeite die Verpackungsindustrie schon an intelligenten Designs: Künftig könnte ein Punkt auf der Packung sich verfärben, wenn das Produkt zu warm geworden ist.

Und bei Tiefkühlprodukten: Kann ich sie einfach wieder einfrieren, wenn sie auf dem Weg nach Hause angetaut sind? Ganz so einfach sei das nicht, sagt Krehl. „Tiefkühlen ist eine Konservierungsart.“ Die Fäulnisbakterien in dem Produkt sind dadurch nicht abgetötet, sondern nur in eine Art Tiefschlaf versetzt worden, erklärt die Ernährungsexpertin. Beim Auftauen leben diese Bakterien auf: So entstehen gesundheitsgefährdende Stoffe im Produkt. Krehl rät, in dieser Hinsicht empfindliche Lebensmittel wie Fisch deshalb umgehend zuzubereiten, wenn sie aufgetaut sind.

Ich habe die Kühlkette eingehalten: Kann mein Essen im Tiefkühlfach trotzdem irgendwann schlecht werden? Ja. Denn die Fäulnisbakterien sind durch das Tiefkühlen gehemmt, aber nicht völlig unschädlich gemacht worden, erläutert Krehl. Verderb findet deshalb auch im Eisfach statt. Verbraucher achten deshalb am besten auf die Verzehrsempfehlungen für die verschiedenen Produkte – und darauf, dass es im Gefrierschrank tatsächlich die empfohlenen minus 18 Grad Celsius kalt ist.


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