14.10.2016, 09:02 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Winterreifenpflicht 2016 Die wichtigsten Fragen zum Reifenwechsel im Winter

Bevor die Straßen glatt werden, sollten im Oktober die Winterreifen aufgezogen werden. Experten empfehlen eine Mindest-Profiltiefe von vier Millimetern. Foto: dpaBevor die Straßen glatt werden, sollten im Oktober die Winterreifen aufgezogen werden. Experten empfehlen eine Mindest-Profiltiefe von vier Millimetern. Foto: dpa

Osnabrück. Der Oktober kommt, und in Deutschland wird es wieder kalt. Wie in jedem Jahr zu dieser Zeit stellen sich Autofahrer die Frage, ab wann die Winterreifen aufgezogen werden müssen und ob es eine Pflicht für die an die kalte Jahreszeit angepassten Pneus gibt. Die Experten empfehlen: „Von O bis O“, also von Oktober bis zum Wochenende nach Ostern sollten die Fahrer Winterreifen an ihren Fahrzeugen angebracht haben.

Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten rund um den Wechsel auf die Winterreifen:

Warum sollte ich Winterreifen aufziehen?

Für viele Autohalter ist der zweimalige Wechsel der Reifen im Jahr nervig. Doch es gibt gute Gründe, ein paar hundert Euro in einen Satz Winterreifen zu investieren und nicht das ganze Jahr über mit Sommerreifen unterwegs zu sein. Die Sommer-Gummimischungen verhärten sich bereits bei Temperaturen im niedrigeren Plus-Bereich und verlieren ihre gute Haftung auf den Straßen, wie Tests des ADAC ergaben.

Die Winterreifen bleiben bei Kälte weich, wodurch sie auch bei Schnee und Eis für den nötigen Grip auf der Straße sorgen. Die Investition in Winterpneus lohnt sich also spätestens dann, wenn ein Auffahrunfall bei Glätte durch ein besseres Bremsverhalten der Reifen verhindert werden kann.

Im Sommer wirkt sich das Bremsverhalten übrigens genau andersherum aus: Auf trockener Fahrbahn haben die Winterreifen im Vergleich zu den Sommerreifen im Bremsverhalten das klare Nachsehen. Um die nötige Sicherheit im Straßenverkehr beizubehalten, lohnt sich also das Wechseln der Reifen zwei Mal im Jahr. Auch Ganzjahresreifen sind eine Option, diese sind aber im Vergleich zu den Jahreszeitmodellen nicht so griffig.

Gibt es eine Winterreifenpflicht?

Das Gesetz kennt keine genaue Vorschrift für das Aufziehen von Winterreifen Der betreffende Passus aus der Straßenverkehrsordnung (StVO) lautet „situative Winterreifenpflicht“ und schreibt lediglich vor, dass bei Wetter wie Glatteis und Schneematsch oder Reifglätte die Verwendung von „M+S-Reifen“ Pflicht ist.

„M+S“ steht für „Matsch und Schnee“ und bezieht sowohl Winterreifen als auch sogenannte Ganzjahresreifen mit ein. Auf den Reifen müssen sich entweder „M+S“ oder eine Schneeflocke mit drei Bergspitzen als Kennzeichnung befinden.

Das Gesetz schreibt aber keinen festen Zeitraum für die Verwendung von Winterreifen vor. Die allgemeine Expertenempfehlung lautet von Oktober bis zum Wochenende nach Ostern. So kann man sich relativ sicher sein, beim ersten und auch beim letzten Schneefall die richtigen Reifen am Fahrzeug zu haben. Da die Temperaturen bereits im Oktober oft schon auf unter 15 Grad fallen, müssen Fahrzeughalter auch keinen übermäßigen Verschleiß ihrer Winterpneus fürchten.

Muss ich Strafen fürchten wenn ich keine Winterreifen nutze?

Ist das Fahrzeug in der Winterzeit nicht mit den richtigen Reifen ausgestattet, riskiert der Autohalter Geldbußen und den Versicherungsschutz. Die Kaskoversicherung kann bei einem Unfall mit dem Verweis auf grob fahrlässiges Verhalten zumindest einen Teil der Leistungen verweigern.

Auch die Kfz-Haftpflichtversicherung kann den Fahrer in Mithaftung nehmen, wenn ein Unfall auf eine falsche Bereifung des Autos zurückzuführen ist.

Mit dem Bußgeldkatalog vom 1. Januar 2014 gibt es auch verschärfte Strafen für Fahrzeughalter, die gegen die Winterreifenpflicht verstoßen. Wer bei entsprechender Witterung ohne Winterreifen unterwegs ist, muss mit einem Bußgeld von 60 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen.

Bei einer Behinderung des Verkehrs riskiert der Fahrer ein Bußgeld in Höhe von 80 Euro und einen Punkt. Für die Gefährdung im Straßenverkehr gibt es für nicht an die Wetterverhältnisse angepasste Reifen eine Strafe von 100 Euro und einen Punkt. Ist ein Unfall die Folge von falscher Bereifung, beträgt das Bußgeld 120 Euro und es gibt einen Punkt im Verkehrszentralregister.

Wie lange kann ich meine Winterreifen nutzen?

Neureifen werden meist mit acht Millimeter Profiltiefe ausgeliefert und haben dann den besten Grip. Laut Gesetz muss die Profiltiefe bei mindestens 1,6 Millimeter liegen, daher könnten einige kalte Jahreszeiten mit den Winterreifen überstanden werden. Der ADAC empfiehlt allerdings, die Reifen bereits bei einer Profiltiefe von vier Millimetern auszutauschen, da sie unterhalb dieser Grenze laut Test des Automobilclubs ihre Wintereigenschaften verlieren. Dementsprechend frühzeitig sollten die Winterreifen ausgetauscht werden.


So lagern Sie Ihre Sommerreifen am besten:

Die abgezogenen Sommerreifen sollten den Winter über trocken, dunkel und nicht zu warm gelagert werden. Am besten werden die Reifen gestapelt und abgedeckt in der Garage aufbewahrt. Die Sommerreifen können aber auch am Felgenloch aufgehängt werden. Direkt nach dem Abmontieren sollte der Fahrzeugbesitzer die Position der Reifen auf dem Gummi mit Kreide schreiben, damit der Wechsel im nächsten Frühjahr schneller von der Hand geht.

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