08.08.2014, 09:44 Uhr

Ebola-Virus Einer der gefährlichsten Krankheitserreger der Welt

Eine Frau in der liberianischen Hauptstadt Monrovia betet für ein Ende der Ebola-Epidemie in Westafrika. Liberia hat den Notstand erklärt. Foto: dpaEine Frau in der liberianischen Hauptstadt Monrovia betet für ein Ende der Ebola-Epidemie in Westafrika. Liberia hat den Notstand erklärt. Foto: dpa

dpa/Reuters Berlin. Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst mit Blutungen einhergehendes - Fieber aus. Wissenschaftler haben nachgezeichnet, wie sich das Virus im Zuge der der aktuellen Epedemie verbreitet hat.

Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge, die einen internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen hat , sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten an dem Virus. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine zugelassene Impfung noch ein Heilmittel. Ein an Ebola erkrankter US-Arzt wurde kürzlich - und offenbar erfolgreich - als erster Mensch mit dem zuvor nur an Affen erprobten Mittel „Zmapp“ behandelt. Experten warnen aber vor verfrühten Erfolgsmeldungen.

Seinen Ursprung hat das Ebola-Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem zu Flughunden und Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Inkubationszeit beträgt nach WHO-Angaben zwei Tage bis drei Wochen. Dann setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten. Erst wenn Symptome auftreten, sind Infizierte ansteckend.

Ebola kommt vor allem in der Nähe von Regenwäldern vor. Zum ersten Mal wurde es 1976 im damaligen Zaire nahe des Ebola-Flusses nachgewiesen. Ihm verdankt die Krankheit ihren Namen.

Von Guinea nach Liberia

Ein aktuelles Beispiel zeigt, wie sich das Ebola-Virus ausbreitet: Alles beginnt mit einem Marktbesuch im westafrikanischen Guinea. Die Frau aus dem Norden Liberias hält sich für einige Zeit dort auf, kommt im Gedränge mit vielen Menschen in Kontakt. Als sie in ihr Heimatdorf zurückkehrt, fühlt sie sich krank und angeschlagen. Ihre Schwester kümmert sich um sie. Beide ahnen nicht, dass es sich um die tödliche Krankheit Ebola handelt.

Noch bevor die Frau an der Seuche stirbt, steckt sie ihre Schwester an. Auch diese fühlt sich bald krank, bekommt Angst, dass sie das gleiche Schicksal ereilt. In Panik eilt sie aus dem Haus. Sie möchte zu ihrem Mann, der als Wanderarbeiter auf einer entfernten Plantage arbeitet. Sie nimmt ein Taxi bis in die Hauptstadt Monrovia, danach reist sie bei einem jungen Mann auf einem Motorrad weiter. Die traurige Bilanz: Mindestens fünf weitere Menschen stecken sich bei der Frau an - und sterben. Auch sie selbst überlebt die Krankheit nicht.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass auf diese Weise der Ebola-Ausbruch im März von Guinea ins benachbarte Liberia übergeschwappt ist. Der von Seuchenexperten nachgezeichnete Fall zeigt, wie schnell sich ein Erreger ohne Gegenmaßnahmen verbreiten kann.


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