20.04.2017, 16:10 Uhr

Per App „Bose Connect“ Bose soll heimlich Kundendaten aufzeichnen und verkaufen

Bose soll über die App „Bose Connect“ Nutzerdaten gesammelt und verkauft haben. Nun drohen dem Unternehmen rechtliche Konsequenzen. Foto: BoseBose soll über die App „Bose Connect“ Nutzerdaten gesammelt und verkauft haben. Nun drohen dem Unternehmen rechtliche Konsequenzen. Foto: Bose

Osnabrück. Schwere Vorwürfe gegen Bose: Die Audio-Firma soll per App Daten ihrer Kopfhörerkunden gesammelt und verkauft haben. Nun drohen dem Unternehmen rechtliche Konsequenzen.

Mit der kostenlosen App „Bose Connect“ für iOS und Android sollen Nutzer laut Herstellerangaben „noch mehr aus ihren kabellosen Kopfhörern“ herausholen – doch offenbar hat Bose selbst noch mehr aus den Nutzern herausgeholt, als nur das Geld beim Kauf der Kopfhörer. Über „Bose Connect“ soll Bose aufzeichnen, welche Musik, Podcasts oder Hörbücher die Kunden abspielen und diese Daten anschließend ohne Einwilligung der Nutzer an Dritte verkaufen. (Im Test: Sonos Play:1 gegen Bose Soundtouch 10)

Bose wird in den USA verklagt 

Betroffen sind unter anderem die Kopfhörer „QuietComfort 35“, „QuietControl 30“, „SoundLink Around-Ear Wireless Headphones II“, „SoundLink Color II“, „SoundSport Wireless“ und „SoundSport Pulse Wireless“. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat nun ein amerikanischer Kunde gegen diese Praxis geklagt und fordert eine Entschädigung in Millionenhöhe.

Du bist, was du hörst?

Die Aufzeichnung der abgespielten Audiodateien lasse unter Umständen eine Personalisierung zu: Wer zum Beispiel muslimische Gebete oder Podcasts höre, sei mit hoher Wahrscheinlichkeit als Moslem auszumachen, heißt es in der Klage.

Anwalt kritisiert fehlende Transparenz

Nutzer, die die App „Bose Connect“ laden, würden weder auf die AGB oder Privatsphäreregelungen des Dienstes hingewiesen, noch gehe aus ihnen hervor, dass Bose die betroffenen Daten aufzeichne und verkaufe, sagte Christopher Dore, der Anwalt des Klägers gegenüber Reuters. (Weiterlesen: Sonos Playbar und Sub im Test - Teurer Nachbarschreck)

 

Eine Nachfrage unserer Redaktion an Bose zu dem Thema ist bislang unbeantwortet. Sobald sich das ändert, wird der Text ergänzt.


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