02.11.2016, 16:14 Uhr

Netzkultur Jetzt auch Schokolade – Woher kommt der Einhornhype?

Nicht nur Spielzeug für Kinder: Einhörner sind ein echtes Netzphänomen. Foto: Ingo Wagner/dpaNicht nur Spielzeug für Kinder: Einhörner sind ein echtes Netzphänomen. Foto: Ingo Wagner/dpa

Osnabrück Einhornschokolade! Kreisch! Rittersport hat einen Internet-Hit gelandet: Kurz nachdem der Schokohersteller die neue Kreation mit „Weißer Schokolade, Joghurt und Himbeer-Cassis-Regenbogen“ in den sozialen Medien angekündigt hatte, brach der Webshop unter dem Ansturm zusammen. Aber woher kommt der Hype um Einhörner?

Sie sind überall, auf Kleidungsstücken, im Film und vor allem in den sozialen Netzwerken: Einhörner. Nicht nur Kinder, sondern auch viele erwachsende Frauen und Männer bekommen glänzende Augen, wenn sie an die weißen Pferde mit dem gedrehten Horn, rosa Mähne und goldenen Hufen denken. Zumindest gibt es immer wieder Wellen der Begeisterung, wenn ein neues Einhorn-Produkt vorgestellt wird. So wie die weiße Schokolade von Rittersport.


Bei Facebook ist der Post innerhalb von nur fünf Stunden mehr als 10.000 Mal geliked und gut 2.000 Mal geteilt worden. Der Anstrum ist so groß, dass der Onlineshop von Rittersport nicht mehr zu erreichen ist. Das Unternehmen musste sich bei den Kunden entschuldigen: "Wir haben zwar mit großer Begeisterung gerechnet, aber das haben wir dann doch nicht erwartet: durch den großen Ansturm ist unser Webshop zur Zeit leider nicht erreichbar", heißt es in einem Kommentar.
Es ist nicht das erste Mal, dass Einhörner in den sozialen Medien für Furore sorgen. Erst vor wenigen Tagen wurde eine Kutsche, gezogen von zwei Einhörnern, in London gesichtet. 
 
Die PR-Abteilung von Rittersport hat mit der neuen Schokoladen unter dem Motto "Quadratisch, Magisch, Gut" einen echten Nerv getroffen: Es gibt Einhorn-Schlüsselanhänger, Einhorn-Schuh und Einhorn-Kaffeebecher. Und das alles nicht etwa für Kinder gedacht, sonder für Erwachsene.
 
 
 
 
 
Die Einhörner haben es sogar ins Kino geschafft: Im Zeichentrickflim "Ich - Einfach unverbesserlich" ist mit der kleinen Agnes ein echter Fan der flauschigen Einhörner zu sehen. 
 
Die PR-Abteilung von Rittersport hat mit der neuen Schokoladen unter dem Motto "Quadratisch, Magisch, Gut" einen echten Nerv getroffen. Aber woher kommt der überhaupt?
 

Ursprung der Legende ist nicht klar

Sicher ist: Das Einhorn als Kunstfigur wurde schon rund 600 Jahre vor Christus verwendet. Eine so alte Darstellung ist in Berlin zu sehen: Auf dem Ischtar Tor der Stadt Babylon, das im Pergamonmuseum ausgestellt ist. Eine Theorie besagt, dass es sich bei der Abbildung eigentlich um eine Oryxantilope von der arabischen Halbinsel handelt. 
 

Einhörner in der Netzkultur

1990 leistete  ein Einhorn zum ersten Mal einen Beitrag zur Netzkultur: Das "Invisible Pink Unicorn" (zu deutsch: "Das unsichtbare rosa Einhorn"). Atheisten bezeichneten die Figur ironisch als Göttin und wollten damit zum Ausdruck bringen, wie schwierig der Glaube ist - insbesondere der Glaube an Phänomene, die außerhalb der menschlichen Wahrnehmung liegen.
 
 
In der Welt der Start-ups hat das Wort Unicorn oder Einhorn eine ganz neue Bedeutung erhalten. Mit dem Begriff werden werden auch Unternehmen aus der Branche bezeichnet, die mehr als eine Milliarden Dollar wert sind. 
 

Das hat sicher noch mehr zum magischen Ruf der Einhörner beigetragen. Als Apple im September 2015 ankündigte, dass ein Einhorn-Emoji eingeführt werden sollte, schwappte eine Welle der Euphorie durch die sozialen Netzwerke. 
 

 

 

Die Macher von Rittersport sind übrigens nicht als erste darauf gekommen, eine Einhorn-Schokolade herauszubringen. Die eigenen Kunden waren schneller und stellten vor einigen Wochen ihre eigenen Versionen ins Netz: 
 
 

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