28.07.2016, 14:44 Uhr

Alternative zur 5.1-Anlage? Sonos Playbar und Sub im Test: Teurer Nachbarschreck


Osnabrück. Für Heimkinofans hat Sonos die Playbar und einen kabellosen Subwoofer im Programm. Das Paket kostet rund 1400 Euro - und eignet sich hervorragend, um den Nachbarn auf die Palme zu bringen. Bei der Ausstattung hinkt das System aber hinterher.

Sonos Playbar und Subwoofer in Kürze:

  • gut klingende Soundbar (rund 700 Euro), die per WLAN und App angesteuert wird
  • klarer, detailreicher und räumlicher Klang
  • kein HDMI-Anschluss für moderne Tonformate wie DTS oder DTS HD
  • optionaler Subwoofer (rund 700 Euro) verbindet sich drahtlos mit der Playbar
  • zu hoher Preis für den Gegenwert.

    Einrichtung: Zwei Kabel und eine App

Der Sonos Sub benötigt für den Betrieb nur ein Stromkabel, die Playbar muss zusätzlich mit einem optischen Kabel mit dem Zuspieler verbunden werden – das war es auch schon – leider. Einen HDMI-Anschluss hat die Playbar nicht – Filmfans müssen also auf typische Blu-Ray-Tonformate wie DTS oder DTS HD verzichten. Die Einrichtung, darunter die Verbindung mit dem Internet, nehmen Nutzer Schritt-für-Schritt über die kostenlose Sonos-App am Smartphone oder Tablet vor. Das alles geht, wie von Sonos gewohnt, leicht von der Hand. (Im Test: Sonos Play:1 gegen Bose Soundtouch 10)

 

Der optionale Subwoofer verbindet sich kabellos mit der Soundbar und kann theoretisch überall im Raum aufgestellt werden. Verbesserungswürdig: Die Funktion zum Verbinden der TV-Fernbedienung mit der Sonos Playbar könnte leichter zugänglich sein. Dann können Anwender die Lautstärke auch mit der Fernbedienung ändern, statt immer das Smartphone zu zücken.

Klang: Mit Subwoofer droht Ärger

Die Sonos Playbar klingt auch ohne Subwoofer schon gut und deutlich besser, als jeder TV-Lautsprecher. Bei TV-Sendungen im Stereobetrieb wirkt die Playbar allerdings etwas flach. Stimmen sind jedoch im Stereo- als auch im Dolby-Betrieb klar zu verstehen, die zwei seitlich abstrahlenden Lautsprecher erzeugen vor allem im Dolbymodus ein gutes räumliches Klangbild. Der Bass der Playbar ist ausreichend, doch das Zusammenspiel mit dem Subwoofer wertet die Playbar spürbar auf. Das gilt beim Zuspielen von Musik jedoch mit Abstrichen.

Zwar erzeugt die Playbar auch hier eine weite Bühne und stellt Details genreübergreifend gut dar; der Subwoofer wird vor allem bei Popmusik aber schnell zum Nachbarschreck in Mietwohnungen, so übertrieben spielt er auf. Je höher die Lautstärke, desto mehr verstärkt sich dieser Effekt – und die Playbar kann enorm laut sein. Viele Nutzer werden um eine Anpassung in den – leider gut versteckten – EQ-Einstellungen nicht herumkommen, um wieder ein harmonisches Klangbild herzustellen. (Im Test: Multiroom-Audio von Samsung – besser als Sonos und Bose?)

Fazit: Guter klang, hoher Preis und etwas überholt

Die Sonos Playbar überzeugt vor allem im Zusammenspiel mit dem Sonos Subwoofer mit gutem Klang und gelungener räumlicher Darstellung. Die Playbar alleine kann eine vollwertige 5.1-Anlage samt AV-Receiver zwar nicht ersetzen, dafür stehen im Wohnzimmer aber auch nur die schlichte Soundbar und der ebenso schicke Subwoofer. Diese Kombination bringt beim Film- und Musikgenuss schnell die Wände zum Wackeln. Und wer will, kann mit weiteren Sonos Lautsprechern doch ein 5.1-System erzeugen. Allerdings kostet schon das Paket Playbar plus Subwoofer rund 1400 Euro – und das ist für die gebotene Technik zu viel.

Ein HDMI-Eingang für moderne Tonformate fehlt ebenso, wie eine echte Einmessautomatik, die den Ton an die räumliche Umgebung anpasst und so optimiert. Hier hat vor allem Konkurrent Bose mit seinem Soundtouch Cinema System mehr zu bieten – das allerdings auch eine Ecke jünger ist als die Sonos Playbar. Vielleicht legt Sonos mit der Playbar 2 nach. (Weiterlesen: iPhone 6S gegen iPhone 6 im Testduell)


Sonos Playbar:

  • Maße: 85 x 900 x 140 mm
  • Gewicht: 5,4 Kilo
  • sechs Mitteltöner, drei Hochtöner

Sonos Sub:

  • Maße: 389 x 402 x 158 mm
  • Gewicht: 16 Kilo
  • zwei Tieftöner.

2 Kommentare