21.04.2017, 17:43 Uhr

Interview vor in Bremen Tim Bendzko: „Als ich klein war, war ich Bremen-Fan“

Tim Bendzko tritt am 2. Mai in der Bremer Stadthalle auf. Foto: Christoph KöstlinTim Bendzko tritt am 2. Mai in der Bremer Stadthalle auf. Foto: Christoph Köstlin

Bremen. Mensch sein – das ist sein Thema. Sein aktuelles Album heißt „Immer noch Mensch“. Jetzt ist Tim Bendzko, 1985 in Berlin geboren, damit auf Tour. Sie führt den Künstler, der mit dem Lied „Nur noch kurz die Welt retten“ bekannt wurde, auch nach Bremen. Am Dienstag, 2. Mai, tritt er um 19.30 Uhr in der Stadthalle (ÖVB-Arena) auf. Für unsere Redaktion hat Bendzko vor seinem Bremer Auftritt ein paar Fragen beantwortet.

Lieber Tim Bendzko, wo Sie gerade Ihre Mails checken – was verbinden Sie am ehesten mit Bremen? Stadtmusikanten, Werder, eine bestimmte Biermarke? Oder etwas ganz anderes?

Tim Bendzko: Meine erste Verbindung mit einer Stadt ist immer Fußball! Als ich noch klein war, war ich sogar mal kurz Bremen-Fan.

Und warum?

Bendzko: Ich habe eigentlich meine ganze Jugend mit Fußballspielen verbracht.

Was ist beim Konzert am 2. Mai zu erwarten – ein Querschnitt durchs Repertoire oder ein deutlicher Schwerpunkt auf dem aktuellen Album?

Bendzko: Irgendwie beides. Wir werden alle Songs vom neuen Album spielen, aber mindestens genauso viele Songs der ersten beiden Alben.

Vielleicht mal eine überraschende Cover-Version, ein unerwartetes Arrangement? Oder spielen Sie Ihre Songs lieber so, wie das Publikum sie auch kennt?

Bendzko: Ich bin großer Fan davon, Versionen von den Songs zu spielen, die die Fans nicht erwarten. Am Ende ist es aber immer eine Frage der Mischung. Wir wollen ja jetzt nicht plötzlich Jazz machen.

Immer noch Mensch zu sein – muss man das heute mehr betonen als früher? Als, sagen wir mal, vor zehn oder 15 Jahren?

Bendzko: Ich glaube schon. Ich habe mehr und mehr das Gefühl, dass wir nur noch auf uns selbst gucken und zunehmend Angst haben, dass jemand mehr haben könnte, besser sein oder es jemanden besser gehen könnte als uns selbst. Das finde ich sehr bedenklich. Das miteinander und füreinander Sein rückt mehr und mehr in den Hintergrund.

Machen soziale Medien den Kontakt zu Fans enger – oder ist das eher eine rein virtuelle Nähe?

Bendzko: Ich glaube eher, dass sie mehr Distanz schaffen, weil sie eine Nähe suggerieren, die de facto nicht da ist.

Die Welt verändert sich an vielen Stellen nicht gerade zum Positiven. Sehen Sie das als Anlass für Musiker, politischer zu werden, sich deutlich zu positionieren? Oder droht da eher die Bono-Falle der moralischen Nervensäge, die sich zu allem zu äußern scheint?

Bendzko: Eher Letzteres. Ich glaube nicht, dass man, wenn man etwas lauter sagt, zwangsläufig mehr damit erreicht. Wenn man etwas verändern will, geht das nur durch Vorleben, nicht durch Zeigefinger heben. Unabhängig davon bezweifle ich stark, dass jemand, nur weil er in der Öffentlichkeit steht, mehr vom Leben versteht, als jemand, der es nicht tut.

Was haben Sie nach der Tour geplant? Nächstes Album oder erstmal Pause?

Bendzko: Nach der Tour ist vor der Tour. Ich habe erstmal Lust, sehr viel live zu spielen. Das nächste Album wird noch sehr lange auf sich warten lassen.

Wie und wo schreiben Sie Ihre Songs eigentlich am liebsten? Gibt es einen Ort, an dem die Ideen besonders gut fließen?

Bendzko: Eigentlich brauche ich nur einen Ort, an dem ich niemanden störe und an dem mich niemand stört. Das muss nicht immer derselbe sein.

Jetzt dürfen Sie einen Wunsch äußern – für den 2. Mai in Bremen.

Bendzko: Ich wünsche mir, dass die Zuschauer genauso viel Spaß haben werden wie wir.


0 Kommentare