19.04.2017, 18:20 Uhr

Airport kritisiert Aktion Warnstreik am Bremer Flughafen

Etwa 50 Beschäftigte der Bremen Airport Handling GmbH (kurz: BAH) haben am Mittwoch die Arbeit niedergelegt. Symbolfoto: Georg Wendt/dpaEtwa 50 Beschäftigte der Bremen Airport Handling GmbH (kurz: BAH) haben am Mittwoch die Arbeit niedergelegt. Symbolfoto: Georg Wendt/dpa

Bremen. Warnstreik bei einer Tochterfirma des Flughafens – etwa 50 Beschäftigte der Bremen Airport Handling GmbH (kurz: BAH) haben am Mittwoch die Arbeit niedergelegt. Mit der Aktion wolle man den Druck erhöhen, um eine Tarifbindung für die neu gegründete Tochtergesellschaft auf der Basis des Tarifvertrages des öffentlichen Dienstes zu erreichen, sagte Vera Visser, die Verhandlungsführerin der Dienstleistungsgewerkshaft Verdi. Am Flughafen kam es zu leichten Verspätungen.

Zum 1. Januar waren Beschäftigte unter anderem aus den Bereichen Fracht, Abfertigung und Bodenverkehrsdienst in die Airport-Tochtergesellschaft BAH ausgegliedert worden. Betroffen davon sind insgesamt etwa 100 Beschäftigte. Die Gewerkschafter befürchten eine Tarifflucht mit dem Ziel, zu „erheblichen Einsparungen“ im Personalbereich zu kommen.

„Ein böses Spiel“

Am Flughafen sieht man das anders – und sagt das auch direkt. BAH-Geschäftsführer Dettmar Dencker warf Verdi „Tarifdilettantismus“ vor. Die Kollegen würden nur unzureichend und seiner Meinung nach auch falsch über den Stand der Tarifverhandlungen informiert. „In unseren Augen spielt Verdi ein böses Spiel mit unseren Mitarbeitern aus der neuen Bremen Airport Handling.“

Flughafen-GmbH kritisiert Verdi

Petra Höfers, Leiterin für Personal-, Sozial- und Tarifwesen bei der Flughafen-GmbH, kritisierte, Verdi habe sich monatelang Verhandlungen über die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten verweigert und stattdessen fast ausschließlich über die Bedingungen der Betriebsräte verhandelt. Und: „Die Mitarbeiter, die aus dem Bodenverkehrsdienst der FBG in die BAH übergegangen sind, haben Bestandsschutz und für sie hat sich nichts geändert – nur der Name der Firma. Das letzte Tarifgespräch am 4. April wurde ohne einen neuen Termin beendet und von 17 Stunden Tarifverhandlungen verwendete Verdi nur rund drei Stunden, um über einen Tarifvertrag der Beschäftigten zu verhandeln.“ Die Tarifverhandlungen am Bremer Flughafen seien Teil der bundesweiten Verdi-Initiative „Damit fliegen sicher bleibt“ für „existenzsichernde, die Gesundheit und die Flugsicherheit erhaltende Arbeitsbedingungen im Bodenverkehrsdienst“, hieß es bei der Gewerkschaft.


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