03.02.2017, 18:32 Uhr

„Eine Gefahr für die Zukunft“ Anwohner wollen Bordell in Bremer „Olkers-Villa“ verhindern

Die „Oelkers-Villa“ an der Duckwitzstraße soll in ein „Eros-Center“ umgewandelt werden. Beirat und Anwohner lehnen das ab. Sie wollen das Bordell verhindern. Foto: Martin KowalewskiDie „Oelkers-Villa“ an der Duckwitzstraße soll in ein „Eros-Center“ umgewandelt werden. Beirat und Anwohner lehnen das ab. Sie wollen das Bordell verhindern. Foto: Martin Kowalewski

Bremen. An der Adresse Duckwitzstraße 69 steht ein großes Gebäude, die „Oelkers-Villa“. Zukünftig soll hier ein Bordell entstehen. Ein „Eros-Center“. Der Name des zukünftigen Betreibers, der auch Umbauten vornehmen will, ist nicht öffentlich bekannt. Die Bremer Baubehörde wird dem Nutzungsvertrag für das Gebäude in einem Gewerbegebiet höchstwahrscheinlich noch in diesem Monat zustimmen.

Der Beirat Neustadt und einige Anwohner wollen das Bordell verhindern, weil es angesiedeltes Gewerbe, Anwohner und Bildungseinrichtungen beeinträchtigen könnte. Doch die Chancen dürften begrenzt sein. Ingo Mose, für die Grünen im Beirat Neustadt, sieht in dem Gebäude eine Gefahr für die Zukunft des Gewerbegebiets. „Es gab da Absprachen mit dem Bauressort, die eine gewisse Entwicklung für das Gewerbegebiet vorsahen. Ein Bordell würde da eher nicht reinpassen“, so Mose. Große Geschäfte hätten sich angesiedelt, etwa ein großes Baumarkt. „Passen würde da ein Restaurant“, so Mose. „Es wäre auch ein schöner Standort für ein Begegnungszentrum. In nur 100 Metern Entfernung auf Sicht sind Wohnungen.“ Problematisch sei auch die Nähe einer Grundschule. Ein Schlichtungsverfahren ist gescheitert. Er kann sich vorstellen, dass auch Widerstand vor Ort den Investor zu einer Neuorientierung bewegen könnte oder das Firmen und Anlieger klagen.

Thea Kleinert, für die Linken im Beirat, lehnt Prostitution generell ab und fürchtet im konkreten Fall, dass mit der Prostitution auch Gewalt und Kriminalität in das Gebiet kommen. Sie wünscht sich stattdessen eine Nutzung mit sozialem Wohnungsbau.

Klaus Waehnert ist Mitglied in der Bremer SPD und kennt sich in der Thematik aus, denn er vermietet selbst Zimmer an Prostituierte in Bremen und Delmenhorst. Für ihn ist klar, der Standort ist geeignet, sowohl aus Sicht der Prostituierten als auch ihrer Kunden. Auch die Nachbarn würden nichts mitkriegen, da die Ochtum sowie die B75 und A 281 das Gebiet abgrenzten.

Er geht davon aus, dass die Prostituierten in einem solchen Haus gut geschützt werden. Dafür sei es auch von Vorteil, dass die Umgebung belebt ist. Problematisch wäre lediglich die Entstehung eines Laufhauses. „Normal wird der Eintritt gezahlt und dann darf man eintreten. Bei einem Laufhaus ist das anders. Da könnten dann auch irgendwelche Minderjährige durchgehen.“ Man könne zudem einen diskreten, sichtgeschützten Parkplatz einrichten. Kurzum, ein guter Ort um Prostitution nicht in unkontrollierte Randbezirke abwandern zu lassen.

Unabhängig von diesen Meinungen wird das Bordell ziemlich sicher genehmigt werden. Die Baubehörde habe keine andere Möglichkeit, sagt Jens Tittmann, Sprecher des Bausenators. „Ein Bordell in einem Gewerbegebiet können wir nicht ablehnen. Wir können den Bebauungsplan nicht ändern. Der Nutzungsantrag ist zuerst eingegangen und hat Bestandsschutz. Wir sind an das Baugesetz gebunden.“ Zurzeit überprüfe allerdings noch ein Ingenieursbüro Umbauten an den Fluchtwegen.

Der Beirat hätte vorher aktiv werden müssen, um im Bebauungsplan eine solche Nutzung auszuschließen, so Tittmann. Zwei Bauordner hätten den Fall begutachtet und seien zu dem gleichen Ergebnis gekommen. „Würde man eine Rotlicht-Nutzung zukünftig ausschließen, könnte man dem Bordell lediglich verbieten, sich zukünftig zu vergrößern“, so Tittmann weiter.


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