Noz
noz.de als Startseite

·

Kontakt

·

Digitalabo

·

Shop

·

Tippspiel

Startseite

|

Deutschland & Welt

|

Wirtschaft

|

IG BAU und Osnabrücker Unternehmen Piepenbrock im Kleinkrieg
Wirtschaft

Schrift
 Drucken  Versenden Empfehlen auf:      

1835
Autor: Michael Clasen 21. Juni 2012 19:46 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Zuletzt hat kommentiert:
Dummy_m_small
Günter K. Sonntag, 18. November 2012 21:12 Uhr

„Jeden Respekt verwehrt“

IG BAU und Osnabrücker Unternehmen Piepenbrock im Kleinkrieg

Osnabrück. Schwere Vorwürfe hat die Gewerkschaft IG BAU gegen die Piepenbrock Instandhaltung GmbH erhoben. Angeblich soll Geschäftsführer Olaf Piepenbrock den Betriebsrat des Standorts Eisenhüttenstadt in der Osnabrücker Zentrale beschimpft haben.

 
Bildergalerien aus dieser Rubrik

– Anzeige – Ihre Anzeige hier



Zuletzt kommentiert








Ein Sprecher der Unternehmensgruppe sprach gestern von „polemischen und unwahren Äußerungen der IG BAU“. Zum laufenden Arbeitskampf wollte er keine Stellung beziehen. Die Piepenbrock Gruppe gilt als Marktführer im Bereich der Gebäudereinigung in Deutschland und beschäftigt fast 27000 Menschen an 800 Standorten. Auf ihrer Homepage wirbt die Firma mit der sozialen Leitlinie: „Unsere wirtschaftlichen Ziele basieren auf der Verantwortung für die Arbeitsplätze unserer Mitarbeiter. Sie sind unser wichtigstes Kapital.“ Der IG-BAU-Branchensekretär und Streikleiter der Beschäftigten der Piepenbrock Instandhaltung in Eisenhüttenstadt, Mathias Kalusniak, sieht das anders: „Die Haltung, mit der Piepenbrock Menschen, die mit vollem Einsatz für ihn arbeiten, gegenübertritt ist, ist erschütternd. Das ist nicht nur schlecht erzogen, sondern wirkt regelrecht verachtend.“ Mit diesen scharfen Worten reagierte Kalusniak auf einen Eklat, zu dem es am vergangenen Montag in der Zentrale in Osnabrück gekommen sein soll. Der Betriebsratsvorsitzende Olaf Berger und vier weitere Kollegen aus Eisenhüttenstadt waren zu 14 Uhr zu einem Treffen mit Piepenbrock geladen. Hintergrund des Treffens: der seit Mai laufende Arbeitskampf der rund 60 Mitarbeiter, die in einem Stahlwerk Kräne und Fahrstühle warten und instand setzen. Die IG BAU fordert einen Euro mehr Stundenlohn. Piepenbrock Instandhaltung bietet laut Gewerkschaft ein Plus von 20 Cent. Eine Einigung ist im Streit um einen neuen Entgelttarifvertrag nicht in Sicht. Deshalb wird in Eisenhüttenstadt seit Wochen gestreikt.

„Wir hatten bei dem Treffen in Osnabrück ein neues Angebot von Piepenbrock erwartet“, sagte gestern Berger. „Doch wir wurden sofort beschimpft, beleidigt, und es wurde damit gedroht, dass der Standort Eisenhüttenstadt dichtgemacht wird.“ Nach Angaben der IG BAU soll bei dem Treffen die Belegschaft als „faul und krank“ und Mitarbeiter als „nicht ganz dicht“ sowie Gewerkschafter als „Idioten“ bezeichnet worden sein. Nach weniger als 45 Minuten sollen die Betriebsratsmitglieder von sich aus das Gespräch abgebrochen haben, da ein sachlicher Dialog nicht möglich gewesen sei.

„Der Firmenchef hat seinen Leuten jeden Respekt verwehrt – in der Bezahlung ebenso wie im persönlichen Umgang“, erklärte Kalusniak. „Olaf Piepenbrock verhöhnt seine Belegschaft.“

Gestern erhielten die rund 60 Piepenbrock-Mitarbeiter in Eisenhüttenstadt einen von Olaf Piepenbrock gezeichneten Brief aus der Osnabrücker Zentrale, der unserer Zeitung vorliegt. Darin heißt es: „Sollte es für Sie noch nicht eindeutig sein, so bekommen Sie es von mir hiermit ausdrücklich bestätigt, dass die Gesellschaft Piepenbrock Instandhaltung in Eisenhüttenstadt seit Jahren Verluste schreibt.“ Damit subventioniere er „in Ihrer Heimatregion schon seit Jahren Ihren Arbeitsplatz“. Der Geschäftsführende Gesellschafter weiter: „Wenn Sie der Meinung sind, dass Ihre persönlichen Arbeitsbedingungen nicht adäquat sind, steht es Ihnen frei, sich am Arbeitsmarkt anders zu orientieren.“ Piepenbrock warnt vor „griechischen Zuständen“. Man müsse das Geld verdienen, bevor man es verteilen könne.

Das Schreiben gipfelt in einem Vorwurf an die Mitarbeiter, die dabei seien, „den Ast abzusägen, auf dem Sie sitzen“. Piepenbrock spricht von „krimineller Energie, Unterlassung, Sabotage und Zerstörung“, zählt als „Delikte“ unter anderem Zerstörungen einer Halle, Durchtrennen von Kabeln und Entfernen von Steuerungen auf. Die Gewerkschaft will weiter für eine Lohnerhöhung von bis zu zehn Prozent in zwei Jahren kämpfen. „Das Tischtuch ist zerrissen. Wir streiken natürlich weiter“, so Kalusniak. (Michael Clasen)


Mehr zum Thema


Lesen Sie auch ...

Landesturnfest: Osnabrück putzt sich heraus

Osnabrück. Das 15. Niedersächsische Landesturnfest rückt näher – und Osnabrück rüstet sich für die Besucherströme. „Wir... mehr


 Mehr Wirtschaft

 
  Leserkommentare

 
Günter K., Sonntag, November 18 um 21:12 Uhr eigene Gesetzesauslegung bei Piepenbrock Ich kann nur bestätigen, dass bei dieser Firmengruppe die Gesetze sehr eigenwillig ausgelegt werden. War selbst bei der Firmengruppe angestellt und kann das bestätigen. Der Mitarbeiter ist nur ne Nummer , man könnte auch sagen ein lebendes Arbeitsgerät. Wenn man auf Einhaltung der Gesetze besteht, dann muß man das schon einklagen.Man kann natürlich auf friedliche Weise anfragen, aber da kann ich jedem sagen, erwartet bloß keine Antwort (es gibt ja schließlich Standartschreiben). Habe mich von der Firma vor ein paar Jahren getrennt, ich hatte es leid immer und immer wieder fehlendem Lohn hinterherzurennen. Schon krass wie es in manchen Firmen zugeht und da schaut der Staat bzw die Behörden natürlich großzügig weg.

 
Günter K., Sonntag, November 18 um 21:11 Uhr eigene Gesetzesauslegung bei Piepenbrock Ich kann nur bestätigen, dass bei dieser Firmengruppe die Gesetze sehr eigenwillig ausgelegt werden. War selbst bei der Firmengruppe angestellt und kann das bestätigen. Der Mitarbeiter ist nur ne Nummer , man könnte auch sagen ein lebendes Arbeitsgerät. Wenn man auf Einhaltung der Gesetze besteht, dann muß man das schon einklagen.Man kann natürlich auf friedliche Weise anfragen, aber da kann ich jedem sagen, erwartet bloß keine Antwort (es gibt ja schließlich Standartschreiben). Habe mich von der Firma vor ein paar Jahren getrennt, ich hatte es leid immer und immer wieder fehlendem Lohn hinterherzurennen. Schon krass wie es in manchen Firmen zugeht und da schaut der Staat bzw die Behörden natürlich großzügig weg.

 
Tarik T., Montag, Juni 25, 2012 um 12:16 Uhr Hallo Herr Hackenbusch sind Sie vielelicht auch von der Sorte wie der Herr Piepenbrock? Wer 25000 Menschen beschäftigt kann bei Leibe kein böser Mensch Mensch sei???? .Das ist nur Ihre Meinung Das ist eher umgekehrt. Wer soviel Menschen beschäftig. In seinem Unternehmen keine Tarifverträge anwendet (nur was AVE erklärt ist) und keine sozialpartnerschaftliche Geflogenheit pflegen kann, muss meiner Meinung nach ein Mensch der schlechten Sorte sein. So geht mann mit Mitarbeitern nicht um. So Geldgeil darf auch ein Multimillioner nicht sein. Viel Spaß noch beim Füsseküssen von Herren Piepenbrock. Aber leider wird Ihnen das nicht nützen!!!!!!
 Mehr Kommentare ansehen (12)

Schreiben Sie einen Kommentar




Empfehlen auf:  Facebook  Twitter




 Zeitungstitel wählen  Schließen

Wählen Sie Ihren Zeitungstitel: