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IG BAU und Osnabrücker Unternehmen Piepenbrock im Kleinkrieg
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IG BAU und Osnabrücker Unternehmen Piepenbrock im Kleinkrieg
IG BAU und Osnabrücker Unternehmen Piepenbrock im Kleinkrieg
Osnabrück. Schwere Vorwürfe hat die Gewerkschaft IG BAU gegen die Piepenbrock Instandhaltung GmbH erhoben. Angeblich soll Geschäftsführer Olaf Piepenbrock den Betriebsrat des Standorts Eisenhüttenstadt in der Osnabrücker Zentrale beschimpft haben.
Ein Sprecher der Unternehmensgruppe sprach gestern von „polemischen und unwahren Äußerungen der IG BAU“. Zum laufenden Arbeitskampf wollte er keine Stellung beziehen. Die Piepenbrock Gruppe gilt als Marktführer im Bereich der Gebäudereinigung in Deutschland und beschäftigt fast 27000 Menschen an 800 Standorten. Auf ihrer Homepage wirbt die Firma mit der sozialen Leitlinie: „Unsere wirtschaftlichen Ziele basieren auf der Verantwortung für die Arbeitsplätze unserer Mitarbeiter. Sie sind unser wichtigstes Kapital.“ Der IG-BAU-Branchensekretär und Streikleiter der Beschäftigten der Piepenbrock Instandhaltung in Eisenhüttenstadt, Mathias Kalusniak, sieht das anders: „Die Haltung, mit der Piepenbrock Menschen, die mit vollem Einsatz für ihn arbeiten, gegenübertritt ist, ist erschütternd. Das ist nicht nur schlecht erzogen, sondern wirkt regelrecht verachtend.“ Mit diesen scharfen Worten reagierte Kalusniak auf einen Eklat, zu dem es am vergangenen Montag in der Zentrale in Osnabrück gekommen sein soll. Der Betriebsratsvorsitzende Olaf Berger und vier weitere Kollegen aus Eisenhüttenstadt waren zu 14 Uhr zu einem Treffen mit Piepenbrock geladen. Hintergrund des Treffens: der seit Mai laufende Arbeitskampf der rund 60 Mitarbeiter, die in einem Stahlwerk Kräne und Fahrstühle warten und instand setzen. Die IG BAU fordert einen Euro mehr Stundenlohn. Piepenbrock Instandhaltung bietet laut Gewerkschaft ein Plus von 20 Cent. Eine Einigung ist im Streit um einen neuen Entgelttarifvertrag nicht in Sicht. Deshalb wird in Eisenhüttenstadt seit Wochen gestreikt.
„Wir hatten bei dem Treffen in Osnabrück ein neues Angebot von Piepenbrock erwartet“, sagte gestern Berger. „Doch wir wurden sofort beschimpft, beleidigt, und es wurde damit gedroht, dass der Standort Eisenhüttenstadt dichtgemacht wird.“ Nach Angaben der IG BAU soll bei dem Treffen die Belegschaft als „faul und krank“ und Mitarbeiter als „nicht ganz dicht“ sowie Gewerkschafter als „Idioten“ bezeichnet worden sein. Nach weniger als 45 Minuten sollen die Betriebsratsmitglieder von sich aus das Gespräch abgebrochen haben, da ein sachlicher Dialog nicht möglich gewesen sei.
„Der Firmenchef hat seinen Leuten jeden Respekt verwehrt – in der Bezahlung ebenso wie im persönlichen Umgang“, erklärte Kalusniak. „Olaf Piepenbrock verhöhnt seine Belegschaft.“
Gestern erhielten die rund 60 Piepenbrock-Mitarbeiter in Eisenhüttenstadt einen von Olaf Piepenbrock gezeichneten Brief aus der Osnabrücker Zentrale, der unserer Zeitung vorliegt. Darin heißt es: „Sollte es für Sie noch nicht eindeutig sein, so bekommen Sie es von mir hiermit ausdrücklich bestätigt, dass die Gesellschaft Piepenbrock Instandhaltung in Eisenhüttenstadt seit Jahren Verluste schreibt.“ Damit subventioniere er „in Ihrer Heimatregion schon seit Jahren Ihren Arbeitsplatz“. Der Geschäftsführende Gesellschafter weiter: „Wenn Sie der Meinung sind, dass Ihre persönlichen Arbeitsbedingungen nicht adäquat sind, steht es Ihnen frei, sich am Arbeitsmarkt anders zu orientieren.“ Piepenbrock warnt vor „griechischen Zuständen“. Man müsse das Geld verdienen, bevor man es verteilen könne.
Das Schreiben gipfelt in einem Vorwurf an die Mitarbeiter, die dabei seien, „den Ast abzusägen, auf dem Sie sitzen“. Piepenbrock spricht von „krimineller Energie, Unterlassung, Sabotage und Zerstörung“, zählt als „Delikte“ unter anderem Zerstörungen einer Halle, Durchtrennen von Kabeln und Entfernen von Steuerungen auf. Die Gewerkschaft will weiter für eine Lohnerhöhung von bis zu zehn Prozent in zwei Jahren kämpfen. „Das Tischtuch ist zerrissen. Wir streiken natürlich weiter“, so Kalusniak. (Michael Clasen)
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