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Forschungsprojekt der Hochschule Osnabrück: Mast männlicher Legehennenküken ist möglich – Aber das kostet
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Forschungsprojekt der Hochschule Osnabrück: Mast männlicher Legehennenküken ist möglich – Aber das kostet
Forschungsprojekt der Hochschule Osnabrück: Mast männlicher Legehennenküken ist möglich – Aber das kostet
Osnabrück. Die Vorfreude auf eine Delikatesse lässt manchem Gourmetkoch schon jetzt das Wasser im Mund zusammenlaufen. Und sollte sich eines Tages bundesweit durchsetzen, was die Hochschule Osnabrück in einem fast einjährigen Versuch getestet hat, dürften Tierschützer aufatmen. Denn dann bliebe laut Experten bis zu zehn Prozent der jährlich in Deutschland geschlüpften rund 45 Millionen männlichen Legehennenküken ein grausames Schicksal erspart. Bislang leben die meisten dieser Tiere höchstens einige Stunden.
Denn Hähne legen naturgemäß keine Eier, setzen allerdings auch kaum Fleisch an und sind für eine Vermarktung kaum zu gebrauchen. Nur wenige werden zu sogenannten Stubenküken aufgepäppelt, bevor sie auf dem Teller landen. Die EU hat selbstredend für solche Exemplare ein Maximal-Schlachtgewicht festgelegt: nicht mehr als 650 Gramm.
Der große Rest der sogenannten männlichen Legehybriden – also der Zuchtlinie, die Eier legende Tiere hervorbringt – wird jedoch, den brutalen Marktgesetzen folgend, zügig entsorgt, um schließlich im Hunde- und Katzenfutter zu landen oder aber als Leckerli für Reptilien, Schlangen und in Falknereien. „Die männlichen Legehybriden werden geschreddert, fallen also in schnell laufende Messer, oder werden mit Kohlendioxid getötet“, erläutert Robby Andersson, Professor an der Hochschule Osnabrück. Der Agrarwissenschaftler leitete den Versuch, der nicht nur zu einem ethischen Umgang mit männlichen Legehennenküken führen könnte, sondern auch zu einer schmackhaften Spezialität der gehobenen Küche.
In einem mobilen Stall mit Wintergarten tummelten sich etwa 500 männliche Legehybriden, berichtet Andersson. Rund acht Tiere teilten sich einen Quadratmeter; im Öko-Landbau sind es zehn, im konventionellen Betrieb 18 bis 20 Tiere. Jeder Woche sei dieses Hühnermobil versetzt worden, sodass das Federvieh Grünauslauf hatte. „Unsere Jungs hatten nach 70 Tagen Mast dunkles, festes Fleisch“, lacht Andersson. Die üblichen auch Broiler genannten Masthähnchen, die lediglich 32 bis 35 Tage gemästet werden, hätten dagegen kaum Bissfestigkeit und helles Fleisch. „Die Chance auf eine bundesweite Beachtung unserer Forschung ist sehr groß“, schätzt der Agrarwissenschaftler.
Eines räumt er aber ein: „In der Masse lässt sich so etwas nicht produzieren.“ Das zeigt schon allein ein Vergleich des Schlachtgewichts. Während ein Broiler bereits nach 32 Tagen Mast bis zu 1600 Gramm Schlachtgewicht auf die Waage bringt, reicht es beim männlichen Legehybriden gerade einmal zu rund 800 Gramm – und das erst nach 70 Tagen. Der Wunsch nach tiergerechter Haltung sei zwar weit verbreitet, sagt Andersson. Viel Platz im Stall, Grünauslauf und Öko-Futter finden die meisten Verbraucher schließlich gut.
Aber so etwas hat seinen Preis, den viele Kunden gar nicht bezahlen können oder wollen. Die Osnabrücker Forscher haben zum Beispiel festgestellt, dass bei männlichen Legehybriden die Investition pro Mastplatz bis zu zehnmal höher sein kann als bei einem Standard-Broiler. Ähnliches gilt für Futterkosten, die für männliche Legehennenküken mehr als doppelt so hoch sind, vor allem, wenn wie beim Osnabrücker Feldversuch als Öko-Komponenten Weizen, Ackerbohnen, Lupinen und Sojabohnen eingesetzt werden. Andersson: „Pro Kilogramm Schlachtkörper zahlt man für einen männlichen Legehybriden zwischen 12 und 14 Euro.“ Ein Öko-Broiler ginge für 8 bis 10 Euro über die Ladentheke. Wie krass die Kluft ist, zeigt dann der Blick auf den konventionellen Broiler: Der kostet pro Kilogramm Schlachtgewicht schlappe zwei Euro.
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