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Das voll klimatisierte Reisemobil
Düsseldorf. Volle Hallen auf der mit 580 Ausstellern weltweit größten Fachmesse für Reisemobile und Wohnwagen – vor allem die Fans der mobilen Freizeit ab 50 Jahren aufwärts strömen derzeit in die Düsseldorfer Messehallen zum Caravan Salon 2010, um sich nach den neuesten Modellen umzuschauen. Qualität für ein bequemes Reisen ist gefragt, das nötige Geld dafür scheint für viele Interessierte kein Problem zu sein. Darüber freuen sich auch die Aussteller aus unserer Region, die noch bis Sonntag ihre Neuheiten präsentieren.
„Zu unseren Kunden zählen viele Senior-Chefs, die einen gewissen Standard gewohnt sind und auch auf Reisen keine Abstriche machen wollen. Die erwarten ein top-klimatisiertes Reisemobil mit Fußbodenheizung. Die machen ja auch nicht drei Wochen Urlaub, sondern sind mehrere Monate unterwegs“, sagt Frank Mix, Geschäftsführer der Vario Mobil Fahrzeugbau GmbH aus Bohmte. Dort werden auf die Fahrzeuggestelle von MAN und Mercedes komplette Reisemobil-Aufbauten nach individuellem Wunsch gefertigt und zum Beispiel alle Möbel für die Inneneinrichtung selbst hergestellt. Kostenpunkt für die sieben bis zwölf Meter langen Reisemobile, von denen jährlich bis zu 20 Stück hergestellt werden, zwischen 180000 und 1,2 Millionen Euro. Bei diesen Kosten sind Fragen nach dem Benzinverbrauch eher selten.
Je nach Modell liegt er zwischen 12 und 25 Liter Diesel pro Kilometer – die Spritkosten für den Porsche in der Garage sind höher. „Seit Mai letzten Jahres laufen unsere Geschäfte kontinuierlich besser, und hier ist die Nachfrage sehr gut. Es wird aber wohl noch bis 2011 dauern, um wieder den Stand vor der Krise zu erreichen“, vermutet Mix, Chef von 54 Beschäftigten.
Vario Mobil hat mit der Ausstattung von fahrbaren Bankfilialen, die über die Dörfer fahren, noch ein zweites Standbein. Zuletzt lag der Umsatz bei 5,8 Millionen Euro, Tendenz steigend. Ebenfalls aus Bohmte stammt die SMV-Metall GmbH, die als Zulieferer für Reisemobilhersteller in erster Linie Kontakte zu den Mitausstellern knüpfen will. Zu den SMV-Produkten zählen zum Beispiel Anhänger, die an das Reisemobil angehängt werden und auf denen ein Motorrad transportiert wird, damit der Reisemobilist im Urlaub die Gegend auch auf zwei Rädern erkunden kann. „Dieses Jahr ist auf der Messe sehr viel mehr los als in den letzten Jahren. Das kommt uns zugute“, freut sich Eddy Wichert von der Betriebsleitung. Insgesamt 17 Mitarbeiter erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,3 Millionen Euro, für 2010 erwartet Wichert eine Steigerung auf 1,5 Millionen Euro.Gute Stimmung auch bei Thomas Wieg, einer von drei Festangestellten bei der Liberco Systems GmbH aus Bad Essen. Das Unternehmen stellt Trägersysteme und Anhänger für Reisemobile her, mit denen Roller, Motorräder oder Fahrräder hinter dem Fahrzeug befestigt werden können. „Ich bin mit dem Messeverlauf zufrieden, wir haben hier schon etliche Anhänger verkauft.“ Seit vier Jahren ist das Unternehmen auf dem Markt, seitdem steigen die Umsätze und erreichten im vergangenen Jahr knapp eine halbe Million Euro. „2010 werden es mehr“, ist Wieg überzeugt.Nach Mitteilung des Caravaning Industrie Verbandes hat die deutsche Branche bis zur Jahresmitte 2,42 Milliarden Euro umgesetzt, ein Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11,3 Prozent. In Europa ist Deutschland das Reisemobilland Nummer Eins: 12 433 Reisemobile wurden im ersten Halbjahr zugelassen, ein Plus von 4,3 Prozent. Der Durchschnittspreis eines Reisemobils lag im vergangenen Jahr bei 56 319 Euro, die eines Caravans bei 15 095 Euro. Insgesamt gibt es in Deutschland nach einer Studie des Deutschen Tourismusverbandes fast 3700 Campingplätze. Im deutschen Campingtourismus werden im Jahr 11,6 Milliarden Euro umgesetzt, 216 000 Menschen haben in dieser Branche eine Beschäftigung.
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07.04.2012
