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Tippspiel
Al Stewart wird 65
«Ich glaube nicht, dass ich jemals wusste, wie man sich als Frontmann einer Band verhält.» Das Urteil, das Al Stewart einmal über sich selbst gefällt hat, ist für einen Musiker nicht gerade das, was man als Ritterschlag bezeichnen würde.
Al Stewart, der am 5. September 1945 in Glasgow geboren wurde, ist nie mit dem Mainstream geschwommen. Eine Gitarre um den Hals, in Gedanken versunken, haucht er seine Lieder ins Mikro. Am Anfang, in den 60er Jahren, waren es Liebeslieder. «Das haben damals alle gemacht», sagt Stewart heute. Seine erste Single «The Elf» verkaufte sich gerade 500 Mal. Bald wurde er es leid und schrieb lieber Texte mit historischen Bezügen - sein eigentliches Interesse. «Beim Pop kommt es zu 90, 95 Prozent auf den Style an», sagt Stewart. «Beim Folk schreibt man einen Text über den Bau der russischen Stadt Magnitogorsk 1928, und das ist es dann, worum es geht», scherzte er in einem Interview.
1976 gelang ihm - auch dank der Zusammenarbeit mit Beatles-Tontechniker und Produzenten Al Parsons - mit «The Year of the Cat» ein Chart-Hit. «Es kam alles zusammen. Ich habe keine Ahnung, wie man so etwas wiederholen könnte», sagt Al Stewart heute. Der Durchbruch schien nahe. Mit «Time Passages» und «On The Border» brachte er Songs heraus, die sich in den Charts zumindest passabel schlugen. Große Tourneen mit eigener Band folgten.
Doch Stewart war nie der Typ, der mit seiner Bühnenshow die Massen begeisterte und die Stadien zu füllen vermochte. «Ich hatte oft das Gefühl, ich lungere hier nur herum und die anderen machen die Arbeit», sagte er einmal über die Arbeitsteilung auf der Bühne. Der Erfolgsfaden riss, und viele hatten ein bisschen das Gefühl, das sei ihm auch ganz recht so. Er machte sein Ding, heimste Preise als Wein- Kenner ein - und spielt und spielt und spielt. Mehr Musik
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