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„Wirbelsturm „Sandy“ unterschätzt“: Osnabrücker berichten aus den USA
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„Wirbelsturm „Sandy“ unterschätzt“: Osnabrücker berichten aus den USA
„Wirbelsturm „Sandy“ unterschätzt“: Osnabrücker berichten aus den USA
Osnabrück. Wirbelsturm „Sandy“: Wie es den Menschen vor Ort geht, haben wir von zwei Osnabrückern erfahren. Johannes Kossen berichtet aus Washington und Jens Loeffler aus Hoboken, New Jersey. Tim Gutendorf aus Georgsmarienhütte dagegen hat eine sehr holprige Anreise hinter sich.
Jens Loeffler lebt seit neun Jahren in Hoboken, New Jersey, und berichtet, dass am Montag die Erdgeschosse in der Stadt evakuiert wurden. Hoboken liegt im Hudson County am Hudson River, direkt gegenüber von Manhattan . Seit Montagmittag herrsche bis Dienstagabend 18 Uhr Ortszeit Ausgehverbot (auf Englisch „curfew“). Die aktuelle Situation beschreibt Jens Loeffler so: „50 Prozent der Stadt sind überflutet, der Bürgermeister hat die Nationalgarde angefragt. Zum Großteil gibt es keinen Strom .“
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Außerdem sagt er, viele hätten „Sandy“ unterschätzt, weil der Hurrikan „Irene“ im August 2011 schwächer als erwartet war. Die Zeit während des Sturms habe Loeffler hauptsächlich zu Hause verbracht. Ein einziger Deli (im Amerikanischen die Kurzform für Delikatessen, dort werden häufig fertig zubereitete Speisen wie Fingerfood, Snacks, Salate verkauft) habe geöffnet, dort gebe es keinen Strom, aber frischen Kaffee. „Unser Gebiet ist nicht überflutet, aber der Schaden scheint schwerer als bei „Irene“ zu sein“, berichtet Loeffler weiter. All diese Informationen erreichen die Online-Redaktion per Mail, allerdings sendet Jens Loeffler von der Straße aus, weil er kein Mobilsignal in der Wohnung mehr hat.
Johannes Kossen berichtet aus Washington D.C. Er ist Auszubildender im dritten Lehrjahr im Medienhaus Neue OZ und dort mit drei weiteren Schülern seiner Berufsschulklasse. „Der Sturm war bei uns nicht so schlimm. Unser Hotel liegt direkt am Washington Channel, aber hier gab es keine hohen Wellen oder Überflutungen, nur Regen und Sturm. Ich würde sagen, ähnlich wie bei Kyrill. Aber bei uns sind auch keine Bäume umgekippt oder so. Es war bis auf den Sturm eine ruhige Nacht. Am Sonntag gab es im Supermarkt kein Wasser mehr zu kaufen, aber am Montag war alles schon wieder vollkommen aufgefüllt.“
Das große Problem sei jetzt allerdings, dass sie nicht wissen, wie sie zurück nach Deutschland kommen. „Unser Flug geht am Mittwochabend von John F. Kennedy, und wir sitzen momentan in Washington fest. Hier fährt keine Metro, unser Bus, der uns von Washington nach New York bringen sollte, ist storniert worden. Wir hoffen, dass wir es schaffen, entweder heute Nachmittag oder spätestens morgen früh nach New York fahren zu können.“
Tim Gutendorf aus Georgsmarienhütte hatte dagegen eher das Problem, in die USA zu kommen. Er wird in den kommenden vier Wochen in Pulaski, New York, im Rahmen seiner Ausbildung arbeiten. Seine Anreise gestaltete sich allerdings schwierig, wie er uns schrieb.
Am Montag startete er von München aus in Richtung Toronto. Kurz vor der Landung sei es zu Turbulenzen gekommen. „Es wurde teilweise so extrem, dass mehrere im Flugzeug anfingen zu schreien und die Besatzung nochmals die Lage der Notausgänge durchsagte. Letztendlich landete der Pilot jedoch sicher im strömenden Regen von Toronto“, erklärt Gutendorf. Sein Anschlussflieger sei aber ausgefallen. Da die Flugsituation auch in den nächsten Tagen noch nicht klar ist, machte sich Felix anschließend mit dem Auto auf den Weg in die USA. Die Autofahrt sei von heftigen Winden und Regenmassen geprägt gewesen, schreibt er. Nach 23 Stunden sei er endlich angekommen. Das Wetter sei zunächst sogar ganz schön gewesen, doch dann habe der Wind wieder stark zugenommen. „So wirklich sicher ist sich hier keiner, ob wir hier einigermaßen verschont bleiben oder ob das Schlimmste noch kommt“, so Gutendorf.
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12.06.2013
