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Datenschützer kritisieren Musikdienst „Spotify“
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Neues Angebot im Internet

Datenschützer kritisieren Musikdienst „Spotify“

Osnabrück. In den deutschen Musikmarkt kommt Leben: Gestern startete der international beliebte Online-Dienst „Spotify“ auch hierzulande. Die Plattform bietet 16 Millionen Musiktitel kostenlos an und hat damit auf ihrem schwedischen Heimatmarkt längst den internationalen Marktführer „iTunes“ überholt. Während die Musikbranche das Angebot begrüßt, reagieren Datenschützer skeptisch.

 
Als „neue Art des Musikhörens“ bewirbt „Spotify“ sein Angebot. Foto: Screenshot  Vergrößern

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Der Bundesdaten-schutzbeauftragte Peter Schaar kritisiert im Gespräch mit unserer Zeitung, dass eine Anmeldung zu „Spotify“ derzeit nur mit einem Profil beim sozialen Netzwerk Facebook möglich ist. „Das Telemediengesetz verpflichtet die Internetdiensteanbieter, eine anonyme oder pseudonyme Nutzung des Dienstes anzubieten. Ein solches Recht wird aber nicht gewährt, wenn sich der User vorher bei Facebook registrieren lassen muss“, sagte Schaar. Schließlich fordere Facebook seine User auf, ihren vollständigen Namen anzugeben, und schließe eine pseudonyme Nutzung damit aus.

Alexander Dix, Berliner Beauftragter für den Datenschutz, warnte im Gespräch mit unserer Zeitung vor der Nutzung des Dienstes: „Da Facebook sich nicht an deutsches Datenschutzrecht hält, wie das Landgericht Berlin gerade bestätigt hat, kann man von der Nutzung des Dienstes Spotify nur abraten.“ Dix empfahl den Anbietern, ein Geschäftsmodell zu entwickeln, das mit dem deutschen Datenschutz kompatibel sei.

Den Vorbehalten zum Trotz begrüßt die Musikindustrie das neue Angebot. Grund ist das Bezahlmodell, mit dem „Spotify“ sogenannte Premiumdienste anbietet: Gegen eine monatliche Gebühr von 4,99 Euro entfallen sonst erscheinende Werbeunterbrechungen, für 9,99 Euro ist Spotify zudem auf Handys nutzbar. „Das Angebot schlägt so eine Brücke zurück zum legalen Musikkonsum“, sagt Florian Drücke, Geschäftsführer des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI). Ihm zufolge laden mehr als drei Millionen Menschen in Deutschland Musik illegal herunter. Drei Viertel davon würden gar kein Geld mehr für Musik ausgeben. Dieser Entwicklung könnten Dienste wie „Spotify“ oder der deutsche Anbieter „Simfy“ entgegenwirken. BVMI-Sprecher Andreas Leisdon, rechnet vor: „Die 39 Prozent der Bevölkerung, die Geld für Musik ausgeben, bezahlen dafür im Durchschnitt 56 Euro pro Jahr. Mit einer Abo-Gebühr von zehn Euro im Monat brächten sie der Industrie mehr als das Doppelte ein.“

Einen Teil der Einnahmen müssen die Dienste allerdings an die Musik-Verwertungsgesellschaft GEMA abtreten – bis zu einem Euro pro Nutzer und Monat, wie Mario Rehse, Urheberrechts-Experte beim Branchenverband Bitkom, unserer Zeitung sagte. Welche GEMA-Gebühren für „Spotify“ im Detail anfallen, ist aber noch strittig.

 

Lesen Sie morgen: Welche Dienste bieten was – ein Vergleich auf „Gut zu wissen“ in der Neuen Osnabrücker Zeitung


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