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Tippspiel
Daniels Klappe 1 - Die Anreise und eine Absage
dab Berlin. Auch wenn's zur Berlinale geht: Reisen tu ich gar nicht gern. Es kann zuviel schief gehen. Wenn man Glück hat, verpasst man nur den Flieger und muss für 1.000 Euro umbuchen. Im schlimmeren Fall verirrt man sich, wird verrückt und muss am Terminal hausen wie dieser Typ aus dem Tom-Hanks-Film.
Zur Berlinale reise ich nicht mit dem Flugzeug an, sondern mit der Bahn - und auch das fünf Tage im Voraus. Das hat aber nichts gebracht. Ich bin in einen E-Mail-Verteiler der Berlinale-Pressestelle geraten, der über die Flugdaten der Festival-Stars informiert. Alle Adrenalinschübe, die meine eigene Reiseplanung vermieden hat, erreichen mich jetzt über Umweg. "Jake Gyllenhaal Arrival BA 986 London HR 6.50 London Tegel". Kreisch! Was heißt das? Vor allem: Was heißt das für mich? Soll ich ihn abholen? Zwei Tage lang war meine Strategie: Ignorieren.
Dann erreicht mich diese Mail: "Anreise Shah Rukh Khans zur Berlinale fraglich". Um Gottes Willen! Werden in Tegel keine Stars mehr angenommen, weil ich die alten noch nicht eingesammelt habe? Ich weiß nicht, was man von mir erwartet, habe aber die dumpfe Ahnung, zu versagen. Die Berlinale-Kataloge und Festivaltaschen, die Berichterstatter am ersten Tag für lau kriegen, waren dann auch nicht da, als ich gleich nach Öffnung am Schalter stand. Angeblich war der Laster nicht durchgekommen. Bin ich daran auch Schuld? Oder will man mich nur bestrafen?
Elf Tage lang berichtet unser Redakteur Daniel Benedict aus dem Berlinale-Palast. In dieser Rubrik legt er all seine Ängste und Nöte offen. Alle Berichte rund um das Filmfest auf www.noz.de/berlinale.
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