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Jury-Präsident Leigh: «Alles ist schneebedeckt»
Berlin. Die zahlreichen weltweiten politischen Unruhen könnten die Sichtweise der diesjährigen Berlinale-Jury beeinflussen.
Auch für den algerischen Schriftsteller Boualem Sansal, Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels 2011, könnte die Juryteilnahme politische Relevanz haben: «Durch den Friedenspreis bin ich in meinem Land sichtbarer und daher sicherer», sagte der 62-Jährige, der wegen seiner Kritik an der Politik Algeriens seine Stellung im Staatsdienst verlor. Sein Sitz in der Berlinale-Jury könnte den Schutz verstärken, so Sansal. «Ich könnte sichtbarer sein, nicht nur in meinem Land, sondern weltweit.»
Zu der achtköpfigen Jury unter Vorsitz von Leigh gehören außerdem die Schauspieler Jake Gyllenhaal, Charlotte Gainsbourg und die Deutsche Barbara Sukowa. Auch die Filmemacher Francois Ozon, Anton Corbijn und der iranische Regisseur Asghar Farhadi sind mit dabei. Farhadi gewann im vergangenen Jahr den Goldenen Bären für sein Drama «Nader und Simin».
Die 62-Jährige Sukowa nimmt ihre Aufgabe dabei sehr ernst. «Das ist eine große Verantwortung», sagte die Schauspielerin aus Werken wie «Berlin Alexanderplatz» und «Lola». Präsident Leigh haben ihnen in einem ersten Gespräch gesagt, sie sollten möglichst offen sein. «Wir müssen also versuchen, unsere eigenen Vorurteile beiseite zu schieben.»
Ein bisschen Spaß wird es aber wohl auch geben. Leigh erzählte zum Beispiel, die Jury werde sich zu unzähligen Essen treffen und vielleicht auch etwas Berlin erkunden. Seine wenigen Deutschkenntnisse könnten ihm dabei vielleicht etwas helfen: «Alles ist schneebedeckt», sagte der Brite mit feinstem englischen Akzent.
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07.04.2012
