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Hardy Krüger: „Meine Energie überdauert den Tod“
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Schauspieler glaubt an Wiedergeburt

Hardy Krüger: „Meine Energie überdauert den Tod“

München. Mittagszeit im Hotel „Bayerischer Hof“ in München. Schauspieler, Schriftsteller und Weltenbummler Hardy Krüger lässt sich noch eine Portion Leberkäse mit einer Brezel schmecken, bevor er zum Interview mit unserer Zeitung bereit ist. 24 Jahre lang lehnte der Star jedes deutsche TV-Angebot ab. Für „Familiengeheimnisse – Liebe, Schuld und Tod“ stand er wieder vor der Kamera. Darüber und über Eckpfeiler seiner Karriere erzählt der 82-Jährige sehr offenherzig:

 
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Fast 70 Jahre liegen zwischen diesen Fotos: Hardy Krüger heute und als 15-Jähriger im NS-Film „Junge Adler“. Fotos: dpa Als aufrechter Oberleutnant Franz von Werra wird der deutsche Nachkriegsschauspieler Hardy Krüger 1956/1957 in dem britischen Kriegsfilm "Einer kam durch" international bekannt. Foto: dpa In dem Kriegsfilm "Die Brücke von Arnheim" verkörperte Hardy Krüger 1976 den deutschen General Ludwig. Foto: dpa Einen lustigen Cowboy mimte Hardy Krüger als "Potato Fritz" 1975. Der in Spanien gedrehte Western von Peter Schamoni gilt als einer seiner schwächsten Filme. Foto: dpa 15 Jahre alt war Hardy Krüger, als er 1943 im Nazi-Eliteinternat Sonthofen von Ufa-Regisseur Alfred Weidenmann für den NS-Propagandafilm "Junge Adler" entdeckt wurde. Foto: dpa An der Seite von John Wayne spielte Hardy Krüger (Mitte) 1961 einen Tierfänger in Tansania. Der Film "Hatari" gehört zu seinen bekanntesten und beliebtesten Werken weltweit. Foto: dpa Dem deutschen TV-Publikum ist Hardy Krüger vor allem auch durch seine beliebte "Weltenbummler"-Serie bekannt, die ihn von 1987 bis 1995 zu interessanten Freunden und magischen Orten auf der ganzen Welt (wie hier mit dem Hubschrauber in Kanada) führte. Foto: dpa Gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Mario Adorf spielte Hardy Krüger 1985 in Düsseldorf das Theaterstück "Wiedersehen im Herbst" mit großem Erfolg. Foto: dpa Auf einer Theaterbühne war Hardy Krüger zuletzt mit Kollegin Judy Winter 2005 im Hamburger Ernst-Deutsch-Theater im Stück "Zarte Blume Hoffnung - Liebesbriefe aus einer geteilten Stadt" zu sehen. Foto: Archiv Große Ehre für Hardy Krüger (Mitte): Sein Sohn Hardy Krüger Junior und seine Frau Anita Park freuen sich 2009 mit ihm im Roten Rathaus in Berlin über das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik, das der Schauspieler für sein Lebenswerk erhielt. Foto: dpa An der Seite von Gila von Weitershausen spielt Hardy Krüger nach 24-jähriger TV-Pause im ZDF-Drama "Familiengeheimnisse - Liebe, Schuld und Tod" einen Unternehmenspatriarchen, der plötzlich seine uneheliche Tochter in Afrika kennenlernt. Foto: dpa

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Herr Krüger, Sie sind für mich stets mit „Hatari“ verbunden, einem großartigen Film aus meiner Kindheit.

Es gibt Filme, die werden einfach nicht alt. „Hatari“ gehört dazu, ein zeitloser Klassiker.

Woran liegt das?

Das hat einerseits mit dem ungewöhnlichen Sujet zu tun: Es gab weder vorher noch danach etwas Ähnliches, nämlich einen Film über Tierfänger in Afrika. Wir haben zwischen 1961 und 1962 sechs Monate lang Tiere gefangen. Das war unglaublich und hat allen Beteiligten viel Spaß gemacht. Zweitens hat ein Film, der nicht alt wird, mit Qualität zu tun. Vom Drehbuch über Kamera, Schnitt und Musik bis zum Regisseur und den Schauspielern muss alles stimmen.

Wie sind Sie als Deutscher zu Ihrer Rolle neben Stars wie John Wayne und Elsa Martinelli gekommen?

Das ist eine längere Geschichte. Ich war von 1950 an unzufrieden mit den deutschen Filmen und habe gesehen, dass die Franzosen hervorragende Filme machen, aber auch die Engländer und Amerikaner. Da habe ich mir gesagt: Wenn du in solchen Filmen mitspielen willst, dann musst du dahingehen. Die kommen nicht zu dir, sehen dich auf der Bühne und geben dir die Hauptrolle. Zunächst habe ich mein Glück in Frankreich versucht. Doch da hat man mir gesagt: Blond und blaue Augen, diese Sorte haben wir in Uniform gerade jahrelang erlebt. Dann ging ich nach England – und nach einem halben Jahr hatte ich einen Film.

Gab es in England keine Ressentiments?

Doch, aber das haben sie mir nicht so brutal gesagt, sie haben es mich nur spüren lassen. Ich nutzte aber die Zeit in London, um zur Burlington School zu gehen und richtig Englisch zu lernen. Trotzdem: In den britischen Filmstudios gab es niemanden, der nicht einen Menschen im Krieg an der Front oder im Bombenkrieg verloren hatte. Doch plötzlich suchten die einen deutschen Schauspieler für die Rolle des deutschen Fliegeroffiziers Franz von Werra, der aus der britischen Gefangenschaft fliehen konnte. Der Film „Einer kam durch“ wurde ein Sensationserfolg des Regisseurs Roy Ward Baker.

Hatten Sie Gewissensbisse, einen Nazi zu spielen?

Von Werra war ein Messerschmitt-Pilot, der über England abgeschossen worden war. Er hatte nichts mit den Nazis zu tun. Das war ein Luftikus – und ein Sensationserfolg in England und später weltweit. Nein, ich hatte keine Probleme damit. Die Rolle habe ich wahnsinnig gern gespielt, und Baker war ein wunderbarer Regisseur. Nachdem ich in England einen Namen hatte, fragten auch die Franzosen nach mir. Meine Augen konnten plötzlich gar nicht blau genug sein. Und so ergab sich schließlich auch Hollywood.

Sie wurden später ein „Weltenbummler“, der das deutsche Publikum in der gleichnamigen TV-Reihe zu interessanten Freunden und Orten mitnahm...

Wir wollten eigentlich nur drei Filme drehen, und ich konnte dann nicht mehr loslassen. Es war faszinierend, sich auf der ganzen Welt mit Menschen anzufreunden, bevor wir anfingen, mit ihnen zu drehen. Menschen anderer Hautfarbe, anderen Glaubens, anderer historischer und politischer Hintergründe. Das war fantastisch. Auch für meine Frau. Erst haben wir zusammen ein halbes Jahr recherchiert – sie ist Fotografin – , und dann hatten wir beisammen, was wir brauchten, und haben das Filmteam kommen lassen. Ich konnte diese Art von Leben einfach nicht mehr aufgeben, obwohl ich wusste, dass ich meine Karriere aufs Spiel setze. Aber das war mir zu wichtig.

Wie meinen Sie das?

Wenn Sie zehn Jahre lang von Hollywood abwesend sind, werden Sie bestraft. Meine Karriere war abgebrochen. Während ich meine Theaterstücke geschrieben und mit Judy Winter gespielt habe, Bücher geschrieben und meine Tourneen gemacht habe, kamen immer mal wieder Angebote aus Deutschland. Kein Kino, aber Fernsehen – die Stoffe waren furchtbar. Ich habe doch nicht mein ganzes Leben im Ausland darauf geachtet, nur in den besten Filmen mitzuspielen, um dann hier irgendetwas Mittelmäßiges zu drehen.

Seit 24 Jahren haben Sie jede Rolle ausgeschlagen. Wie konnte Regisseur Carlo Rola Sie für „Familiengeheimnisse – Liebe, Schuld und Tod“ gewinnen?

Ich bin kein Fernsehzuschauer, aber man hatte mich irgendwann auf Carlo Rola aufmerksam gemacht. Ich habe von ihm eine „Rosa Roth“-Folge mit meinem Freund Mario Adorf, „Krupp – eine deutsche Familie“ und „Afrika, mon amour“ gesehen. Als Regisseur hat Rola mir sehr gut gefallen. Zu meiner Frau sagte ich noch: Wenn mal ein Produzent kommt, der eine gute Geschichte hat, aber keinen Regisseur, dann frage ich Carlo Rola. Das war ein halbes Jahr, bevor er mich anrief.

Also Zufall?

An Zufälle glaube ich nicht. Solche merkwürdigen Dinge passieren im Leben. Ich habe Carlo zu mir nach Hause in Palm Springs eingeladen. Er kam mit seiner entzückenden Frau Dennenesch Zoudé, die im Film meine uneheliche Tochter aus Afrika spielt. Wir vier haben uns auf Anhieb wunderbar verstanden.

Ist der Film eine Parabel – hier die egoistische Patriarchenfamilie in Deutschland, dort die integre emotionale Seele aus Afrika?

Der Film ist sehr vielschichtig. Ich spiele den Unternehmer Victor Frey, dessen große Liebe in der Vergangenheit eine Afrikanerin gewesen ist. Nach 32 Jahren erfährt er am Totenbett seiner einstigen Liebe in Nairobi, dass er dort eine uneheliche Tochter hat. Zu Hause hat er eine Familie mit großen Problemen. Ursprünglich war meine Rolle anders angelegt. Aber ich wollte diesen doppelten Boden. Die Änderung bestand darin, dass Frey sich unheimlich freut, eine solche Tochter zu haben, eine bildschöne aufrichtige Ärztin. Aus dieser Konstellation entwickelt sich eine Art griechische Tragödie über Liebe, Schuld und Sühne, aber auch über die Extreme Arm und Reich, Afrika und Europa.

Sie haben lange Zeit in Tansania gelebt. Wie haben Sie Afrika nun während der Dreharbeiten erlebt?

Es hat sich alles verändert. Die Menschen sind so arm, die Slums in Nairobi werden größer und größer. Das tut weh. Als ich damals in Tansania lebte, war der Kontinent nicht so ausgebeutet. Die Kolonialmächte hatten Afrika zwar unter sich aufgeteilt, als wäre es ein Kuchen. Aber es gab keine Slums, kein Aids, nicht diese Gewalt und Armut. Ausgebeutet wird die Bevölkerung jetzt von ihren eigenen schwarzen Herrschern. Das ist eine Katastrophe.

Sie haben mal gesagt, Sie hätten eine weiße Haut, aber ein schwarzes Herz.

Das stimmt. Ich erzähle Ihnen dazu eine Geschichte: Um auf meiner Farm Schweine und Hühner vor Leoparden und Löwen zu schützen, ließ ich eine sehr hohe Mauer bauen. In der Mittagspause kam Hopper, mein bester Maurer, zu mir und sagte, ich sei doch vom Stamm der Deutschen. Er habe im Transistorradio bei „Voice of Kenia“ gehört, dass vor fünf Jahren eine Mauer mitten durch Berlin gebaut wurde.

Wie haben Sie reagiert?

Ich wusste gar nicht, was ich ihm antworten sollte. Hopper und die anderen stellten sich vor, wie es sei, wenn eine Mauer durch unsere Provinzstadt gebaut würde und sie ihre Freunde und Verwandten auf der anderen Seite nicht mehr sehen könnten. Da habe ich gewusst, dass in Wahrheit ich aus einem Stamm komme, der nicht zivilisiert ist und für Verbrechen und Unrecht verantwortlich ist. Erst die Nazis, dann die Kommunisten – das haben wir alles geschluckt.

Sie besuchten als 15-Jähriger die Nazi-Eliteschule in Sonthofen, als Sie für den Propagandafilm „Junge Adler“ ausgesucht wurden. Während der Dreharbeiten soll Schauspieler Hans Söhnker Ihnen die Augen geöffnet haben über die Nazi-Gräuel. Warum haben Sie ihn nicht verpfiffen?

Söhnker war ein mutiger Mann, er hatte jüdische Mitbürger in seinem Landhaus außerhalb von Berlin versteckt. Er sagte zu mir: Dein Halbgott, dieser Hitler, ist ein Verbrecher. Das war ungeheuerlich. Er organisierte für mich Privatvorführungen bei der UFA in Babelsberg, zeigte mir Filme, die ich alle wunderbar fand. Und ich war entsetzt, dass sie alle verboten waren, weil sie von jüdischen Regisseuren gedreht oder von Juden produziert worden waren. In Sonthofen hatten sie uns eingetrichtert, Juden seien unser Unglück, das Schlimmste auf Erden. Nach dem 20. Film wusste ich, dass die Juden keine Verbrecher waren. Dann habe ich durch Hans und seine Leute, die er retten wollte, von Dachau und Bergen-Belsen erfahren.

Warum glaubten Sie ihm?

Weil ich durch die Gehirnwäsche noch nicht so verrottet war. Ich wusste, ich kann meinen eigenen Eltern nicht mehr vertrauen, die ich zwar sehr liebte, aber die von Hitler verblendet waren.

Sie haben Ihre Jugendliebe bei einem Bombenangriff verloren. Wie kann man diese Traumata verarbeiten?

Ich werde das nie los. Aber am Anfang war nur eines wichtig: zu überleben. Wir – also Söhnker, Albert Florath, ich und die anderen um uns herum – lebten in ständiger Angst. Nicht vor den Bomben allein, sondern vor den Nazi-Verbrechern. Mit 16 haben sie mich noch in die SS-Division Nibelungen eingezogen. Hitler hatte seinen Selbstmord bereits geplant und trotzdem noch eine ganze Division von 16-Jährigen, meistens Bayern und Franken, als Kanonenfutter aufstellen lassen. Ich kannte die Hintergründe und hatte mich entsprechend verhalten.

Was heißt das?

Ich hatte in Sonthofen gelernt, mit Schusswaffen umzugehen und raffiniert zu sein. Ich bin desertiert, die haben mich nie erwischt. Deshalb habe ich den Wahnsinn überlebt. Als der Krieg zu Ende war, kam ich aus den Tiroler Bergen herunter. Plötzlich stand ich in der Nähe eines Gefangenenlagers vor einem schwarzen US-Soldaten, beide richteten wir unsere Maschinenpistolen aufeinander. Eine Szene wie aus einem schlechten Film. Ich habe ihm dann meine gegeben. Diese Erlebnisse haben einen Lebenswillen in mir wachgerufen, der bis zum heutigen Tag anhält und ursächlich ist für meine politische Aufgeschlossenheit.

Sie meinen Ihr vehementes Eintreten gegen Neofaschismus?

Genau. Ich wurde mal gefragt, ob ich nicht in die Politik gehen will. Ich habe verneint mit der Begründung, ich sei als Deutscher nur aufgerufen aufzupassen. Daher bekämpfe ich diese NPD bis aufs Blut und werfe meinen deutschen Mitbürgern vor – und ich kann es einfach nicht verstehen –, dass diese Neonazis in die Landesparlamente gewählt worden sind.

Wenn man so ein interessantes Leben führt wie Sie, wird man dann gelassen und dankbar?

Ich empfinde es als Geschenk, dass ich Charakter bekommen habe. Und zwar genügend Charakter, um mit meinem Talent, ebenfalls ein Geschenk, sorgfältig umzugehen. Und auch um mit dem Leben sorgfältig umzugehen. Ich habe so oft beobachtet, dass Schauspieler, auch in Hollywood, unglaublich begabt sind, aber nicht den Charakter haben, Nein sagen zu können. Man muss Nein sagen, selbst wenn die Gagen so hoch sind wie für andere ein Lottogewinn. Denn sonst ist die Karriere nicht von langer Dauer. Ich habe verstanden: Du musst Karriere machen mit den Filmen, die du nicht machst, weil sie schlecht sind. Nur in den guten Filmen darf man mitspielen. Das ist mir gelungen.

Welcher Film ist Ihnen im Nachhinein peinlich?

Am Anfang gab es einige Filme, die ich gemacht habe, um überhaupt als Schauspieler arbeiten zu können. Das waren unsinnige Filme wie „Die Christel von der Post“ – darunter habe ich gelitten.Auf welchen Film sind Sie besonders stolz?Stolz ist das falsche Wort. Also ich bin froh, dass ich die Möglichkeit bekommen habe, zum Beispiel in „Der Flug des Phönix“ und in „Hatari“ mitzuspielen. Das hat mein Leben beeinflusst. Und eine ganze Reihe französischer Filme, die mit zu meinen besten Filmen gehören, in Deutschland nur leider nicht so große Erfolge waren. Aber in Frankreich bin ich ein großer Star geworden, dafür bin ich auch sehr dankbar.

Viele Weggefährten sind mittlerweile verstorben. Wie stark beschäftigt Sie die Endlichkeit des Lebens?

Mein Leben ist wesentlich von Afrika und Asien beeinflusst worden. Ich glaube nicht an Zufall, das habe ich in Asien gelernt. Ich habe gemerkt, dass andere Religionen, zum Beispiel die Hindu-Religion, mir enorm nahestehen. Mehr als die protestantische Religion, mit der ich getauft und aufgezogen worden bin. In Indien habe ich mal mit meiner Frau Anita den Karni-Mata-Tempel besucht, in dem rund 20000 Ratten leben. Im Glauben der Hindus leben die Seelen der großen Dichter in den Ratten weiter – in einer Warteposition. Eines Tages werden sie wiedergeboren und ihr Werk fortsetzen.

Sie glauben also an Reinkarnation?

Ja. Es kann doch nicht sein, dass, wenn mein Körper stirbt, die Energie einfach verschwindet, die in meinem Körper wohnte – eine Energie, die noch bedeutender ist als mein Körper, meine Arme, meine Beine, meine Augen. Diese Energie beeinflusst mein ganzes Leben, sagt meinem Körper, was er zu tun hat, und sorgt dafür, dass er gesund bleibt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass, wenn ich eines Tages die Augen zumache, das das Ende ist.

Verschwindet mit diesem Glauben die Angst vor dem Tod?

Ich bin mit dem Tod aufgewachsen durch diese Nazi-Bande, die die ganze Welt ins Unglück gestürzt hat. 60 bis 80 Millionen Tote sind durch diese Verbrecher ums Leben gekommen. Wie oft habe ich tote Menschen aus Trümmern herausgegraben, mal nur einen Arm oder ein Bein in der Hand gehabt. An der Front habe ich auch gesehen, wie hässlich der Tod ist. Mein übergroßer Lebenswille und meine Freude am Leben rühren daher mit dem Bewusstsein, dass es eines Tages zu Ende gehen kann.

Welche Wünsche und Ziele haben Sie für 2011? Wollen Sie nicht mit Ihrem Sohn Hardy einmal vor der Kamera stehen?

(lacht) Diese Überlegungen gibt es nun schon seit zehn Jahren, seitdem er Erfolg in Deutschland hat. Es kamen und kommen immer wieder Produzenten oder Regisseure, die uns fragen, ob wir nicht gemeinsam einen Film machen möchten. Wir sagen dann regelmäßig: Gern, aber welche Geschichte? Wir müssen noch eine finden, heißt es dann meist. Das reicht mir nicht. Finden Sie eine Geschichte, und dann reden Sie mit uns, lautet meine Antwort.

Vor welchen Menschen haben Sie Respekt, was imponiert Ihnen?

Menschen mit Charakter und Klugheit. Oder anders ausgedrückt: Solange es keine Lügner und Mörder sind, also Menschen mit allen negativen Eigenschaften. Ich mag Menschen, die aufrichtig sind und zunächst mal positiv auf andere Menschen zugehen und nicht absichtlich anderen Menschen Schaden zufügen.Sind Sie eher ein Draufgänger oder ein nachdenklicher Typ?Das würde man mich im Ausland nicht fragen. Dieses Bild haben sich die Deutschen von mir zurechtgebastelt. Ich bin ein sehr nachdenklicher, besonnener und vorsichtiger Mensch. (lächelt) Nicht immer, ich mache auch Fehler.


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