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Landtagskandidatin der Piraten in Niedersachsen twittert wochenlang als falsche Linke
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Landtagskandidatin der Piraten in Niedersachsen twittert wochenlang als falsche Linke
Landtagskandidatin der Piraten in Niedersachsen twittert wochenlang als falsche Linke
Osnabrück. Wahlkampfhilfe einmal anders: Eine Landtagskandidatin der Piraten hat wochenlang beim Kurznachrichtendienst Twitter einen Kanal für die Linkspartei betrieben. Die politische Konkurrenz wusste davon allerdings nichts und zeigte sich jetzt wenig dankbar für die Unterstützung.
„Die Piraten leiden wohl unter politischer Persönlichkeitsstörung“, mutmaßte Jörn Jan Leidecker gestern. Er managt den Landtagswahlkampf der Linken – und setzt dabei vor allem auf das soziale Netzwerk Facebook. Den kleineren Kurznachrichtendienst habe seine Partei ganz bewusst vernachlässigt, so Leidecker.
Alle anderen Parteien in Niedersachsen nutzen Twitter, was Piratin Christine Haasler zu einer „symbolischen Aktion“ veranlasste. Unserer Zeitung bestätigte sie gestern, Anfang Dezember den Kanal der Linken angelegt zu haben. „Erste Schritte bei Twitter. Ab jetzt reden wir hier mit“, lautete der erste Eintrag am 6. Dezember im Namen der Linkspartei.
Haasler habe versucht, den Kanal an die politische Konkurrenz zu übergeben, doch zunächst keine Rückmeldung erhalten. In der Folge habe sie dann Neuigkeiten aus den Reihen der Linkspartei über den täuschend echten Kanal verbreitet. Die Zahl der sogenannten Follower ist auf mittlerweile über 70 angestiegen.
Am 21. Dezember kam dann aber die Wahrheit ans Licht: Über den Kanal der niedersächsischen Piraten wurde eine Anfrage an die Bundestagsfraktion der Linken gerichtet. Als Geschenk zur anstehenden Landtagswahl wolle man den Account übergeben. Nur an wen, blieb bis gestern fraglich.
Am Nachmittag kam es zum Kontakt zwischen Wahlkampfmanager Leidecker und der falschen Linken Haasler. Am Abend wurde dann die Übernahme des eigenen Kanals durch die Linken verkündet – inklusive eines Danks an die Piraten. Wie es aber mit dem Account weitergeht, scheint unklar. Leidecker hatte unserer Zeitung gesagt, den Kanal abschalten zu wollen. Seine Partei werde sich weiter auf Facebook konzentrieren.
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