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Fahndung per Facebook: Polizei weitet Projekt von Hannover auf das ganze Land aus
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Fahndung per Facebook: Polizei weitet Projekt von Hannover auf das ganze Land aus
Fahndung per Facebook: Polizei weitet Projekt von Hannover auf das ganze Land aus
Hannover. Was mit einem Pilotprojekt in Hannover begann, soll jetzt auf ganz Niedersachsen ausgedehnt werden: die Internet-Fahndung per Facebook.
Innenminister Uwe Schünemann (CDU) verwies gestern in Hannover auf „beeindruckende Erfolge“, die in der Pilotphase im Bereich der Polizeidirektion Hannover bei der Aufklärung von Verbrechen und bei der Suche nach Vermissten erzielt werden konnten. Schünemann sprach von acht konkreten Fällen. Darunter befand sich auch ein Sexualdelikt, das sich dank Facebook mit einem Foto aus einer Diskothek binnen weniger Stunden aufklären ließ.
Dem Minister zufolge verzeichnete der Polizei-Auftritt bei Facebook seit März letzten Jahres über 97000 „Fans“. Täglich habe man bis zu 22000 Nutzer gezählt. Als besonders erfreulich kennzeichnete Schünemann in diesem Zusammenhang die Erkenntnis, dass es sich bei 60 Prozent der „Freunde“ um 18- bis 34-Jährige gehandelt habe, die man ansonsten als Hinweisgeber nur schwerlich erreiche.
„Das ist ein Mehrwert, auf den wir nicht verzichten wollen“, unterstrich der CDU-Politiker die Chance, via Facebook die junge Generation verstärkt anzusprechen und für schnelle Reaktionen auf Fahndungsaufrufe zu gewinnen.
Schünemann kündigte an, die Internet-Fahndung in Kürze von der Polizeidirektion Hannover über eine zentrale Seite „Polizei Niedersachsen“ auf das ganze Land ausdehnen zu wollen. Die zentrale Steuerung solle dabei das Landeskriminalamt übernehmen.
Schünemann, der nach eigenen Worten aber auch in einer Innenminister-Konferenz für eine bundesweite Übernahme des niedersächsischen Modells werben will, sprach zugleich von einem erfreulichen Nebeneffekt des Auftritts bei Facebook: Über 50 Prozent der Bewerber um eine Polizeiausbildung seit dem letzten März hätten angegeben, über Facebook auf die Polizei Niedersachsen aufmerksam geworden zu sein. Deswegen soll die Plattform nun auch verstärkt für die Nachwuchswerbung genutzt werden, ließ Schünemann wissen.
Der Minister räumte ein, dass es zwischenzeitlich allerdings zu datenschutzrechtlichen Unsicherheiten wegen der Verbreitung personenbezogener Daten über Facebook gekommen ist. Bedenken hatten sowohl der Datenschutzbeauftragte als auch das niedersächsische Justizministerium geltend gemacht.
Vorsorglich stellte die Polizei ihre Fahndung via Internet vorübergehend ein. Jetzt gab es aber wieder eine Freistellung, nachdem dafür Sorge getragen worden ist, dass personenbezogene Daten der Polizei nicht über Facebook-Server in die Vereinigten Staaten gelangen können.
Man bediene sich dabei quasi eines kleinen Umweges, wie Schünemann erläuterte: Auf der Fanseite der Polizei bei Facebook gibt es künftig nur einen allgemeinen Hinweis auf eine neue Fahndung; Details mit Fotos und personenbezogenen Daten können erst über einen speziellen Link zur Fahndungsseite der Polizei abgerufen werden.
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