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Im Angesicht der Katastrophe
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1200 Einsatzkräfte aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen proben Zugunglück

Im Angesicht der Katastrophe

Lengerich. Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte haben in der Nacht zum Sonntag auf der ICE-Strecke Münster–Osnabrück die Katastrophe geprobt. 1200 Mitwirkende versetzten die Kleinstadt Lengerich (Kreis Steinfurt) bei der länderübergreifenden Übung in den Ausnahmezustand. Jetzt hofft die Feuerwehr auf mehr Geld für ihre Ausrüstung.

 
 
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Großübung im Tunnel: 1200 Rettungskräfte aus dem Osnabrücker und dem Münsterland simulierten in der Nacht zum Sonntag den Einsatz nach einem Zusammenstoß zweier Züge. Foto: Michael Hehmann Großübung im Tunnel: 1200 Rettungskräfte aus dem Osnabrücker und dem Münsterland simulierten in der Nacht zum Sonntag den Einsatz nach einem Zusammenstoß zweier Züge. Foto: Michael Hehmann Großübung im Tunnel: 1200 Rettungskräfte aus dem Osnabrücker und dem Münsterland simulierten in der Nacht zum Sonntag den Einsatz nach einem Zusammenstoß zweier Züge. Foto: Michael Hehmann Großübung im Tunnel: 1200 Rettungskräfte aus dem Osnabrücker und dem Münsterland simulierten in der Nacht zum Sonntag den Einsatz nach einem Zusammenstoß zweier Züge. Foto: Michael Hehmann Großübung im Tunnel: 1200 Rettungskräfte aus dem Osnabrücker und dem Münsterland simulierten in der Nacht zum Sonntag den Einsatz nach einem Zusammenstoß zweier Züge. Foto: Michael Hehmann Großübung im Tunnel: 1200 Rettungskräfte aus dem Osnabrücker und dem Münsterland simulierten in der Nacht zum Sonntag den Einsatz nach einem Zusammenstoß zweier Züge. Foto: Michael Hehmann Großübung im Tunnel: 1200 Rettungskräfte aus dem Osnabrücker und dem Münsterland simulierten in der Nacht zum Sonntag den Einsatz nach einem Zusammenstoß zweier Züge. Foto: Michael Hehmann Großübung im Tunnel: 1200 Rettungskräfte aus dem Osnabrücker und dem Münsterland simulierten in der Nacht zum Sonntag den Einsatz nach einem Zusammenstoß zweier Züge. Foto: Michael Hehmann Großübung im Tunnel: 1200 Rettungskräfte aus dem Osnabrücker und dem Münsterland simulierten in der Nacht zum Sonntag den Einsatz nach einem Zusammenstoß zweier Züge. Foto: Michael Hehmann Großübung im Tunnel: 1200 Rettungskräfte aus dem Osnabrücker und dem Münsterland simulierten in der Nacht zum Sonntag den Einsatz nach einem Zusammenstoß zweier Züge. Foto: Michael Hehmann Großübung im Tunnel: 1200 Rettungskräfte aus dem Osnabrücker und dem Münsterland simulierten in der Nacht zum Sonntag den Einsatz nach einem Zusammenstoß zweier Züge. Foto: Michael Hehmann Großübung im Tunnel: 1200 Rettungskräfte aus dem Osnabrücker und dem Münsterland simulierten in der Nacht zum Sonntag den Einsatz nach einem Zusammenstoß zweier Züge. Foto: Michael Hehmann Großübung im Tunnel: 1200 Rettungskräfte aus dem Osnabrücker und dem Münsterland simulierten in der Nacht zum Sonntag den Einsatz nach einem Zusammenstoß zweier Züge. Foto: Michael Hehmann Großübung im Tunnel: 1200 Rettungskräfte aus dem Osnabrücker und dem Münsterland simulierten in der Nacht zum Sonntag den Einsatz nach einem Zusammenstoß zweier Züge. Foto: Michael Hehmann Großübung im Tunnel: 1200 Rettungskräfte aus dem Osnabrücker und dem Münsterland simulierten in der Nacht zum Sonntag den Einsatz nach einem Zusammenstoß zweier Züge. Foto: Michael Hehmann Großübung im Tunnel: 1200 Rettungskräfte aus dem Osnabrücker und dem Münsterland simulierten in der Nacht zum Sonntag den Einsatz nach einem Zusammenstoß zweier Züge. Foto: Michael Hehmann Großübung im Tunnel: 1200 Rettungskräfte aus dem Osnabrücker und dem Münsterland simulierten in der Nacht zum Sonntag den Einsatz nach einem Zusammenstoß zweier Züge. Foto: Michael Hehmann Großübung im Tunnel: 1200 Rettungskräfte aus dem Osnabrücker und dem Münsterland simulierten in der Nacht zum Sonntag den Einsatz nach einem Zusammenstoß zweier Züge. Foto: Michael Hehmann Großübung im Tunnel: 1200 Rettungskräfte aus dem Osnabrücker und dem Münsterland simulierten in der Nacht zum Sonntag den Einsatz nach einem Zusammenstoß zweier Züge. Foto: Michael Hehmann Großübung im Tunnel: 1200 Rettungskräfte aus dem Osnabrücker und dem Münsterland simulierten in der Nacht zum Sonntag den Einsatz nach einem Zusammenstoß zweier Züge. Foto: Michael Hehmann Großübung im Tunnel: 1200 Rettungskräfte aus dem Osnabrücker und dem Münsterland simulierten in der Nacht zum Sonntag den Einsatz nach einem Zusammenstoß zweier Züge. Foto: Michael Hehmann Großübung im Tunnel: 1200 Rettungskräfte aus dem Osnabrücker und dem Münsterland simulierten in der Nacht zum Sonntag den Einsatz nach einem Zusammenstoß zweier Züge. Foto: Michael Hehmann Großübung im Tunnel: 1200 Rettungskräfte aus dem Osnabrücker und dem Münsterland simulierten in der Nacht zum Sonntag den Einsatz nach einem Zusammenstoß zweier Züge. Foto: Michael Hehmann Großübung im Tunnel: 1200 Rettungskräfte aus dem Osnabrücker und dem Münsterland simulierten in der Nacht zum Sonntag den Einsatz nach einem Zusammenstoß zweier Züge. Foto: Michael Hehmann Großübung im Tunnel: 1200 Rettungskräfte aus dem Osnabrücker und dem Münsterland simulierten in der Nacht zum Sonntag den Einsatz nach einem Zusammenstoß zweier Züge. Foto: Michael Hehmann Großübung im Tunnel: 1200 Rettungskräfte aus dem Osnabrücker und dem Münsterland simulierten in der Nacht zum Sonntag den Einsatz nach einem Zusammenstoß zweier Züge. Foto: Michael Hehmann Großübung im Tunnel: 1200 Rettungskräfte aus dem Osnabrücker und dem Münsterland simulierten in der Nacht zum Sonntag den Einsatz nach einem Zusammenstoß zweier Züge. Foto: Michael Hehmann Großübung im Tunnel: 1200 Rettungskräfte aus dem Osnabrücker und dem Münsterland simulierten in der Nacht zum Sonntag den Einsatz nach einem Zusammenstoß zweier Züge. Foto: Michael Hehmann

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Als die Sonne gestern Morgen ihre ersten Strahlen über den Horizont schickte, wirkte Steinfurts Kreisdirektor Martin Sommer trotz schlafloser Nacht überhaupt nicht müde. „Es ist insgesamt alles gut gelaufen“, bilanzierte der Leiter des Krisenstabes im Interview das Ende einer gespielten Katastrophe. Das Blaulichtflackern von 150 Einsatzfahrzeugen hatte bis dahin mehr als sechs Stunden die 22000 Einwohner zählende Kommune an der Landesgrenze von Nordrheinwestfalen und Niedersachsen in ein unwirkliches Licht getaucht.

Diese Stadt hatten die Behörden der beiden Bundesländer zum Schauplatz einer Katastrophenschutzübung gewählt. Die Aufgabenstellung glich dem Drehbuch für einen Horrorfilm: Auf der Intercity-Bahnstrecke Münster–Osnabrück reißt ein Güterzug im Vorbeifahren einen Intercity auf. Der Personenzug bleibt mit 120 teils schwer verletzten Fahrgästen in einem fast 600 Meter langen Tunnel auf den Schienen liegen. Die Opfer müssen mitten in der Nacht von ihren Rettern über Hunderte Meter zu medizinischen Versorgungsplätzen geschleppt werden.

Beteiligt sind fast 900 Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks, des Deutschen Roten Kreuzes, des Malteser-Hilfsdienstes und der Johanniter-Unfallhilfe. Sie kommen aus dem Raum Osnabrück, Warendorf, Steinfurt und Münster. Außerdem sind in dieser Nacht unter anderem 70 Polizisten und 120 schauspielernde Opfer vor Ort, umschreibt Sommer das Großaufgebot. Die Einsatz-Pläne für dieses Horror-Szenario liegen bereits seit Jahren in der Schublade der Steinfurter Kreisverwaltung. Praktisch getestet hat man sie bis dahin aber noch nie.

Dabei ist die Gefahr real: „Nach den schweren Bahnunfällen bei Eschede und Brühl hatten die Behörden ein Konzept entwickelt, um vorzusorgen“, so Sommer. Dass die Pläne in den vergangenen sechs Jahren nie ausprobiert wurden, lag an den Besonderheiten des Übungsortes. „Das hier ist eine viel befahrene Eisenbahnstrecke.“ Damit die Katastrophe exakt an der wohl schwierigsten Stelle – mitten im Tunnel – stattfinden konnte, musste die Deutsche Bahn fast alle betroffenen Zugverbindungen dieser Nacht streichen oder umleiten.

Weil die Übungszeit auf den Schienen so kostbar ist, wurden alle Einsatzkräfte bereits vorab über die Übung informiert. So standen Hunderte Uniformierte bereits beim Auslösen des Alarms zum sofortigen Einsatz bereit. „Damit wir hier keine Zeit durch die Anfahrt verschwenden.“ Schaurig klangen anschließend gegen 3 Uhr am Morgen die Schreie der schauspielernden Opfer aus dem finsteren Eisenbahn-Tunnel. „Das setzt die Übenden zusätzlich unter Stress“, erklärte Sommer. „Diese reale Situation brauchen wir.“

Schon während des Einsatzes zeigte sich die Leitung um Lengerichs Feuerwehrchef Hartwig Hübner mit der länderübergreifenden Zusammenarbeit zufrieden. „Größere Mängel sind nicht erkennbar. Näheres muss eine spätere Analyse zeigen“, erklärte Kreisdirektor Sommer.

Dennoch waren auch Probleme unverkennbar: So funktionierten die Funkgeräte im Tunnel nur mangelhaft, und vereinzelt fehlten Notarztkoffer, um die Verletzten zu versorgen. Außerdem mussten alle 120 Verletzten entweder auf Tragen oder auf handgezogenen Loren geborgen werden. „Da wünschen wir uns motorbetriebene Geräte“, hieß es noch in der Nacht im Krisenstab. Über das notwendige Geld müssen die politischen Gremien des Kreises und der Länder entscheiden. Die Kosten für die Übung waren hingegen bereits bewilligt: „Das liegt wohl zwischen 10000 und 20000 Euro“, so Sommer. Sonntagmorgen um sechs Uhr war das Blaulichtermeer in Lengerich komplett erloschen. Dann durfte auch Martin Sommer an Schlaf denken.


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