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Förderung kommt nicht an
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Autor: Benjamin Kraus 16. Oktober 2011 16:20 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Präventions-Schulprojekt der EWE gerät in Schlagzeilen

Förderung kommt nicht an

Oldenburg. Der Plan war, das eigene Image aufzupolieren. Ein Projekt, das Suchtpräventionsarbeit gegen Drogen, Alkohol und Gewalt an Schulen leistet, muss jeder unterstützen – dachten sich wohl die Verantwortlichen in der Konzernleitung der EWE. Doch nun fliegt dem Oldenburger Energieversorger die gut gemeinte Idee um die Ohren. Es geht um undurchsichtige Geldflüsse, dubioses Geschäftsgebaren einer beauftragten Agentur und die Frage, was Konzernchef Werner Brinker von all dem wusste.

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Der Begriff „Sign“ stand bis noch vor wenigen Wochen für vertrauenswürdige Präventionsarbeit an Schulen im nördlichen Niedersachsen und im Emsland. Tausende Jugendliche der Klassen fünf bis zehn über alle denkbaren Schulformen hinweg haben in den letzten Jahren unter diesem Label an Präventionsprogrammen zu den Schwerpunkten Alkohol, Gewalt, Drogen und Internet teilgenommen. Ins Leben gerufen wurde das Projekt von der EWE im Jahr 2000.

Zur Durchführung des Projektes hatte der Versorger die von Claudia del Valle geführte Oldenburger Agentur Prevent beauftragt – und sich sein Engagement einiges kosten lassen: Zuletzt soll die EWE das Projekt mit etwa 3,4 Millionen Euro im Jahr gefördert haben. Das Problem: Wie die „taz“ und die „Nordwest-Zeitung“ berichten, ist offenbar nur ein Bruchteil des Geldes tatsächlich bei den Schülerinnen und Schülern angekommen.

Denn Prevent gibt zwar an, mit knapp 1200 Klassen an 160 Schulen zusammenzuarbeiten. Dafür erhielt die Agentur auch pauschal Geld von der EWE. Doch konkret buchte Prevent zur Erfüllung seiner Aufgaben nur einige Hundert Termine im Jahr. Ein Großteil davon waren lediglich nicht besonders kostenintensive Ordnerpräsentationen, bei denen Lehrkräfte Material von der Agentur erhalten haben und etwa eine Viertelstunde lang geschult worden sind.

Der Aufwand für Prevent war gering, der Ertrag für Geschäftsführerin del Valle dagegen offenbar gewaltig: Ihr Gehalt soll laut „taz“ fast die Hälfte der Personalkosten der Agentur ausgemacht haben. Durch eine steuerrechtlich legale Verflechtungs-Konstruktion zweier Unternehmen – der Agentur Prevent GmbH und der Prevent KG – müssen zudem die Gewinne der KG nicht offengelegt werden. Laut „taz“ waren dies allein in den Jahren 2006 bis 2008 etwa zwei Millionen Euro. Die persönlich haftende Gesellschafterin der KG ist del Valle, Kommanditistin ist ihre Tochter.

„Wir haben die Zusammenarbeit mit der Agentur mit sofortiger Wirkung aufgekündigt“, stellte EWE-Sprecher Daniel Waschow nach Bekanntwerden der undurchsichtigen Geldflüsse klar. Als Gründe hierfür gab er an, das Projekt nicht gefährden zu wollen: „Das wichtigste für die EWE ist, den unbeschädigten Fortbestand des Präventionsprogramms sicherzustellen.“ Den Schaden, den eine öffentliche Debatte anrichten könne, wolle man abwenden.

Offensichtlich ist, dass bei „Sign“ das EWE-hausinterne Reporting-System versagt hat – auch wenn Waschow beteuerte, dass „wir jederzeit darüber informiert waren, wie unsere Mittel eingesetzt werden“. Nun könnte EWE-Chef Werner Brinker möglicherweise unter Beschuss geraten, weil er laut „taz“ persönlich die Verträge mit Prevent abgeschlossen haben soll und sich angeblich regelmäßig von der Agentur über den Fortgang des Projektes unterrichten ließ.

Wegen des Verdachts der Geldwäsche hatte 2010 sogar die Staatsanwaltschaft ermittelt. Nachweisen konnte die Behörde den beteiligten Unternehmen allerdings nichts.

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