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Konservative Kritiker bedauern bischöfliche Buße nach Missbrauchsfällen
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Bodes Schuldbekenntnis

Konservative Kritiker bedauern bischöfliche Buße nach Missbrauchsfällen

Osnabrück. Mit dem Bußgottesdienst angesichts der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche hat Bischof Franz-Josef Bode bundesweit Beachtung gefunden. Doch das Echo auf sein Zeichen im Osnabrücker Dom vom Sonntagabend ist geteilt.

 
 
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Vor dem Altar des Osnabrücker Doms hat sich Bischof Franz-Josef Bode am ersten Advent flach auf den Boden gelegt. Als erster katholischer Bischof in Deutschland legte Bode in einem Bußgottesdienst teils mit bewegter Stimme ein Schuldbekenntnis für Missbrauchsfälle in der Kirche ab. Foto: Gert Westdörp Flach auf den Boden legt sich Osnabrücks Bischof Franz-Josef Bode beim Bußgottesdienst angesichts der Missbrauchsfälle. Sein Vorgehen hat Lob und Kritik hervorgerufen.Foto: dapd

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Die Reformbewegung „Wir sind Kirche“ lobt das Vorgehen des Bischofs und weist darauf hin, dass Bode als erster deutscher Bischof angesichts des Missbrauchsskandals ein Schuldbekenntnis abgelegt hat. Ihr Sprecher Christian Weisner bezeichnet Bode als „eine bemerkens- und lobenswerte“ Ausnahme.

Heftiges Unverständnis schlägt Bode dagegen von erzkonservativen katholischen Bloggern und Kommentatoren im Internet entgegen. So ist vom „Niedergang des Bistums Osnabrück“ auf dem Internet-Forum www.kreuzgang.org. die Rede.

„Osnabrücker ist als vom Glauben abgefallen zu betrachten“, schreibt dort Kommentator „cantus planus“ und fügt bedauernd hinzu: „Das einst katholische Osnabrück ist nicht mehr.“ Nach seiner Darstellung hat es an echten Missbrauchsfällen „keine Handvoll“ im Bistum gegeben. Es gehe nur um „längst zurückliegende Fälle“, und diese seien nach früherem Recht „nicht illegal gewesen“.

Im Blog „Klosterneuburger Marginalien“ des „Herrn Alipius“ bemerkt „Caecilia“, es sei zwar immer wieder notwendig, für das Heil der Kirche zu beten und Gott um Verzeihung zu bitten für Taten, die Glieder der Kirche begangen hätten. „Doch der Bischof ging weit über das Notwendige hinaus und verließ nicht nur den Boden der katholischen Lehre, sondern auch den theologischen Konsens der Kirchenväter der frühen, ungeteilten Christenheit.“ Weiter schreibt „Caecilia“: „Ich kann nicht umhin, den Bußakt im Dom als rein populistisches Theater zu bewerten, an dessen intellektueller Ausfüllung der Bischof und seine Mitarbeiter sich kläglich verhoben haben.“

Selbst ein Pfarrer aus dem Bistum Osnabrück übt an dem Bußgottesdienst Kritik – allerdings unter dem Schutz der Anonymität. Im Blog „fortes fide“ stellt er die Frage: „Und wann kommt das Mea culpa der Bischöfe in Sachen Abtreibung?“ Er fügt hinzu: „Schön und gut, das ‚Mea culpa‘ des Osnabrücker Bischofs zu den Missbrauchsfällen.“ Aber: „Von einer Beteiligung an der Gebetswache für das Leben am Vorabend habe ich auf den Internetseiten dort nichts gefunden.“ Nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich bei dem Blogger um einen jüngeren Priester aus dem nördlichen Emsland, der sich auf Anfrage dazu nicht äußern wollte. In dem Blog „fortes fide“ hat der Kommentator „Der Aquinate“ die Bemerkung hinterlassen: „Dieses Missbrauchsgeschwafel geht mir auf den Senkel.“ Und das umstrittene Online-Magazin kreuz.net, dem Beobachter eine Nähe zu den reaktionären Pius-Brüdern nachsagen, titelt: „Bischof Bode noch immer im Missbrauchs-Wahn.“ Wie andere Bischöfe wird auch Bode von kreuz.net als „altliberal“ etikettiert.


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  Leserkommentare

 
Sophia N., Sonntag, Dezember 5, 2010 um 16:19 Uhr An Herr Haverkamp Danke für die Klarstellung. Das hat mir etwas in Ihrem Kommentar gefehlt. Jetzt ist es OK

 
Christof Haverkamp, Samstag, Dezember 4, 2010 um 22:21 Uhr Einige Hinweise Gerne möchte ich noch einige ergänzende Hinweise zu meinem Bericht geben:
1. Hinweis an Ferdi S.: Fortes fide ist erst seit dem vergangenen Freitagmorgen ein geschlossenes Forum. Vorher war es öffentlich zugänglich. Der Betreiber hat gute Gründe haben, seine Darlegungen nicht mehr öffentlich ins Netz zu stellen.

2. Hinweis an Sophia N.: Sollte der Eindruck entstanden sein, "die frommen Katholiken sind so", war er von mir überhaupt nicht so gewollt.
Ich stimme mit Ihnen völlig überein in der Einschätzung, dass es sich bei den Reaktionen auf den Bußgottesdiensten um Äußerungen aus dem eher kleinen rechten Flügel handelt. Richtig, es ist eine Minderheit, aber eine lautstarke, die sich im Netz gelegentlich mit einer sehr abfälligen Wortwahl äußert. Repräsentativ sind die Äußerungen nicht, aber das hat auch niemand behauptet.
Es ist richtig, dass Bischof Bode es nicht nötig hat, von "Wir sind Kirche" gelobt zu werden. Nein, nötig hat er es nicht. Dennoch finde ich es richtig, die Leser über die Reaktion dieser Reformbewegung zu informieren. Hätten sich beispielsweise das Zentralkomitee der deutschen Katholiken, das Kolpingwerk oder eine andere Vereinigung oder Organisation geäußert, hätte ich dies auch zitiert - zumindest soweit es der beschränkte Platz zugelassen hätte.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Christof Haverkamp





 
Ferdi S., Freitag, Dezember 3, 2010 um 18:53 Uhr @ Peter Hallo Peter, deine intellektuelle Fähigkeit, komplizierte Sachverhalte systemimmanent darzulegen, und gleichzeitig nichts zu sagen, ist beeindruckend.

„Und ich persönlich finde ihn (den Bußakt, Anm. von mir) gleichermaßen angemessen und dennoch grenzwertig. Es bleibt ganz objektiv gesehen ein Nachgeschmack von Fremdschämen zurück. Insofern ist er grenzwertig.“

Geht’s noch? Ich muss dir absprechen, darüber objektive Aussagen tätigen zu können! Objektivität bedeutet Unabhängigkeit in der Darstellung eines Sachverhalts – und unabhängig bist du offensichtlich nicht.

„Innerhalb der Kirche haben wir kein Problem mit unterschiedlichen Meinungen. Ja mehr noch, der Disput mit dem Ziel der Wahrheitsfindung hat bei uns gute Tradition.“ Au weia. Jan Hus hat beim Konzil von Konstanz freies Geleit zugesagt bekommen: Der Disput ist nicht so günstig für ihn ausgegangen – er wurde verbrannt!
Gruß Ferdi
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