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Tippspiel
Barack Obama singt den Blues
Washington. Barack Obama stellt erneut sein Gesangstalent unter Beweis. Diesmal an der Seite von Mick Jagger und B.B. King.
Zum Abschluss der Bluesnacht im Eastroom des Weißen Hauses erlaubt sich Buddy Guy einen Spaß mit dem Gastgeber. Letztens habe er so schön eine Soul-Nummer von Al Green gesungen, erinnert die Blueslegende an die Kostprobe der Sangeskunst Obamas, die im Internet zu einer Sensation avancierte. „Sie müssen am Ball bleiben“, lädt Guy den Präsidenten ein, in die Hymne an seine politische Heimatstadt „Sweet Home Chicago“ einzustimmen.
Obama zuckt. Genügend Andeutung jedenfalls für Rolling-Stone-Sänger Mick Jagger, dem Präsidenten das Mikrophon in die Hand zu drücken. „Come on, Baby don’t you want to go“, stimmt dieser schließlich genau in der passenden Tonlage mit ein. Zwei mal hintereinander. Als ob er zu den „White House Blues All Stars“ gehörte, die den Eastroom am Dienstagabend in einen heißen Bluesclub verwandelte. Um sich dann mit dem Refrain „Sweet Home Chicago“ zu verabschieden.
Wow, dachten nicht nur die anwesenden Gäste, die auf Einladung Michelle Obamas zu dem Konzert anlässlich des Monats kamen, der in den USA dem Gedenken der schwarzen Geschichte gewidmet ist. Teil einer größeren Serie, bei der Künstler aller Genres Titel aus dem amerikanischen Liederbuch vortragen. Von Broadway und Country über Jazz und Klassik bis Latin und Soul. Dieser Abend stand ganz im Zeichen des Blues. Und die Gästeliste ist ein „Who-Is-Who“ der Szene.
Der 86-jährige Altmeiser B.B. King machte seinen Rollstuhl vergessen als er den Abend mit „Let The Good Times Roll“ eröffnete. Mick Jagger elektrifizierte den Raum mit „Miss You“, bevor er mit Jeff Beck zusammen „Commit a Crime“ spielte. Buddy Guy brillierte in „Five Long Years“. Und die beiden Nachwuchsstars Trombone Shorty und Gary Clark bewiesen, dass der Blues eine helle Zukunft hat.
„Die Musik spricht etwas Universales an“, schwelgt Obama zu Beginn der Nacht in seiner Liebe für den Blues. „Niemand geht durch das Leben ohne beides – Freude und Schmerz, Triumph und Trauer. Der Blues schließt das alles mit ein. Manchmal mit einem einzigen Wort oder einer einzigen Note.“ Der Präsident weiß wovon er spricht. Doch an diesem Abend ging es nicht um Politik, sondern um das Feiern der vermutlich einflussreichsten amerikanischen Musikform, die alle möglichen Genres vom Jazz über den Rock’n Roll bis hin zur Alternativ-Szene geprägt hat.
Das Konzert wird am kommenden Montag im öffentlichen Fernsehsender PBS ausgestrahlt. Vielleicht gibt es auch eine CD. Ein Unikum wäre dies allemal. Zumal, wenn der Präsident der Vereinigten Staaten höchstpersönlich den Blues singt.
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