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Mahnung an Kirche: Blick nicht verengen
Osnabrück. Mahnende Worte aus Deutschland begleiten die Konferenz im Vatikan zu den Missbrauchsfällen in Einrichtungen der katholischen Kirche.
In einem Gespräch mit unserer Zeitung forderte der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig: „Auf dem Weg zur Heilung und Erneuerung, so der Titel des Symposiums, darf der Blick auf die Vergangenheit nicht verloren gehen. Die Strukturen, die den jahrzehntelangen sexuellen Missbrauch erst möglich gemacht haben, müssen umfassend aufgedeckt und aufgearbeitet werden.“
Rörig lobte, die katholische Kirche in Deutschland habe sehr gute Leitlinien und Handreichungen vorgelegt und in allen Diözesen Missbrauchsbeauftragte ernannt. Aber erst die Umsetzung in den nächsten Monaten werde zeigen, „ob die jetzigen Konzepte tragen“. Dabei gehe es um alle Einrichtungen und Aktivitäten, „von der Kita bis zum Klosterinternat oder der Ferienfreizeit“.
Der Beauftragte forderte zudem, der Blick müsse neben der Prävention auch weiter zu den Betroffenen gehen, die die Missbrauchsfälle der Vergangenheit erst öffentlich gemacht hätten. „Sie benötigen nach wie vor dringend Hilfen, Anerkennung und Wiedergutmachung für das erlittene Unrecht, denn die meisten leiden ein Leben lang unter den Folgen.“ Auch die Aufarbeitung sei ein dringliches Anliegen von Betroffenen.
Rörig kündigte an, er werde das Thema in seinem Fachbeirat, in dem auch Betroffene aus der katholischen Kirche vertreten seien, und in Expertenrunden nochmals auf die Tagesordnung setzen.
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