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Deutsche werden Urlaubsziel Griechenland untreu
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Quelle: Reuters/dpa/dapd/Neue Osnabrücker Zeitung 06. Februar 2012 20:05 Uhr

Briten und Russen füllen die Lücken – Tourismus ist Schlüsselbranche

Deutsche werden Urlaubsziel Griechenland untreu

Athen. Deutsche Touristen meiden das schuldengeplagte Griechenland. Ein deutlicher Rückgang der Zahl von Urlaubern aus dem kalten Deutschland verursachte im November 2011 im Jahresvergleich einen Einnahmerückgang um 12,5 Prozent.

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Das geht aus Statistiken vor, die die griechische Zentralbank im Januar vorlegte. Besucher aus der Bundesrepublik gaben gut 50 Prozent weniger Geld im Zentrum der Eurokrise aus als im Vorjahr.

Dank konsumfreudiger britischer Urlauber fiel der Rückgang der griechischen Tourismuseinnahmen aber nicht ganz so drastisch aus. Die Briten gaben nämlich 18,3 Prozent mehr Geld aus. Besonders zahlungsfreudig aber zeigten sich russische Griechenland-Reisende – sie ließen fast 90 Prozent mehr Geld im Land als im Vorjahr.

Der Tourismus ist eine der wichtigsten Umsatzquellen der seit Jahren schrumpfenden Wirtschaft. Das Geschäft mit den Urlaubern macht gut ein Fünftel des griechischen Bruttoinlandsprodukts aus.

Sinkendes Interesse deutscher Urlauber verzeichnete im Januar auch der Reiseveranstalter TUI. Griechenland, das im vorigen Jahr trotz Demonstrationen und Streiks noch gut gelaufen sei, schwächele inzwischen, sagte TUI-Deutschland-Chef Volker Böttcher.

Nach Untersuchungen der Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen, die Tourismus-Trends in Deutschland unter die Lupe genommen hat, bleibt unter den ausländischen Reisezielen Spanien vorerst die unangefochtene Nummer eins. Italien werde dieses Jahr seinen zweiten Platz verteidigen können, spüre aber zunehmend den Druck der Türkei, sagt der Zukunftsforscher Ulrich Reinhardt. Griechenland habe zuletzt Einbußen hinnehmen müssen. Das Land an der Ägäis, so Reinhard, sei nicht mehr günstiger als seine Nachbarländer. Viele Deutsche hätten zudem Angst, wegen der Diskussionen um die Staatsschuldenkrise in Griechenland nicht mehr willkommen zu sein.

Dabei bietet gerade der Tourismus Griechenland nach Ansicht von Experten große Chancen, wieder Geld in die Kassen zu bekommen. Die Unternehmensberatung McKinsey nennt in einer Studie die Touristik als eine von fünf Schlüsselbranchen, die Griechenland wieder auf die Beine helfen können.

Martin Lohmann von der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) glaubt nicht, dass sich ausländische Urlauber von der griechischen Finanzmisere abschrecken lassen. Die vorherrschenden Urlaubsgründe der Deutschen wie Sonne und Wärme könnten „wunderbar befriedigt“ werden.

„Das ist ein Pfund, mit dem man unabhängig von allen anderen Wirrungen und Alltagsproblemen wuchern kann“, sagte Lohmann. Problematisch werde es nur, wenn das individuelle Erleben der Urlauber beeinträchtigt werde, beispielsweise durch Streiks an den Flughäfen. Bisher planen drei Prozent der Bundesbürger laut einer FUR-Umfrage in diesem Jahr einen Urlaub in Griechenland. Beliebtestes Reiseziel der Deutschen im Ausland ist Spanien mit 13 Prozent.

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