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Feinstaubwerte 2011 trotz Umweltzonen gestiegen
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Quelle: dpa 06. Februar 2012 14:24 Uhr

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Dietmar P. Mittwoch, 08. Februar 2012 19:06 Uhr

Niveau der letzten Jahre überschritten

Feinstaubwerte 2011 trotz Umweltzonen gestiegen

Das dürfte den Streit um Sinn und Unsinn von Umweltzonen weiter befeuern: 2011 sind die Feinstaubbelastungen in Städten weiter gestiegen. Das Umweltbundesamt gibt dem Wetter eine Mitschuld.

 
Trotz inzwischen mehr als 50 Umweltzonen ist die Luft in Deutschland 2011 zu stark mit Feinstaub und Stickstoffdioxid belastet gewesen. Foto: Roland Weihrauch/Archiv  Vergrößern

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Die Luft in deutschen Städten war 2011 trotz rund 50 Umweltzonen zu stark mit gesundheitsschädlichen Stoffen belastet. Die Feinstaubwerte lagen dabei sogar noch über dem Niveau der Jahre 2007 bis 2010, ergab eine am Montag veröffentlichte Messdaten-Auswertung des Umweltbundesamtes (UBA). In Städten und Ballungsräumen wurden die Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxid bei fast jeder zweiten Messstation überschritten. Umweltschützer sehen auf viele Kommunen hohe Strafzahlungen zukommen. Sie verteidigten die umstrittenen Umweltzonen als sinnvolle Maßnahme.

Beim Feinstaub lagen 42 Prozent der verkehrsnahen Messstationen über dem zulässigen Grenzwert - dieser erlaubt nur 35 Tage mit über 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft. Beim Stickstoffdioxid lagen 57 Prozent der Stationen in Städten im vergangenen Jahr über dem Grenzwert von 40 Mikrogramm. Mit Umweltzonen sollen EU-Vorgaben für eine Begrenzung der Luftverschmutzung umgesetzt werden.

«In großen Teilen Deutschlands hat die Luft eine gute Qualität», betonte UBA-Präsident Jochen Flasbarth. «Allerdings müssen wir dort mehr tun, wo die Atemluft der Menschen immer noch mit zu viel Feinstaub und Stickstoffdioxid belastet ist: in den Städten und Ballungsräumen.» Umweltzonen, bei denen nur schadstoffarme Autos in Innenstädte einfahren dürfen, seien dafür ein geeignetes Mittel.

Flasbarth wies darauf hin, dass Umweltzonen aber nur ein Teil der Lösung seien, da Feinstaub und Stickstoffoxide zu großem Teil auch bei Verbrennungsprozessen in Industrie und Haushalten entstehen, etwa bei Öfen. Daher gibt es seit 2010 Grenzwerte für Heizungsanlagen, die mit Holzscheiten, Kohle oder Pellets gefeuert werden.

Ein weiterer Faktor, der sich vom Menschen nicht beeinflussen lässt, ist laut Flasbarth das Wetter: Bei Hochdruckwetterlagen werde die Luft viel weniger durchmischt - Schadstoffe sammeln sich also. Das könne dazu führen, dass die Luft selbst dann schlechter wird, wenn Emissionen von Autos, Heizungen oder Fabriken gleichbleiben. Im Jahr 2011 habe es gleich mehrere solcher Wetterlagen gegeben: Von Ende Januar bis März und im November führte dies zu häufigeren Überschreitungen des Feinstaub-Tagesgrenzwertes als in den Vorjahren.

Der ADAC hält Umweltzonen für wirkungslos, der Automobilclub von Deutschland (AvD) fordert die Abschaffung. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) forderte hingegen eine Reduzierung des Autoverkehrs in Städten und mehr Einsatz der Politik. «Die schlechten Werte sind Resultat der Laissez-faire-Politik der Bundesregierung», sagte der BUND-Verkehrsexperte Jens Hilgenberg.

Die Regierung habe auf EU-Ebene für Strafzahlungen bei einem Überschreiten der Grenzwerte eine fünfjährige Fristverlängerung bis 2011 durchgesetzt, um Druck von den Kommunen zu nehmen. Jetzt sei der Handlungsbedarf umso größer. «Nur wenn die Kommunen nachweisen können, dass sie alle gebotenen Maßnahmen zur Feinstaubreduzierung ergriffen haben, können sie kommenden Strafzahlungen in Millionenhöhe noch entgehen.» Einige Städte wie Berlin oder Leipzig hätten frühzeitig ambitionierte Maßnahmen eingeleitet. «Diesen Vorbildern müssten nun alle anderen Kommunen folgen», forderte Hilgenberg.
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  Leserkommentare

 
Dietmar P., Mittwoch, Februar 8 um 19:06 Uhr Wer rechnen kann, ist im Vorteil Matthias M. ist ein Rechenkünstler.

Pro Tag gibt es in Deutschland rund 13 Verkehrstote. Bei einem bis zwei dieser Unfälle sind LKWs beteiligt.

LKW-Fahrer können also nicht schuld sein, dass pro Tag "zig Personen sterben".

Noch viel weniger LKW-Fahrer können übermüdet an Verkehrstoten schuld sein.

Tja, Matthias M.: Da haben Sie wohl die tatsächliche Zahl um den Faktor 100 nach oben "gerechnet".

 
Ron Ka, Mittwoch, Februar 8 um 13:34 Uhr Neuer Bürgermeister Jörg for Bürgermeister - JETZT !!

 
Mister Fritz, Mittwoch, Februar 8 um 11:35 Uhr Matthias M. Gebe ihnen Grundsätzlich recht. Die Speditionen trifft hier die
Schuld. Die haben sich dem wohl ruinösen Wettbewerb gestellt
und auf Kosten der Fahrer diese Einsparungen getätigt. Da werden
Fahrer ausgebildet die hinterher 1500 EUR brutto erhalten für
10 und mehr Stunden. Wie soll davon eine Famile existieren?
Geht garnicht. Da ich sehr lange in der Region gelebt habe, ist
mir bewußt, dass gerade im Bereich Icker und Rulle sehr nasse
Wiesen für die Autobahn weichen müssen die nach meiner
Kenntnis kaum genutzt werden. Dann gab es vor der Stadtratswahl die Aussage der grünen, dass sie unter gewissen
Bedingungen bereit sind die Gegner der AB umzustimmen.
Das finde ich äußerst suspekt. Ich glaube den Politikern sowieso
nicht mehr.
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