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US-Vorwahl in Nevada: Mormonen helfen Romney
Washington. Zweite Vorwahl der US-Republikaner innerhalb einer Woche - und ein zweiter Triumph Mitt Romneys scheint unausweichlich. Der Ex-Gouverneur und Multimillionär konnte nach Umfragen vom Samstag im Bundesstaat Nevada mit 45 Prozent der Stimmen rechnen.
Es handelt sich um die fünfte Vorwahl - und den ersten Test im Westen der Vereinigten Staaten. Zugleich kann Romney in Nevada aber auch auf einen Heimvorteil der besonderen Art bauen: Dem Mormonen Romney würden allein die Stimmen seiner Glaubensbrüder zum Sieg verhelfen, berichtete die «Washington Post». Zwar sind nur rund sieben Prozent der Bevölkerung in Nevada Mormonen, aber sie nehmen besonders eifrig an den Republikaner-Vorwahlen teil.
«Mitt Romneys Gegner haben in Wirklichkeit niemals eine echte Chance gehabt in Nevada», schreibt das Blatt. Bereits 2008 habe Romney in Nevada 51 Prozent der Stimmen eingefahren. Es sei praktisch unmöglich, in Nevada gegen Romney zu gewinnen.
Allerdings versucht Romney, der früher zeitweise als Mormonen-Missionar in Frankreich gearbeitet hatte, das Thema Religion tunlichst zu meiden. Den in vielen anderen Bundesstaaten ist das Thema eher ein Nachteil. Zwar sind die Mormonen Christen, doch die Tatsache, dass sie auch den Amerikaner Joseph Smith aus dem 19. Jahrhundert als Propheten betrachten, macht sie in den Augen vor allem erzkonservativer amerikanischer Christen suspekt. Viele betrachten Mormonen als abtrünnige Sekte und bringen sie noch heute mit Polygamie in Verbindung. Romney selbst hat daher wiederholt betont, Religion und Glaube dürfe bei Wahlen in den USA keine Rolle spielen.
Bereits am Dienstag hatte der Ex-Gouverneur von Massachusetts einen klaren Sieg in Florida eingefahren und Gingrich praktisch deklassiert. Romney gilt auch landesweiten Umfragen als klarer Favorit. Die meisten Republikaner meinen überdies, er würde bei den Präsidentenwahlen im November die größten Chancen gegen Barack Obama haben.
Experten meinen allerdings, die neusten Anzeichen der wirtschaftlichen Erholung in den USA stellten Romney vor ein Dilemma. Romney, der früher auch im Finanzsektor gearbeitet und dort ein Millionenvermögen gemacht hatte, richtet seinen Wahlkampf weitgehend auf seine Wirtschaftskompetenz aus - und auf die schlechte Bilanz Obamas. Wenn sich die Wirtschaft zunehmend erhole und vor allem die nach wie vor hohe Arbeitslosigkeit sinke - dann könnten Romneys Argumente ins Leere laufen.
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21.05.2011
