·
Digitalabo·
Shop·
Tippspiel
Vorteilsnahme?
Das Kölner Landgericht erließ am Donnerstag nach Angaben von Wulffs Anwalt Gernot Lehr eine einstweilige Verfügung gegen die «Berliner Zeitung» und die «Frankfurter Rundschau» (Aktenzeichen 28 O 48/12). Lehr warf den Zeitungen «gezielte Falschberichterstattung» vor. Die Blätter wiesen dies zurück.
Die Audi-Zentrale erklärte in Ingolstadt: «Frau Wulff fuhr zwischen dem 22. Dezember 2011 und dem 23. Januar 2012 einen Audi Q3, den sie zu marktüblichen Konditionen von einem Audi-Handelsbetrieb in Berlin mietete.»
«Berliner Zeitung» und «Frankfurter Rundschau» hatten zuvor berichtet, das Ehepaar Wulff habe einen Wagen vom Typ Audi Q3 schon im Sommer 2011 offenbar kostenlos fahren dürfen - Monate bevor das Modell zu kaufen war. Wulff-Anwalt Lehr betonte im Gegenzug: «Das Ehepaar Wulff fuhr im Sommer 2011 keinen Audi Q3.» Den beiden Zeitungen, die in Berlin in einer Redaktionsgemeinschaft zusammenarbeiten, warf er «grobe Verletzung der journalistischen Sorgfaltspflichten» vor.
Die Chefredakteurin von «Berliner Zeitung» und «Frankfurter Rundschau», Brigitte Fehrle, versicherte der dpa am Mittag: «Wir haben an jeder Stelle die journalistische Sorgfaltspflicht gewahrt.» Die gerichtliche Verbotsverfügung war bis zum späten Nachmittag nach Angaben der Redaktion noch nicht eingetroffen. Aus diesem Grund wollte man sich dort zunächst nicht weiter äußern. Lehr teilte am Abend mit, der Gerichtsbeschluss sei um 16.59 Uhr per Mail vorab der Rechtsabteilung des Verlags und dem Autor zugeleitet worden.
Wulff ließ über seinen Anwalt im Gegensatz zur Darstellung der Zeitungen erklären: «Tatsächlich hat Bettina Wulff einen Audi Q3 erstmals am 22.12.2011 übernommen und die dafür marktübliche Vergütung gezahlt.» Später bestätigte der Anwalt, Frau Wulff habe den Wagen am 23. Januar zurückgegeben. Zu den Gründen sagte er nichts.
Die Berliner Staatsanwaltschaft prüft, ob sich Christian Wulff der Vorteilsnahme schuldig gemacht haben könnte. Staatsanwältin Simone Herbeth betonte aber, es handle sich lediglich um einen Prüfvorgang. «Das ist kein förmliches Ermittlungsverfahren», sagte sie der dpa. Die Prüfung wegen des Verdachts der Vorteilsannahme sei zudem schon wegen anderer Vorwürfe eingeleitet worden, etwa wegen des geschenkten «Bobby-Cars» oder wegen der Leasing-Konditionen für den Audi Q3. In diese laufende Prüfung würden die neuen Vorwürfe ebenso einbezogen wie die Darstellung des Anwalts.
Der Audi hatte schon Mitte Januar für Wirbel gesorgt, weil Bettina Wulff ihn zu günstigen Leasing-Konditionen bekommen haben soll. Der Anwalt Wulffs erklärte damals, der von Frau Wulff bestellte Q3 werde erst Mitte des Jahres ausgeliefert. Deshalb habe Audi ihr einen Wagen gleichen Typs gegen eine Zahlung von monatlich 850 Euro zur Verfügung gestellt.
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) legte Wulff angesichts der anhaltenden Vorwürfe indirekt den Rückzug nahe. Im Fernsehsender Phoenix mahnte Beck ein Gespräch von Union und FDP mit dem Staatsoberhaupt an. Auf die Frage nach Rücktritt sagte er: «Das, glaube ich, müsste in einem solchen Gespräch in eine solche Richtung gehen, aber ich selber halte mich da sehr zurück.»
Mehr zum Thema
Mehr Politik
Wirbel um Auto von Bettina Wulff
Berlin. Bettina Wulff hat die Berichterstattung über eine angeblich kostenlose Nutzung eines Audi-Privatwagens gerichtlich verbieten lassen.
Die Audi-Zentrale erklärte in Ingolstadt: «Frau Wulff fuhr zwischen dem 22. Dezember 2011 und dem 23. Januar 2012 einen Audi Q3, den sie zu marktüblichen Konditionen von einem Audi-Handelsbetrieb in Berlin mietete.»
«Berliner Zeitung» und «Frankfurter Rundschau» hatten zuvor berichtet, das Ehepaar Wulff habe einen Wagen vom Typ Audi Q3 schon im Sommer 2011 offenbar kostenlos fahren dürfen - Monate bevor das Modell zu kaufen war. Wulff-Anwalt Lehr betonte im Gegenzug: «Das Ehepaar Wulff fuhr im Sommer 2011 keinen Audi Q3.» Den beiden Zeitungen, die in Berlin in einer Redaktionsgemeinschaft zusammenarbeiten, warf er «grobe Verletzung der journalistischen Sorgfaltspflichten» vor.
Die Chefredakteurin von «Berliner Zeitung» und «Frankfurter Rundschau», Brigitte Fehrle, versicherte der dpa am Mittag: «Wir haben an jeder Stelle die journalistische Sorgfaltspflicht gewahrt.» Die gerichtliche Verbotsverfügung war bis zum späten Nachmittag nach Angaben der Redaktion noch nicht eingetroffen. Aus diesem Grund wollte man sich dort zunächst nicht weiter äußern. Lehr teilte am Abend mit, der Gerichtsbeschluss sei um 16.59 Uhr per Mail vorab der Rechtsabteilung des Verlags und dem Autor zugeleitet worden.
Wulff ließ über seinen Anwalt im Gegensatz zur Darstellung der Zeitungen erklären: «Tatsächlich hat Bettina Wulff einen Audi Q3 erstmals am 22.12.2011 übernommen und die dafür marktübliche Vergütung gezahlt.» Später bestätigte der Anwalt, Frau Wulff habe den Wagen am 23. Januar zurückgegeben. Zu den Gründen sagte er nichts.
Die Berliner Staatsanwaltschaft prüft, ob sich Christian Wulff der Vorteilsnahme schuldig gemacht haben könnte. Staatsanwältin Simone Herbeth betonte aber, es handle sich lediglich um einen Prüfvorgang. «Das ist kein förmliches Ermittlungsverfahren», sagte sie der dpa. Die Prüfung wegen des Verdachts der Vorteilsannahme sei zudem schon wegen anderer Vorwürfe eingeleitet worden, etwa wegen des geschenkten «Bobby-Cars» oder wegen der Leasing-Konditionen für den Audi Q3. In diese laufende Prüfung würden die neuen Vorwürfe ebenso einbezogen wie die Darstellung des Anwalts.
Der Audi hatte schon Mitte Januar für Wirbel gesorgt, weil Bettina Wulff ihn zu günstigen Leasing-Konditionen bekommen haben soll. Der Anwalt Wulffs erklärte damals, der von Frau Wulff bestellte Q3 werde erst Mitte des Jahres ausgeliefert. Deshalb habe Audi ihr einen Wagen gleichen Typs gegen eine Zahlung von monatlich 850 Euro zur Verfügung gestellt.
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) legte Wulff angesichts der anhaltenden Vorwürfe indirekt den Rückzug nahe. Im Fernsehsender Phoenix mahnte Beck ein Gespräch von Union und FDP mit dem Staatsoberhaupt an. Auf die Frage nach Rücktritt sagte er: «Das, glaube ich, müsste in einem solchen Gespräch in eine solche Richtung gehen, aber ich selber halte mich da sehr zurück.»
Lesen Sie auch ...
Ermittlungen gegen Wulffs Ex-Sprecher Glaeseker
Gegen den früheren Bundespräsidenten- Sprecher Olaf Glaeseker wird wegen Korruptionsverdachts ermittelt. Die Staatsanwaltschaft durchsuchte bei einer... mehr
Wulff bleibt im Amt und entschuldigt sich
Nach zehn Tagen bricht der Bundespräsident sein Schweigen. Christian Wulff bedauert sein zögerliches Verhalten in der Kreditaffäre - und will im Amt... mehr
Wulff sucht Rückkehr zum Amtsalltag
Der Bundespräsident kehrt beim Sternsinger-Empfang in die Amtsroutine zurück - und bekommt Unterstützung der zunächst schweigsamen Kanzlerin.... mehr
Mehr Politik







Grenzen verschoben. Ich zumindest freue mich, dass wir nun
endlich mal einen jüngeren Bundespräsidenten haben mit Familie
und allen Nebenefekten die sich daraus ergeben. Und das der nun
gerade nicht pflegeleicht ist, ergibt sich aus seiner politischen
Arbeit. Aber unsere gesamten Medien wollen ihn schlachten.
Dann gibt es eben wieder eine schon ältere Person, die
niemandem mehr im Wege steht.
Wenn wir sagen, dass Politiker letztlich eben auch nur einen Querschnitt der Bevölkerung darstellen und eben gerade nur so "gut" oder so "schlecht" sind wie alle Anderen, dann würde dies - so meine ich - ein ganz falsches Bild ergeben, denn rein tatsächlich verfügen die meisten Menschen ja nicht über die entsprechenden "Mäzene", die ihnen die erstrebten Vergünstigungen zukommen lassen könnten.
Viel mehr muss man immer wieder darauf hinweisen, dass Politiker nach wie vor Vorbilder sein müssen, so wie all jene Personen, die an anderer Stelle in verantwortungsvoller Position tätig sind. Da müssen die Politiker dann doch wieder eine Reflexion der Bevölkerung sein, denn, ob in der freien Wirtschaft oder in der Verwaltung: Hier sind viele Menschen in vorbildlicher Weise tätig - und das ohne jemandes anderen Günstling zu sein.
Ein bisschen mehr Maß, Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit würden unseren Politikern von heute nicht nur gut zu Gesicht stehen - ich finde, die Menschen haben ein Recht darauf, dass ihre "Volksvertreter" tugendhaft sind, oder?
geschrieben, um sich dann als Mitlügner zu outen. Herr Beck
und Herr Özdemir und wer da noch alles kommt, werden hier
wohlwollend übergangen. Ich warte doch lieber bis alle
endlich ihre Karten offen gelegt haben.