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„Wir glauben an Elektroautos“
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Autor: Klaus Jongebloed 31. Januar 2012 06:00 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Ein Gutachten und seine Geschichte: Wie Zusammenhänge missverstanden werden

„Wir glauben an Elektroautos“

Osnabrück. Eine Studie über den Klimaschutz-Effekt durch Elektroautos hat gestern für reichlich Wirbel gesorgt – auch weil Zusammenhänge zum Teil falsch dargestellt werden.

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Mit Verweis auf einen Zeitungsbericht hieß es gestern, ein Gutachten des Öko-Instituts sowie des Instituts für sozial-ökologische Forschung sei zu einem wenig rühmlichen Urteil über Elektroautos gelangt. Sie würden viel weniger zum Klimaschutz beitragen als angenommen. Mit effizienteren Benzinmotoren sei bis 2030 eine Minderung der Treibhausgas-Emissionen im Verkehrsbereich um 25 Prozent möglich, durch Elektro-Pkw nur um sechs Prozent. Hieß es.

Bei dieser Rechnung gerät aber einiges durcheinander, wie einer der Autoren des Gutachtens, Florian Hacker vom Öko-Institut, unserer Zeitung bestätigt. „Das Öko-Institut glaubt an die Zukunft des Elektromobils“, sagt Hacker. Wichtig sei allerdings, „dass man die konventionellen Fahrzeuge nicht außer Acht lässt“. Der als Autoexperte geltende Ferdinand Dudenhöffer bricht ebenfalls eine Lanze für Elektroautos. Sie seien schon heute „deutlich klimafreundlicher“ als Pkw mit Verbrennungsmotor.

Tatsächlich kommt das Gutachten Optum (Optimierung der Umweltentlastungspotenziale von Elektrofahrzeugen) zu folgendem Ergebnis: Demnach rechnen die Forscher 2030 mit einer Elektroflotte von etwa sechs Millionen Pkw – dann sei eine Minderung von sechs Prozent der Gesamtemission des Pkw-Verkehrs realistisch. Hacker rückt auch den Hinweis auf die Klimaschutzleistungen herkömmlicher Pkw mit Verbrennungsmotoren zurecht. Derzeit gebe es in Deutschland einen Bestand von rund 41 Millionen Pkw. Hacker: „Wenn diese Autos bis 2030 effizienter werden, kann man gegenüber heute etwa 25 Prozent der Gesamtemission im Pkw-Verkehr einsparen.“ Wohlgemerkt: im Vergleich zum heutigen Treibhausgas-Ausstoß.

Hacker und seine Kollegen gehen also davon aus, dass 2030 der Bestand an Pkw mit 41 Millionen Stück nahezu identisch zu heute bleibt, darunter dann allerdings sechs Millionen Elektro-Pkw. Und diese sorgen 2030 laut Wissenschaftlern für eine Einsparung von rund 5,2 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2). Die Rechnung der Wissenschaftler: Während 2009 durch den Pkw-Verkehr bundesweit rund 178 Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen wurden, sinkt die Menge – ohne Elektroautos, aber mit effizienteren herkömmlichen Pkw – auf 87,2 Millionen Tonnen CO2. Erst davon kann man zusätzlich die durch Elektroautos eingesparte CO2-Menge abziehen. Im Jahr 2030 müsste Deutschland also wegen des Pkw-Verkehrs noch 82 Millionen Tonnen CO2 verkraften. Zwei große Herausforderungen bleiben jedoch. Zum einen müssen erneuerbare Energien ausgebaut werden. Das haben auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) und der ADAC deutlich gemacht. Und: Die für die Elektro-Technologie derzeit eingesetzten teils seltenen Metalle müssen schleunigst ersetzt werden.

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