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Neues Kompetenzzentrum gegen Rechtsextremismus
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Quelle: dpa 24. Januar 2012 18:17 Uhr

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Dieter R. Dienstag, 24. Januar 2012 18:55 Uhr


Neues Kompetenzzentrum gegen Rechtsextremismus

Berlin. Nach den Neonazi-Morden hat die Bundesregierung Initiativen gegen Rechtsextremismus in ihrer Arbeit bestärkt und Unterstützung versprochen.

 
Die Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) und Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) nach dem Spitzentreffen gegen Rechtsextremismus. Foto: Robert Schlesinger  Vergrößern

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«Es darf kein Raum sein in diesem Land, in dieser Gesellschaft für Rechtsextremismus», sagte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) nach einem Treffen mit Kirchen, Verbänden und Initiativen gegen Rechts in Berlin. Familienministerin Kristina Schröder (CDU) kündigte ein neues, bundesweites Informations- und Kompetenzzentrum an, um Wissen über den Rechtsextremismus zu bündeln. Hoffnungen auf mehr Geld für Initiativen hatte sie bereits gedämpft.

Friedrich und Schröder hatten das Treffen gemeinsam initiiert, um ein Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen. «Nur wenn wir uns alle zusammen aktiv für unsere Demokratie und für Toleranz starkmachen, können wir den Rechtsextremismus aus unserer Gesellschaft verbannen», sagte Friedrich. Bund und Länder seien verpflichtet, den Kommunen beim Kampf gegen Rechtsextremismus jede Hilfe, Unterstützung und Ermutigung zu geben, die denkbar sei. Ende November war bekanntgeworden, dass Rechtsterroristen zehn Menschen ermorden konnten, ohne dass die Ermittler die Täter im Visier hatten.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann, beklagte mangelnde Fortschritte bei der Aufklärung der Mordserie. «Die Behörden sind bei der Aufklärung dieser schrecklichen Taten noch immer in den fortgesetzten Winterschlaf verfallen», sagte er den «Ruhr Nachrichten» (Dienstag). Dem Treffen am Dienstag müssten aber auch Taten folgen, mahnte er. Der Bundestag will an diesem Donnerstag einen Untersuchungsausschuss beschließen. Am Dienstag einigten sich alle Fraktionen darauf, das Gremium zu unterstützen. Die Abstimmung am Donnerstag dürfte deswegen nur noch eine Formalie sein. Der Untersuchungsausschuss soll die Arbeit von Verfassungsschutz und Polizei durchleuchten und mögliche Versäumnisse aufklären.

Ministerin Schröder erklärte, es gehe darum, Menschen im Umfeld von Jugendlichen zu stärken, die in den Rechtsextremismus abzugleiten drohten. Es gebe Kompetenzen im Kampf gegen Rechts. Wenn erfolgreiche Projekte aber ausliefen, bestehe das Problem, dass das angesammelte Wissen verloren gehe. Das soll nun ein Kompetenzzentrum ändern.

Anetta Kahane von der Amadeu Antonio Stiftung kritisierte, viel wichtiger als das angekündigte Kompetenzzentrum sei die Stärkung und Unterstützung des zivilgesellschaftlichen Engagements. «Eine weitere Bundeseinrichtung kann nicht die erfolgreiche Arbeit der zahlreichen zivilgesellschaftlichen Initiativen ersetzen», sagte sie. Es fehle vielmehr an Geld. Zudem müssten die Bedingungen für Integration von Einwanderern und der Diskriminierungsschutz verbessert werden.»

Im Bundesfamilienministerium laufen Programme gegen Rechts zusammen. Insgesamt stehen aus dem Schröder-Ministerium jährlich 24 Millionen Euro bereit. Auf die Frage, ob der Betrag erhöht werde, hatte die Ministerin bereits in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» erklärt: «Es gibt leider keine Garantie, dass mehr Geld auch mehr hilft. Wir müssen kluge und nachhaltige Projekte machen.»

Schröder stößt bei Initiativen auch mit ihrer Extremismusklausel auf Kritik. Um staatliche Fördergelder zu bekommen, müssen Initiativen erklären, dass sie keine extremistischen Bestrebungen haben. Einige Initiativen empfinden das als Zumutung. Schröder und Friedrich verteidigten die Klausel am Dienstag.  Mehr Politik

 
  Leserkommentare

 
Dieter R., Dienstag, Januar 24 um 18:55 Uhr Falsches Verhältnis Ich habe nicht einen einzigen der Neonazi-Artikel in den letzten Wochen kommentiert, sondern sie einfach kopfschüttelnd ignoriert. Aber wenn jetzt auch noch solche Artikel nachfolgen, schlägt irgendwann das Überdruck-Ventil an. Völlig unreflektiert wird seit Wochen von einer "braunen Terrorzelle" gesprochen, einer Bezeichnung, die nicht mal in Ansätzen haltbar ist. Als kleine Nachhilfe für einige Redakteure: Erstens ist das Ziel des Terrors die Einrichtung einer neuen politischen Ordnung. So verabscheuungswürdig die Morde auch gewesen sind, es waren Morde, die aus Hass geschahen, ohne weiteres Ziel. Denn egal wie viele Morde die Herrschaften noch hätten begehen können, eine andere politische Ordnung wäre dadurch nicht herbeigeführt worden, völlig unabhängig davon, welches System die beiden "Glatzen" favorisiert haben mögen. "Echter" Terror richtet sich daher immer an eine Regierung bzw. Vertreter des jeweils verhassten Systems (vgl. RAF). Dennoch können selbsternannte Antifaschisten in Berlin und Hamburg täglich noch so viele (u.a. Polizei-)Autos abfackeln, wie sie wollen. Und sie können auch ruhig mit Flaschen, Betonplatten und Brandsätzen nach Polizisten (=Vertreter der Staatsmacht!!) werfen - niemals würde unserer Medienlandschaft dabei das Wort "Terrorismus" über die Lippen kommen. Warum eigentlich nicht? Hier wäre es jedenfalls zutreffend!
Zweitens gehören zu einer terroristischen Vereinigung mindestens drei Personen. Zwei mögliche Kandidaten sind tot, und solange die gute Frau Zschäpe schweigt und ihr nichts nachgewiesen werden kann, außer mit den beiden Hauptprotagonisten befreundet gewesen zu sein, zerplatzt der hochtrabende Begriff der "terroristischen Vereinigung", die zumindest in der Vergangenheit aktiv gewesen sein soll, wie eine Seifenblase!

Wieder einmal wird die Chimäre einer "braunen Bedrohung" konstruiert, die sich selbst auf den 1. Blick bereits als heiße Luft entpuppt. Im Gegensatz zu den Parteien im Bundestag halte ICH mich an die Vorgabe des Grundgesetzes, das aussagt, dass kein Mensch aufgrund seiner (politischen) Weltanschauung bevorzugt oder benachteiligt werden darf. Daher ist für mich jeder Mord gleich verwerflich, unabhängig davon, wer ihn begeht. Die braunen Pseudo-Terroristen sollen also von 2000-2006 neun Morde an Ausländern begangen haben. Beleuchten wir mal den Rechtsextremismus in seiner gesamten Bandbreite, so hat es seit der Vereinigung von BRD und DDR, also in den letzten 19 Jahren, insgesamt 150 Todesopfer rechtsextremer Gewalt gegeben. Das sind 150 Morde zuviel, ohne Frage! Die Zahl stammt von einer ultralinken Seite, für die ich hier keine Werbung machen möchte. Aber aufgrund der Quelle unterstelle ich daher mal, dass "150" das Maximum ist, was sich an Opferzahlen herausholen lässt. Aus einer anderen Quelle, die hier zu verlinken unerwünscht sein dürfte, geht hervor, dass im gleichen Zeitraum ca. 7.500 (in Worten: Siebentausendfünfhundert) Deutsche Staatsbürger von Ausländern(!) getötet worden sind. Ich bedauere jeden der insgesamt 7.650 Morde gleichermaßen, aber es dürfte offensichtlich sein, dass somit der Löwenanteil meines Mitleids zwangsweise für die 7.500 getöteten Deutschen benötigt wird und für die 150 Ausländer nur ein Bruchteil übrig bleibt. Hier ist es dringend geboten, mal das Verhältnis zur "Pseudo-Terrorzelle" aufzuzeigen: Wegen neun getöteten Ausländern (davon 8 Türken, die seinerzeit selbst der Türkei piepegal gewesen waren) hatten die Medien tagelang nichts anderes zu berichten, Lichterketten hier, Trallala da, Oberdeppendorf ist bunt statt braun, ein Pattex-"Präsident", der sich in seiner Weihnachtsansprache und bei jedweder folgenden möglichen Gelegenheit darauf bezog, weil er sich da ja des Zuspruchs sicher sein durfte, usw. usf.
Und auf der anderen Seite 7.500 getötete Deutsche, denen nicht einmal ansatzweise solche Aufmerksamkeit zuteil wurde. Im Gegenteil: Das übliche Schweigen, Verheimlichen, Bagatellisieren. Diese Doppelmoral, die den Opfern von Rechtsextremisten einen Sonderstatus bzgl. des öffentlichen Mitleids zukommen lässt, ist einfach unerträglich...

Und zur Krönung nun der obige Artikel:
Nachdem schon das Wort "Terrorismus" so locker von der Hand in die Tastatur ging, werden nun mal wieder vorsätzlich die Worte "Rechts" und "Rechtsextrem" als Synonyme verwendet. Dadurch wird allen (auch liberalen) Parteien im entsprechenden Bereich automatisch ein braunes Etikett angepappt. Ist ja auch viel einfacher, jemanden mit der braunen Keule mundtot zu machen, anstatt sich ihm im offenen Diskurs zu stellen.
Die Sozialisten predigen immer die Gleichheit, doch bei näherem Hinsehen bezeichnet das maximal die Gleichheit unter ihresgleichen. Jeder Andersdenkende ist ein Klassenfeind, der mit aller Macht und allen Tricks bekämpft werden muss.

Ich kann den Kommentar von Karl S. daher nur bestätigen: Es ist schon bezeichnend, dass gewisse (ultralinke) Organisationen die geforderte Erklärung nicht abgeben wollen. Da ein solches Lippenbekenntnis für sie eine Kleinigkeit wäre, ist es einfach offene Dreistigkeit, die hier mit einer "Wozu verstellen, es geht doch auch so!?"-Einstellung an den Tag gelegt wird.

 
Eduard Paschulke, Dienstag, Januar 24 um 12:29 Uhr Vorsicht, Schlapphüte! Da müssen die Bundesregierung, die Kirchen und die Verbände aber verdammt aufpassen! Bekanntlich überwacht der Verfassungsschutz antifaschistische Bündnisse am allerliebsten.

 
Karl S., Dienstag, Januar 24 um 08:21 Uhr Knete ja. Grundgesetz nein. Es geht um viel Geld mit denen fragwürdige Aktionen und Bündnisse gerade im Osten der Republik ihre Kassen füllen wollen. 24 Millionen Euro soll verteilt werden. Die Bündnisse wollen das Geld, weigern sich aber etwas eigentliche Selbstverständliches zu tun: Zu bescheinigen, dass sie mit dem Geld keine verfassungsfeindlichen Aktivitäten unterstützen und sie auf dem Boden des Grundgesetzes stehen. Das ist entlarvend.
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