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Griechenland wartet auf neue Regierung
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Quelle: dpa 07. November 2011 14:17 Uhr

Große Koalition in Griechenland

Griechenland wartet auf neue Regierung

Athen. Die Staatspleite steht vor der Tür, und Griechenland wartet gespannt auf den Namen des neuen Ministerpräsidenten, der das Land retten soll.

 
 
Griechenlands bisheriger Ministerpräsident Papandreou wird die neue Regierung nicht anführen. Archivfoto: Hannibal  Vergrößern

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Wie der staatliche Rundfunk (NET) berichtete, sollten in Laufe des Montags die beiden Hauptdarsteller des griechischen Finanz- und Politdramas, der Sozialist Giorgos Papandreou und der Konservative Antonis Samaras, mit ihren Mitarbeitern über die Zusammensetzung der neuen Regierung entscheiden. Bis kurz vor Mittag hatte es nach übereinstimmenden Informationen der griechischen Presse aber noch kein Telefonat zwischen Papandreou und Samaras gegeben.

Möglicherweise hing die Verspätung mit dem Mann zusammen, der das Land führen soll. Die Gerüchte laufen zusammen auf den ehemaligen griechischen Vizepräsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Lucas Papademos. Er sei noch unterwegs nach Athen aus den USA und sollte am Nachmittag in Griechenland eintreffen. Aus diesem Grund rechneten Beobachter mit weiteren Verspätungen bei der Bekanntgabe des neuen Kabinetts.

Auch aus Kreisen der konservativen Partei Nea Dimokratia wurde Papademos als möglicher neuer Ministerpräsident genannt. Der 64-jährige parteilose Wirtschaftswissenschaftler war früher Chef der nationalen Notenbank und gilt als Architekt des Beitritts Griechenlands zum Euroraum.

Am Vorabend war bei einem dramatischen Treffen zwischen Staatspräsident Karolos Papoulias mit Papandreou und Samaras vereinbart worden, dass die neue Regierung mit möglichst breiter Unterstützung das Land bis Februar führen soll. Danach sollen Neuwahlen stattfinden. «Wahrscheinlichstes Datum ist der 19. Februar», sagte Finanzminister Evangelos Venizelos am Montag. Der noch amtierende Finanzminister sollte Griechenland bei der Tagung der Eurogruppe am Nachmittag in Brüssel vertreten.

Regierungschef Papandreou, der seit 2009 amtiert, musste nach scharfer internationaler Kritik in der vergangenen Woche seine Forderung nach einer Volksabstimmung über die Rettungsmaßnahmen zurücknehmen. Er gewann zwar in der Nacht zum Samstag eine Vertrauensabstimmung im Parlament, zeigte sich aber anschließend bereit zum Rückzug. Die Spitzen der Eurogruppe machten die Auszahlung der nächsten Milliarden-Hilfstranche an Griechenland von einem klaren Bekenntnis zu dem geplanten Sparpaket abhängig.

Die griechische Presse reagierte erleichtert: «Endlich! Der erste Schritt für die Rettung des Landes wurde gemacht», lautete der Tenor in der Athener Zeitung «Ta Nea». «Sie sitzen im gleichen Boot für noch härtere Maßnahmen», prophezeite die linksliberale «Eleftherotypia». «Historisches Abkommen der nationalen Einheit», titelte das Boulevardblatt "Ethnos".
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