Noz
Kontakt

·

Digitalabo

·

Shop

·

Tippspiel

Startseite

|

Deutschland & Welt

|

Politik

|

Krach in der Koalition um Internetportal
Politik

Schrift
 Drucken  Versenden Empfehlen auf:      

Autor: Klaus Jongebloed 20. Juli 2011 06:00 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Zuletzt hat kommentiert:
14274
Michael C. Donnerstag, 21. Juli 2011 11:10 Uhr

„Lebensmittelklarheit“ startet heute – FDP: Aigners Alleingang – Industrie: Pranger

Krach in der Koalition um Internetportal

Osnabrück. Heute gegen elf Uhr wird das Internetportal „www.lebensmittelklarheit.de“ freigeschaltet. Verbraucher sollen so die Möglichkeit haben, sich über irreführende Werbung bei Lebensmitteln oder täuschende Angaben auf Verpackungen beschweren zu können. So will es Agrarministerin Ilse Aigner (CSU). Koalitionspartner FDP und Ernährungsindustrie laufen Sturm gegen den Plan.

– Anzeige – Ihre Anzeige hier



Meistgelesene Artikel








Der Vorsitzende des Agrarausschusses, Michael Goldmann (FDP), sagte, Aigner transportiere mit dem Portal „die Ängste der Verbraucher vor Lebensmitteln“. Die Nennung von Produkten halte er für „höchst riskant“. Er kritisierte, Aigner habe die Koordinierung des Internetportals an die Verbraucherzentralen delegiert. Zwar seien bei manchen Kennzeichnungen von Lebensmitteln Verwirrungen zu korrigieren. „Aber das ist ein gesetzgeberischer Auftrag und gehört nicht in die Hand von Verbraucherzentralen.“ Das Vorgehen Aigners sei „einer ihrer typischen Alleingänge“.

Matthias Horst, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), begrüßte zwar die im Portal vorgesehenen Informationen und Diskussionsforen zur Kennzeichnung von Lebensmitteln und vermuteten Täuschungen. Nicht tragbar seien jedoch produktbezogene Angaben, „bei denen Marke sowie Hersteller- und Händlernamen genannt werden“. Horst: „Das ist ein Pranger, um Ware zur Schau zu stellen, die rechtlich in Ordnung ist.“ Er warnte, die Internetseite könne „massive Folgen für die Vermarktung von Produkten und für Firmen haben, bis hin zum Existenzrisiko“. Der Verbandschef wollte Klagen von Unternehmen nicht ausschließen. Aigners Politik sei nicht zielführend. „Dennoch unterstützt das Ministerium das Portal mit 775000 Euro. Das ist viel Steuergeld“, sagte Horst.

Lesen Sie auch ...

Aigner will schärfere Kontrollen bei Tierfutter
Als Konsequenz aus dem Dioxin-Skandal kaufen die Kunden in Deutschland weniger Eier, Geflügel und Schweinefleisch. Die Industrie klagt über... mehr

 

Aigner sieht vorsätzliche Dioxin-Panscherei
Der Dioxin-Skandal ist nach Ansicht von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) durch vorsätzliche Panscherei zustande gekommen. Das... mehr

Merkel will Dioxin-Streit ein Ende setzen
Berlin/Hannover (dpa) - Im Dioxin-Skandal hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) den Krach zwischen Agrarministerin Ilse Aigner (CSU) und dem Land... mehr


 Mehr Politik

 
  Leserkommentare

 
Michael C., Donnerstag, Juli 21, 2011 um 11:10 Uhr Mogelpackung Müssen wir die Politiker nicht ebenfalls auf dieser Seite melden ?

Das was in unseren Vertretungen sitzt , erfüllt doch den Begriff "Mogelpackung"

Spass beiseite: Auch wenn die Industrie mault: unbedingt die Dinge beim Namen nennen. Nur dann wird sich etwas ändern.
Wird das aber herausgefiltert, dann ist diese Seite überflüssig wie ein Kropf. Warten wir's mal ab. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

 
Mister Fritz, Donnerstag, Juli 21, 2011 um 09:02 Uhr Internetportal Ich bin der Meinung das die Verbraucherorganisation jede
Unterstützung benötigt. Die Lobbyisten laufen schon Sturm
gegen das Portal.Die Politik hat in der Vergangenheit den
Schutz der Verbraucher hinten angestellt. Hoffentlich tritt nicht
wieder das ein, was Heiko P. wohl meint. Wäre sehr schade.

 
Volker Hunsche, Mittwoch, Juli 20, 2011 um 10:09 Uhr Was stört die FDP? Da hat unsere Verbraucherministerin Frau Aigner ausnahmsweise mal eine wirklich gute Idee mit dem Internetportal "www.lebensmittelklarheit.de" für mehr Transparenz auf dem Lebensmittelsektor zu sorgen, und dann mauert der Koalitionspartner FDP. Was ist so schlimm daran, dass das neue Internetportal "ausführliche und gut verständliche Informationen zur Kennzeichnung" gibt und Mogelpackungen und irreführende Kennzeichnungen an den Pranger stellt? Fürchtet etwa die FDP die Verbraucher, die hoffentlich die auffällig gewordenen Lebensmittel in den Regalen liegen lässt? Ja, es ist richtig, wir Verbraucher wollen ehrliche Information und keine Mogelei! Die FDP sollte daran denken, dass es nicht ausreicht Klientelpolitik für die Lebensmittelindustrie zu machen, denn dann gleitet diese Partei in die Bedeutungslosigkeit ab. Aber vielleicht ist das ja sowieso die Zukunft der FDP - bei einer solchen verbraucherfeindlichen Politik wäre das dann auch wirklich kein Schaden für unser Land, ganz im Gegenteil.
Schreiben Sie einen Kommentar




Empfehlen auf:  Facebook  Twitter




 Zeitungstitel wählen  Schließen

Wählen Sie Ihren Zeitungstitel: