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Uni stellt Guttenberg Ultimatum
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Strafanzeige gegen Minister

Uni stellt Guttenberg Ultimatum

Berlin. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) gerät in der Plagiat-Affäre immer stärker unter Druck. Die Universität Bayreuth hat ihm ein Ultimatum gestellt: Der Minister muss sich innerhalb von zwei Wochen zu den Vorwürfen äußern. Auch die Justiz ist inzwischen mit dem Fall befasst. Bei der Staatsanwaltschaft gingen zwei Strafanzeigen ein.



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Hat Verteidigungsminister zu Guttenberg gemogelt? Was halten Sie von den Plagiatsvorwürfen seiner Doktorarbeit?

  • Die Politik lebt von Glaubwürdigkeit, die hat Guttenberg nun verspielt. Als Minister ist er nicht mehr tragbar.
  • Das Thema wird viel zu sehr aufgebauscht. Jeder mogelt mal.
  • Die ganze Diskussion ist mir völlig egal.
 
 
Unter politischem Feuer: Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Foto: dapd  Vergrößern

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Die Zahl der Autoren, von denen der CSU-Politiker in seiner Doktorarbeit abgeschrieben haben soll, stieg bis gestern Abend auf 15.

Guttenberg reiste nach Bekanntwerden der Vorwürfe zunächst zu einem schon länger geplanten Truppenbesuch nach Afghanistan. Erstmals übernachtete er dort in einem Außenposten mitten im Kampfgebiet. Einen für gestern Abend geplanten Wahlkampfauftritt bei der CDU in Sachsen-Anhalt sagte der Minister ab.

Wie unsere Zeitung aus Justizkreisen erfuhr, will die Staatsanwaltschaft Hof Vorermittlungen im Fall Guttenberg aufnehmen. In einer Strafanzeige wird dem Politiker vorgeworfen, in seiner Doktorarbeit gegen das Urheberrecht verstoßen zu haben. Eine zweite Strafanzeige beschuldigt zu Guttenberg, eine falsche eidesstattliche Aussage getätigt zu haben. Dieser Anzeige wird jedoch in Justizkreisen keine Chance eingeräumt, da die Prüfungsordnung der Universität für Doktoranden gar keine eidesstattliche Versicherung vorsieht.

Sollte die Anklagebehörde den Anfangsverdacht eines Verstoßes gegen das Urheberrechtsgesetz feststellen, müsste der Bundestag die Immunität des Bundestagsabgeordneten aufheben, um den Weg für eine Anklage frei zu machen. Im Falle einer Verurteilung droht zu Guttenberg eine Geldstrafe.

Die Plagiatsvorwürfe gegen den Minister weiteten sich unterdessen aus: Der Bremer Rechtsprofessor Andreas Fischer-Lescano hatte mindestens acht Autoren aufgelistet, von denen Guttenberg abgekupfert haben soll. Nun kamen weitere hinzu. Guttenberg verwendete offenbar auch einen Absatz von der Webseite der US-Botschaft ohne Fußnote und bediente sich aus dem Beitrag eines CDU-Europaabgeordneten sowie aus einer Rede eines Jura-Professors.

Auch bei seinem Vorgänger im Amt des Verteidigungsministers, Rupert Scholz (CDU), soll sich Guttenberg bedient haben. Nach Angaben von „Spiegel Online“ soll er eine Textpassage aus einem Aufsatz des Staatsrechtslehrers Scholz ohne Quellenangabe übernommen haben. Im Internet tragen Plagiatsjäger Textpassagen zusammen, die abgekupfert sein könnten. Die Ergebnisse sind auf http://de.guttenplag.wikia.com zu finden. Mehr als 30 Fundstellen sind dort inzwischen aufgelistet. Sogar die Einleitung der 2007 veröffentlichten Dissertation findet sich fast wortgleich in einem Artikel der FAZ von 1997 wieder. In Berlin mehrten sich gestern die Rufe aus der Opposition nach einem Rücktritt des Verteidigungsministers. Seite 3


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  Leserkommentare

 
Hans-Ulrich S., Freitag, Februar 18, 2011 um 20:54 Uhr Uni oder Gutachter, wer hat schuld? Warum immer auf Herrn zu G. dreschen?
Die Dissertation hat einen so schönen Beginn/Einleitung. Und sie war einfach abgekupfert, aber Herr zu G. hat das vergessen, wann? Wie konnte er das vergessen und vor allem wie kann ein Professor annehmen ein heutiger Mensch würde diesen Ausdruck erfinden :" e pluribus unum/unam". ich nehme an, dieser Ausspruch stammt von einem Bildungsbürger des 18./19. Jhdts stammt; einem Gründungsvater der USA, Jefferson oder einer der Addams fallen mir da ein. Wenn das mir dazu einfällt, dann kann ich mir nicht vorstellen, daß es vor mir keinem anderen auffiel. Aber die Gutachter haben es nicht überpprüft, Herrn zu G. auch nicht danach gefragt. Das sprengt meine Vorstellung. Herr zu G. war aber gar nicht in der Lage, korrekt dieses Zitat zuzuordnen, da er seine gesamte Einleitung abgeschrieben hat.
Bayreuth (und seine Professoren) wird mit dieser Leistung in die Wissenschaftsgeschichte eingehen. Aber vielleicht kann sie ja diesen Augiasstall ausmisten.
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