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Autor: Klaus Jongebloed 26. Januar 2011 06:00 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

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Elisabeth P. Mittwoch, 26. Januar 2011 15:55 Uhr

Flasbarth: Industrielle Tierproduktion falscher Weg – „Mit dem Dünger runter“

Umweltbundesamt für Agrarwende

Osnabrück. Das Umweltbundesamt (UBA) verlangt von der Landwirtschaft eine Abkehr von der industriellen Tierhaltung und einen größeren Beitrag zur Umweltentlastung.

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Unserer Zeitung sagte UBA-Präsident Jochen Flasbarth: „Dass wir mit immer größerem industriellen Aufwand die Tierproduktion vorantreiben und dadurch die Ökosysteme aus den Fugen bringen, ist ein falscher Weg.“ Natürlich könne man bestehende Ställe nicht einfach abschaffen. Zumindest aber müssten die Möglichkeiten moderner Stallungen bei Abluft besser genutzt werden. „Und für die Zukunft darf dann nicht mehr in diese Form der industriellen Tierhaltung investiert werden, sondern in solche mit geringeren Beständen, sodass sie in einem vernünftigeren Verhältnis zur Fläche stehen.“

Die Anforderungen an die Landwirtschaft müssten verschärft werden, damit vor allem die Stickstoff-Belastung der Umwelt verringert werde. Zwar sei Stickstoff einerseits Lebensgrundlage. Andererseits bedeute jedoch ein zu starker Eintrag von Stickstoff-Verbindungen wie Ammoniak, Lachgas und Stickstoffdioxid durch die Landwirtschaft gravierende Nachteile für die Umwelt.

Flasbarth: „Wir überdüngen unsere Ökosysteme, unsere Böden und Gewässer bis hin zu Nord- und Ostsee. Wir müssen mit dem Dünger runter, sonst wird die Umwelt zu stark belastet.“ Auch Klima und Gesundheit seien massiv betroffen. „Ammoniak und Stickstoffdioxid sind Vorläufer vom Feinstaub und schädigen die Atemwege. Das Lachgas ist ein starkes Treibhausgas“, sagte Flasbarth.

Eine neue UBA-Studie stelle fest, „dass der Ausstoß von Ammoniak und Lachgas auf hohem Niveau stagniert“. Es bestehe erheblicher Handlungsbedarf zur Stickstoffminderung in der Landwirtschaft. Die Landwirtschaft habe das von der Bundesregierung gesetzte Ziel „erheblich verfehlt“, von 1990 bis 2010 den Stickstoff-Überschuss pro Hektar und Jahr von 133 auf 80 Kilogramm zu senken. „Erreicht wurden rund 100 Kilogramm“, kritisierte der UBA-Chef.

Nach seinen Worten hat die Stickstoffbelastung in Deutschland dramatische Ausmaße erreicht: Rund 3,2 Millionen Tonnen Rein-Stickstoff gelangen laut Flasbarth jedes Jahr in Deutschland in den Stickstoffkreislauf, darunter mit 1,8 Millionen Tonnen mineralische Düngemittel. Rechne man diese Menge Rein-Stickstoff in den Düngestoff Ammoniumnitrat um, „so könnte man damit mehr als 128000 Bahnwaggons füllen. Ein solcher Zug hätte die Länge von 2300 Kilometern – eine Strecke von Leipzig nach Madrid.“

Der Anteil der Landwirtschaft an der Ammoniak-Belastung liegt Flasbarth zufolge „bei rund 95 Prozent“. Diese Emissionen seien über die letzten Jahre nicht zurückgegangen. „Da muss dringend etwas geschehen.“ Die Ammoniak-Emissionen seien stark auf die praktizierte Tierhaltung zurückzuführen. Ratsam wäre eine Anwendung sanfterer Techniken. Im Lichte der Lebensmittelskandale wie der Futterpanscherei dränge sich eine Botschaft auf: „Mit Konsum von weniger, aber dafür hochwertigem Fleisch leistet man einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.“ Nicht nur die Landwirtschaft sei gefordert, sondern auch „ein Umdenken bei Lebensstil und Konsumgewohnheiten“.

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  Leserkommentare

 
Elisabeth P., Mittwoch, Januar 26, 2011 um 15:55 Uhr Endlich! Herrn Flasbarth sei für seine klaren Worte herzlichst gedankt!

Nicht nur die Umwelt leidet unter den Intensivtierhaltungen, sondern vor allem die in ihnen eingepferchten, unter Fußballenschäden, Schnabelkürzen, Brustblasen und Atemwegserkrankungen bis hin zu Lungenschäden (Schweine!) immens leidenden Tiere!

Die meisten Bürger lehnen diese Tierquälerei ab!

Bei Eiern hat sich klar gezeigt, dass Käfigeier iweniger nachgefragt werden, sobald eine klare Kennzeichnung erfolgt.

Zudem darf man gesellschaftliche Ziele (Tierschutz ist Staatsziel) nicht einfach dem Verbraucher überlassen. Bislang wird dieses Staatsziel im Gegensatz zu anderen Zielen kaum gefördert. Auch aus diesem Grund ist ein Umsteuern nötig!

Nebenbei würde das katastrophale Image der Landwirtschaft verbessert - ganz ohne teure Lügen auf der "Grünen Woche", dem Wettbewerb der Irreführung!
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