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Gedenken an Opfer der NS-Euthanasie
Berlin. Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) hat sich für eine zentrale Gedenkstätte für die bis zu 300000 in der NS-Zeit ermordeten Behinderten ausgesprochen. Das Fehlen eines Gedenkortes für die Opfer des sogenannten Euthanasie-Programms der Nazis sei für die Überlebenden und Angehörigen „Ausdruck fortdauernder Verdrängung und Erniedrigung“, erklärte der Präsident der Fachgesellschaft, Frank Schneider,gestern bei einer Gedenkveranstaltung auf dem Jahreskongress der deutschen Psychiater in Berlin.
Dabei bat Schneider die Opfer und Angehörigen um Verzeihung für das ihnen zwischen 1933 und 1945angetane Leid „und für das viel zu lange Schweigen, Verharmlosen und Verdrängen der deutschen Psychiatrie in der Zeit danach“. An der Auswahl und Ermordung der psychisch, geistig und körperlich Kranken waren Ärzte und insbesondere Psychiater unmittelbar beteiligt.Es habe fast 70 Jahre gedauert, bis sein Berufsstand „dieser Sprachlosigkeit ein Ende“ gesetzt habe, so Schneider weiter. Derzeit laufe ein unabhängiges Forschungsvorhaben zur Aufarbeitung der Geschichte der Fachgesellschaft und ihrer Vorgängerorganisationen.
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