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Überschwemmungen in der Region Osnabrück hinterlassen Millionenschaden

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hin/dpa Osnabrück. Die Pegelstände gehen zurück, die Anspannung nicht. Der Krisenstab des Landkreises forderte die Menschen gestern auf, das Trinkwasser vorsichtshalber abzukochen. In Osnabrück sperrte die Feuerwehr am Abend einen Arm der Hase ab, um die Fluten zu bändigen. Und die Stadt Bramsche entging nur äußerst knapp einer Überschwemmung.

 
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Weg damit: Im Kindergarten St. Marien in Georgsmarienhütte-Oesede begann am Samstag das große Aufräumen. Der Kindergarten war in der Nacht zu Freitag überflutet worden. Die meisten Möbel sind unbrauchbar.Foto: Mirko Nordmann „Bigpacks“ setzte die Feuerwehr an der „Klöckner-Hase“ in Osnabrück ein.Foto: Parton Am Samstagvormittag ist ein Baum beim Bahnhof in die Hase gestürzt. Ein weiterer Baum am Raiffeisenplatz musste vorsorglich gefällt werden. 20 Meter über dem Boden stutzt dieser Mann die Äste einer Pappel. Am Konrad-Adenauer-Ring wird der Baum nur mühevoll aus dem Fluss entfernt. Der Baum drohte, die Brücke zu verstopfen. Schritt für Schritt geht es mit dem Bagger voran. Nach Angaben der Stadt sei die Lage am Umspannwerk in Lüstringen sicher. Derzeit sind Feuerwehrleute aus dem Kreis Aurich in Ostfriesland dabei, das Umspannwerk mit großen Pumpen vom Wasser zu befreien. Auf dem Geländer der RWE schützen Sandsäcke die Betriebsgebäude vor dem Eindringen des Wassers. Auf der Straße vor dem Betriebsgelände liegen etliche Wasserschläuche, die das Wasser mehrere Hundert Meter aus dem Gefahrengebiet leiten. Kein Stiefel bleibt am Umspannwerk trocken. Sven Jürgensen von der Stadt drückte es so aus: "Bei Umspannwerk ist die Hase nicht mehr zu erkennen, weil eigentlich alles Hase ist." Sperrmüll stapelt sich in Hellern an der Großen Schulstraße. Volker Eckhard zeigt an der Wand, wie hoch das Wasser im Keller an der Großen Schulstraße 20 gestanden hat. Überall entlang der Großen Schulstraße türmen sich Sperrmüllberge auf. 50 Zentimeter hoch stand das Wasser an der Mindener Straße in Osnabrück. Teilweise waren die Anwohner in ihren Häusern eingeschlossen. Das Wasser wird kontinuierlich abgepumpt. Wenigstens die Kinder scheinen Spaß an dem Hochwasser zu haben.

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Das Hochwasser, das nach dem Rekordregen vom Freitag mehrere Tausend Häuser geflutet hatte, hinterlässt einen Schaden in Millionenhöhe. Allein im Landkreis Osnabrück sind nach Angaben des Krisenstabes 1100 Häuser und Wohnungen in Mitleidenschaft gezogen worden. Wo sich das Wasser zurückgezogen hatte, begann sofort das große Aufräumen. In den betroffenen Straßen im Osnabrücker Stadtteil Hellern türmen sich die Sperrmüllberge.

Über 2700 Feuerwehrleute und Helfer waren am Wochenende in Stadt und Landkreis im Einsatz. Allein in der Leitstelle des Landkreises gingen bis Sonntagnachmittag 3000 Notrufe ein. Über die Zahl der Betroffenen in der Stadt Osnabrück gab es keine Angaben. Die Feuerwehr hatte einfach keine Zeit für Statistiken.

Weiterhin gesperrt ist die Mindener Straße, eine der wichtigsten Ausfallstraßen Osnabrücks. „Das wird auch noch eine Weile so bleiben“, sagte Feuerwehrchef Jürgen Knabenschuh, denn das Wasser könne nicht in die Hase abfließen. Vorübergehend war am Samstag das Umspannwerk im Stadtteil Lüstringen bedroht. Helfer, die zum Teil aus Aurich angefordert worden waren, verhinderten mit Sandsackbarrieren und einer Batterie von Pumpen einen Zusammenbruch der Stromversorgung.

Glück für Bramsche: Der Wasserstand der Hase blieb ganz knapp unter der kritischen Marke. „Zur Katastrophe fehlten uns zehn Zentimeter“, sagte der Ortsbrandmeister von Rieste, Willi Wernke.

Der Landkreis empfiehlt den Menschen im Osnabrücker Südkreis „rein vorsorglich“, das Trinkwasser für Kleinkinder und geschwächte oder kranke Menschen abzukochen. Das gilt für Glandorf, Bad Laer, Bad Iburg, Bad Rothenfelde, Hilter und Dissen. Hintergrund: Das Hochwasser hat einen Trinkwasserbrunnen überschwemmt, was zu Verunreinigungen geführt haben könnte. „Auch wenn erste Untersuchungen noch keine Rückschlüsse auf eventuelle direkte Gefährdungen ergeben haben, wird das Abkochen vorsorglich empfohlen“, teilte der Landkreis gestern mit.

Genauere Untersuchungsergebnisse werden heute ab 12 Uhr erwartet. Sie werden sofort im Internet (www. landkreis-osnabrueck.de und www.noz.de) veröffentlicht. Nach Aussage der Experten sind Duschen, Zähneputzen oder Wäschewaschen völlig unbedenklich.

Die Flutwelle nach dem Dauerregen erreichte am Sonntag auch Nordhorn. Die Innenstadt wurde komplett gesperrt. Das Wasser aus den überschwemmten Gebieten im Umland war am Samstag verstärkt in die Vechte und den Nordhorn-Almelo-Kanal geflossen und hatte zurÜberflutung geführt. Die Feuerwehr hatte am Samstagnachmittag begonnen, die Innenstadt und die Ge-bäude mit Sandsäcken zu sichern.

Zu Wochenbeginn bringt Tief „Erina“ neue Regenfälle nach Deutschland. Erst ab Mittwoch erwarten die Meteorologen eine Wetterberuhigung und steigende Temperaturen. Seiten 17 und 18


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