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Düsteres jüdisches Drama in meisterhafter Hell-dunkel-Malerei: „In Darkness“
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Düsteres jüdisches Drama in meisterhafter Hell-dunkel-Malerei: „In Darkness“
Düsteres jüdisches Drama in meisterhafter Hell-dunkel-Malerei: „In Darkness“
Osnabrück. Dunkelheit ist das beherrschende Thema im polnischen Oscar-Bewerber „In Darkness“. Der überlange Film der international renommierten polnischen Regisseurin Agnieszka Holland, die sich bereits in „Hitlerjunge Salomon“ (1989) dem Holocaust widmete, schildert „eine wahre Geschichte“ (so der deutsche Untertitel), wie sie sich im Zweiten Weltkrieg im osteuropäischen Lvov (Lemberg) zugetragen hat.
Im Frühjahr 1943 räumt die deutsche Besatzungsmacht in der damals polnischen Vielvölkerstadt rigoros das jüdische Getto. Der gewiefte polnische Kanalarbeiter und Gelegenheitsdieb Leopold Socha (Robert Wieckiewicz) hilft gegen Bezahlung einer Gruppe von jüdischen Flüchtlingen, sich im Labyrinth der unterirdischen Kanalisation zu verstecken. Das Leben des zunächst eher widerwilligen und willkürlichen Fluchthelfers steht dabei fast genauso auf dem Spiel wie das der buchstäblich in den Untergrund abgetauchten Juden.
Insbesondere ein ukrainischer Milizionär in Diensten der Nazis schöpft alsbald Verdacht. Doch trotz aller Drohungen und Risiken versorgt Socha die von ihm drastisch auf zehn Personen reduzierte Gruppe heimlich mit Lebensmitteln. Für die aus verschiedenen Klassen und Traditionen kommenden Juden unterschiedlichen Alters – darunter zwei Kinder – ist das nackte Überleben in der feuchten und finsteren Kanalisation die Hölle. Unterhalb der sichtbaren Welt kommt es zu Streitereien, Diebstahl, Krankheiten, Verlusten und sogar zu einer Geburt. Und dazu die ständige Angst, entdeckt oder vom Fluchhelfer verraten oder vergessen zu werden. Insgesamt verbringen die untergetauchten Juden unglaubliche 14 Monate in ihrem Versteck, bis sie nach dem Einmarsch der Sowjet-Armee endlich wieder ans Tageslicht und ins Leben zurückkönnen. Zuvor hatte es nur der kräftige und mutige Mundek (Benno Fürmann) gewagt, den Untergrund zu verlassen, um die jüngere Schwester seiner Freundin Klara aus einem Lager zu befreien.
Die Inszenierung dieses menschlichen Dramas ist so düster und strapaziös wie die reale Geschichte selbst. Die gewagt kontrastreiche Bildgestaltung von Kamerafrau Jolanta Dylewska erinnert in ihren besten Einstellungen an die meisterhafte Hell-DunkelMalerei von Caravaggio oder Rembrandt. Der punktuelle Schein von Taschen- und Grubenlampen dient in der Kanalisation als einzige Lichtquellen. Die schauspielerischen Leistungen des multinationalen Ensembles – zu dem auch Herbert Knaup und Maria Schrader zählen – liefern dabei besonders plastische Charaktere.
In Darkness. Polen/D/Kanada 2011, R: Agnieszka Holland. D: Robert Wieckiewicz, Benno Fürmann, Maria Schrader, Herbert Knaup. 144 Min. Ab 12.Filmpassage
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