·
Digitalabo·
Shop·
Tippspiel
„Moneyball“
Osnabrück. Kann das funktionieren? Ein US-Film über Baseball, und dann noch nach einem Sachbuch, in dem es nicht nur um Sport, sondern auch um Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung geht? Bennett Miller demonstriert im hintergründigen Baseball-Drama, wie das möglich ist.
Die uramerikanische Sportart Baseball ist aus hiesiger Perspektive eine eher komische Sache. Zwei Mannschaften mit je neun Spielern befinden sich abwechselnd in der „Offense“ und der „Defense“. Irgendwie geht es darum, einen kleinen Ball mit einem Schläger durch die Luft zu befördern und Spieler von einer „Base“ zur nächsten rund um das Spielfeld flitzen zu lassen, auf dass möglichst viele „Runs“ erzielt werden. Man hat das zwar tausend- mal in Filmen und im Fernsehen gesehen, aber immer noch nicht so richtig begriffen. Am Ende einer Baseball-Saison – und da sind die Ähnlichkeiten zum Fußball unübersehbar – ist eine jener Mannschaften mit den ganz dicken Geldbörsen vorne.
Worüber sich insbesondere kleinere Vereine wie die Oakland A’s ärgern. Nicht nur, weil sie stets am unteren Tabellenende landen. Sondern vor allem, weil ihnen die besten Nachwuchstalente von der finanzstarken Konkurrenz „geklaut“ werden. Doch dann trifft Manager Billy Beane (Brad Pitt) beim Versuch, wenigstens ein paar bezahlbare Talente auf dem Transfermarkt für die Oakland A’s zu finden, auf den Wirtschaftswissenschaftler Peter Brand (Jonah Hill) – und wirbt diesen als Berater ab. Mit Brands Hilfe soll ein „Sabermetrics“ genanntes System den Baseball revolutionieren. Aber zunächst müssen Hohn, Spott und andere Widerstände nebst Trainer (Philip Seymor Hoffman) überwunden werden.
Der sechsfach Oscar-nominierte Film „Moneyball“ fällt trotz der historisch verbürgten Verlierer-wird-Gewinner-Story aus dem Rahmen typischer US-Sportfilme. Das liegt nicht nur an der Tatsache, dass die Buchvorlage zum zweiten Film von Regisseur Bennett Miller („Capote“) aus der Feder des Wirtschaftsjournalisten Michael Lewis („Boomerang – Europas harte Landung“) stammt. Regisseur Miller verzichtet auch weitgehend auf Bilder vom Spielfeld. Erst gegen Ende verlagert er die Spannung zusätzlich auf den Platz. Zuvor konzentriert sich Miller mit hintergründigem Interesse auf Konferenzräume, Büros und all die Hinterzimmer der Profi-Liga, in denen Entscheidungen getroffen, Transfers hinter den Rücken der Spieler abgewickelt und sonstige unfaire Dinge beschlossen werden.
Darstellerisch überzeugen nicht nur alte Hasen wie Pitt oder Hoffman, sondern ganz besonders auch Hill. Wie er den kleinen, dicken, schüchtern-verdrucksten Yale-Absolventen und Wirtschaftswissenschaftler Brand als Gegenpart zu der dominanten Männerwelt im Profisport verkörpert, ist auch schon wieder eine Klasse für sich. Den Oscar, für den Hill bei den kommenden Academy Awards als bester Nebendarsteller nominiert ist, hätte er auf jeden Fall verdient.
„Moneyball“ . USA 2011. R: Bennett Miller. Mit Brad Pitt, Philip Seymor Hoffman. 133 Min. Ohne Altersbeschränkung. Cinema-Arthouse
«The Artist» räumt bei US-Kritikerpreisen ab
Hollywoods Filmkritiker haben den französischen Stummfilm «The Artist» zum besten Film des Jahres gekürt. mehr
«The Artist» und «Hugo Cabret» sind Oscar-Favoriten
Der Stummfilm «The Artist» von Michel Hazanavicius und Martin Scorseses «Hugo Cabret» sind die großen Favoriten für die diesjährigen Oscars. Die... mehr
Brad Pitt legt sich nicht fest
Hollywoodstar Brad Pitt (47) hat eigene Aussagen zum geplanten Ausstieg aus der Schauspielerei mit 50 relativiert. «Ich habe keine exakte Frist für mein... mehr
Mehr Kino






