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Tippspiel
Augen zu und durch
Osnabrück. „Hals- und Beinruch“ wünscht man Sportlern, wenn sie vor schwierigen Aufgaben stehen. Doch was sagt man Filmkritikern, die schon ahnen, dass ihnen schwere Kost bevorsteht? „Augen zu und durch“ vielleicht?
Angesichts der türkischen Komödie „Berl!n Kaplani“ wäre dies nicht der schlechteste Ratschlag. Schließlich spielt die Hautrolle Ata Demirer, dem genau das fehlt, was die Briten „funny bones“ nennen – „komisches Talent“. Eine Tatsache, die bereits seine „Eyyvah Eyvah“-Komödienreihe bewies, absolute Tiefpunkte der eh schon sehr tief liegenden „Türkploitation“-Klamotte. Wie die Vorgänger unter der Regie von Hakan Algül entstanden, ist auch „Berl!n Kaplani“ im Grunde eine Zumutung. Diesmal spielt Demirer einen tumben Boxer in Berlin, der nach einem verpatzten geschobenen Kampf in die Türkei flieht, dort aber auf Verwandte trifft, die ihm den Erbanteil an einer Hotelanlage abluchsen wollen. Anlass genug für bescheidene Gags über morgendliche Ejakulationen und sentimentalen Familienkitsch.
Dazwischen gibt es viele Fressorgien und Schleichwerbung für Cola. Da wundert es auch nicht, dass Ata Demirer eher an einen Sumo-Kämpfer als an einen Schwergewichtsboxer erinnert. Ein echter K.o. also. Und ganz klar ein Fall für „Augen zu und durch!“
„Berl!n Kaplani“. TK 2012. R: Hakan Algül. D: Ata Demirer, Necati Bilgiç, Tarik Ünlüoglu. 102 Min. Ab 12. Filmpassage.
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