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Deutscher Weltstar: Glowna ist tot
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Quelle: dapd/Neue Osnabrücker Zeitung 26. Januar 2012 17:04 Uhr


Deutscher Weltstar: Glowna ist tot

Berlin. Noch im letzten September sagte Vadim Glowna im Interview zu seinem 70. Geburtstag: „Ich habe noch viel vor.“ Damals stand er für Rudolf Thomes Film „Ins Blaue“ vor der Kamera. Vier Monate später ist er nun plötzlich nach kurzer schwerer Krankheit in einem Krankenhaus in Berlin gestorben. Glowna Leben bietet Stoff für eine Verfilmung: Im Kriegsjahr 1941 in Eutin (Schleswig-Holstein) geboren, wuchs der Sohn eines Seemanns in rauen Verhältnissen in Hamburg auf. In St. Pauli hatte er 1962 eine Rauferei mit dem damals noch nicht berühmten John Lennon, der ihm im Star-Club die Freundin ausspannte. Er floh aus der kaufmännischen Lehre nach Paris. „Wir lebten von Mundraub und Gelegenheitsarbeiten in den Großmarkthallen“, erzählte er. Frauen steckten dem Eintänzer Scheine zu. Restaurants verließ er, ohne zu zahlen. Ein am Strand gefundenes Buch über das Theater war der entscheidende Anstoß, nicht Pantomime, sondern Schauspieler zu werden.

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Er spielte bei Gründgens, dann bei Kurt Hübner und Peter Zadek. Bald entdeckte ihn das Kino. Er arbeitete mit Tavernier und Geißendörfer zusammen, mit Staudte, Tabori und Flimm.

Glowna hat in mehr als 160 Filmen mitgespielt, von Sam Pekinpahs Kriegsfilm „Steiner – Das Eiserne Kreuz“ (1976) bis „Mein Name ist Bach“ (2003) oder „Agnes und seine Brüder“ (2004). 1980 gründete er zusammen mit seiner damaligen Frau Vera Tschechowa eine Produktionsgesellschaft, um selbst Filme zu inszenieren. Sein Regie-Debüt „Desperado City“ brachte ihm in Cannes die „Camera d’Or“ ein. Als Regisseur inszenierte er etwa 1995 die RTL-Serie „Eine Frau wird gejagt“. Seinen letzten Film „Das Haus der schlafenden Schönen“ finanzierte er allein, weil er keine Geldgeber fand.

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