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Tippspiel
Huppert in „Mein liebster Alptraum“
Osnabrück. Sympathisch-charmant mit einer Nuance lasziver Verspieltheit kommt „Mein liebster Alptraum“ daher. Die französische Beziehungs-Komödie besticht vor allem durch ihr hervorragendes Ensemble. Die Geschichte – zwei wie Feuer und Eis lernen sich unter wenig erfreulichen Umständen kennen und gegen alle Regeln der Vernunft lieben – ist tausendfach erzählt. Dabei ist der prollige Held anfangs noch vom Gesetz „Wie kriege ich sie ins Bett“ dominiert, derweil sich die feinsinnige Heldin in ihrer Frigidität eingerichtet hat.
So stellt denn auch der Katalysator des „Alptraums“ eine Pikanterie dar. Das Bäumchen-wechsel-dich-Spiel wird ausgerechnet während einer Foto-Ausstellung mit den formal vollendeten Blumen-Stillleben des späten Robert Mapplethorpe ausgelöst. Obwohl all das dort präsentierte Weiß und Schwarz vom Vernissage-Publikum als Eishalle empfunden wird, beginnt in dessen unterkühltem Ambiente ein zunehmend hitzigeres Gefecht zwischen den ungleichen Partnern.
Neben diesem inszenatorischen Trick verteilt Regisseurin Anne Fontaine gerne Seitenhiebe: auf die Magersucht der frostig-gefrusteten „Kulturschnepfen“ etwa oder die als lähmend empfundene Beliebigkeit des Kunstbetriebs, der durch ihre Augen gesehen zum Eventzirkus geworden ist.
Da verzeiht man gerne ihren platten Ansatz, dass Frauen nur dem richtigen Kerl begegnen müssen, um zu Weiblichkeit und guter Laune zurückzufinden. Und wenn auch äußerliche Gegensätze einer Bindung zwischen „Ihr“ (Isabelle Huppert) – erfolgreich, attraktiv, gebildet, wohlhabend – und „Ihm“ (Benoît Poelvoorde) – Loser, Rüpel, Ex-Knacki, zeitweilig im Bauwagen lebend – entgegenstehen, so könnte doch durchaus eine Seelenpartnerschaft all das vergessen lassen. Nur kommt dieser Aspekt bei diesem Paar nicht so richtig zur Geltung.
Mein liebster Alptraum. F/ B 2010. R: Anne Fontaine. D Isabelle Huppert, Benoît Poelvoorde u.a. ab 12 Jahre. 102 Min. Cinema-Arthouse
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