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„Intruders“ bleibt hinter „28 Weeks Later“zurück
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Autor: Frank Jürgens 20. Januar 2012 12:50 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Clive Owen und die Monster

„Intruders“ bleibt hinter „28 Weeks Later“zurück

Osnabrück. Monster, so lehrt es uns der Film „Intruders“, werden erst im Kopf derjenigen Menschen groß, die sich vor ihnen fürchten. Wobei sie oftmals aus einer harmlosen Laune heraus entstehen. Wie zum Beispiel beim kleinen Juan in Spanien. Der erzählt seiner Mutter gerade eine richtig gute Schauergeschichte. So gut, dass die Mutter nicht ganz zu Unrecht um den gesunden Schlaf ihres Sprösslings fürchtet. Jetzt bloß nicht von Monstern träumen! Doch zu spät. Es kommt zwar nur ein einziges. Aber dieses „Schattengesicht“ ist dafür nicht mehr aufzuhalten.

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Das bemerkt auch John Farrow (Clive Owen) im fernen London. An ihrem Geburtstag findet seine Tochter Mia (Ella Purnell) in einem Astloch eine alte Schachtel mit einem Zettel, auf dem sich eine gruselige Geschichte über eben jenes „Schattengesicht“ befindet. Die damit verbundene Warnung schießt sie natürlich in den Wind. Schließlich kann Mia mit dieser Geschichte in der Schule ordentlich punkten. Aber dann taucht das gesichtslose Monster auch bei ihr auf. Und Papa kann bezeugen, dass es sich um keine Halluzination handelt.

In seinem neuen Film erreicht Regisseur Juan Carlos Fresnadillo leider nicht die düstere atmosphärische Dichte seines Vorgängers „28 Weeks Later“. Trotz großartiger internationaler Besetzung – unter anderem wirkt Daniel Brühl als spanischer Geistlicher mit – bleiben die Charaktere eher blass. Zwar entwickelt sich die zentrale Figur John zu einer ambivalent angelegten Erscheinung. Doch Clive Owen schafft es kaum, ihr eine ähnlich glaubhafte Tiefe zu verleihen, mit der Robert Carlyle vor knapp fünf Jahren seinen Don in „28 Weeks Later“ unsterblich machte.

Wirklich schlecht ist dieser in ruhigen Bildern gehaltene Film über unverarbeitete Kindheitsängste und -traumata trotzdem nicht. Die spärlich eingesetzten Schockeffekte erzielen konsequent ihre Wirkung, und dank einer verschachtelten Erzählstruktur haftet dem Film über weite Strecken etwas positiv Rätselhaftes an. Am stärksten in Erinnerung bleibt aber jene Schlüsselsequenz, in der Hochbauarbeiter John versucht, einen Unfall zu verhindern. Nichts für Leute mit schwachen Nerven bei großen Höhen!

„Intruders“. USA/GB/Spanien 2011. R: Juan Carlos Fresnadillo. D: Clive Owen, Ella Purnell, Carice van Houten, Daniel Brühl. 100 Minuten. Ab 16. Filmpassage.

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